31.07.2019

Gruppe „Osterholz bleibt“ weitet Protest aus


An der Demonstration in Wuppertal-Vohwinkel beteiligten sich nach Schätzungen rund 250 Klimaschützer. HT-Foto: Dirk Lotze
In Wuppertal-Vohwinkel fand eine Demonstration gegen die Erweiterung einer Abraumhalde der Kalkwerke statt.

Haan/Wuppertal - Zwischen Gruiten und Schöller wollen die Kalkwerke Oetelshofen eine Halde erweitern und fünf Hektar Wald roden. Dagegen liegen der Bezirksregierung in Düsseldorf nun rund 50 Einwendungen vor, informierte die Behörde auf Anfrage.
Die Haaner und Wuppertaler Initiative „Osterholz bleibt“ verstärkt weiter den Protest gegen das Vorhaben. Bei einer erneuten Demonstration zuletzt am 20. Juli in Wuppertal-Vohwinkel beteiligten sich geschätzt 250 bis 300 Klimaschützerinnen und -schützer.
Anwohnerin und Haaner Mit-Initiatorin Marjolein Schlüter sagte: „Ich gehe davon aus, dass wir weiter demonstrieren werden. Ich bin dabei, allen möglichen Leuten zu schreiben, um den Kreis zu erweitern.“ Inzwischen habe sie sogar Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) einbezogen. Bei einer Online-Petition haben sich bereits mehr als 1.000 Unterstützerinnen und Unterstützer für den Erhalt des Waldes ausgesprochen.
Über das Projekt von Oetelshofen müssen Fachleute der Bezirksregierung entscheiden. Das Unternehmen möchte zusätzlichen, lehmigen und sandigen Abfall aus seiner Produktion ablagern und dafür eine bestehende Halde ausbauen.
Der Protest begann in Haan, die Aktion in Vohwinkel war die erste Demonstration zum Thema auf Wuppertaler Gebiet. Das Anliegen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer: „Jeder Baum zählt.“
Marjolein Schlüter berichtete, sie habe auf ihrer Terrasse die Staubbelastung gemessen. Eine weitere Messung gebe es vom Rand der Kalkwerke. Die Werte seien nur grob, deuteten aber auf eine hohe Beeinträchtigung hin: „Wir haben das Umweltministerium kontaktiert und den Kreis Mettmann. Das Ministerium und die Bezirksregierung haben bereits geantwortet, dass sie der Sache nachgehen.“
Die Gruppe werde sich in den nächsten Tagen treffen und weitere Aktionen planen. Auch rechtliche Schritte seien möglich. In den vergangenen Tagen hatte eine Unterstützerin aus Haan das Foto eines Feuersalamanders in den sozialen Medien gepostet. Das Tier sei auf dem Milchweg erschienen, in der Nähe des möglichen Rodungsgebiets. Die Amphibienart gilt als streng geschützt.
Die Bezirksregierung muss alle Belange des Naturschutzes bei der Planfeststellung prüfen, erläuterte eine Sprecherin der Bezirksregierung. Dazu gehöre auch das Artenschutzrecht.
Als Nächstes prüfe die zuständige Abteilung die Stellungnahmen der Städte Haan und Wuppertal sowie des Kreises Mettmann und sämtliche Einwendungen. Danach sei eine Erörterung vorgesehen. Laut Gesetz beteiligt die Behörde dabei alle Einwenderinnen und Einwender. Publikum ist jedoch nicht zugelassen. dilo
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