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26.06.2019

Der Mann, der den Bäumen zuhört


Kamil Janosz (l.) und Georgios Samaras klopfen einen Baum in der Parkanlage Karl-August-Jung-Platz ab. HT-Foto: Antje Götze-Römer
Georgios Samaras auf Haaner Stadtgebiet als Baumkontrolleur tätig.

Haan - 5.000 bis 6.000 Bäume gibt es auf dem Stadtgebiet von Haan. Sie werden in regelmäßigen Abständen kontrolliert und - falls erforderlich - werden eingreifende Maßnahmen eingeleitet. „Das Fällen eines Baumes ist grundsätzlich die letzte Option, die wir in Erwägung ziehen“, sagt Georgios Samaras.
Er ist seit etwa einem Jahr Baumkontrolleur der Stadt Haan. Rund 3.500 der Haaner Bäume hat er seit Dienstantritt erfasst, in Augenschein genommen, dokumentiert, mit einem Hammer am Stamm geklopft und im Bedarfsfall Messungen durchgeführt. Er hat ein feines Gehör entwickelt für die Bäume, hört ihnen quasi zu.
Die Kontrolle erfolgt nach den Baumkontrollrichtlinien der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL) und die Pflegemaßnahmen werden nach der ZTV-Baumpflege (Zusätzlich Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Baumpflege) erfasst und durchgeführt.
39 Bäume hat der Baumkontrolleur bisher fällen lassen müssen. „Die werden aber kurzfristig ersetzt“, erklärt der 39-jährige Diplom-‘Forstwirt. Oft reicht aber ein fachkundiger Schnitt durch einen Baumpfleger aus.
Die Bäume werden so geschnitten, dass sie sicher bleiben, besser wachsen können und natürlich schön bleiben. „Es wird so wenig wie möglich und so viel wie nötig geschnitten“, versichert der zertifizierte Baumkontrolleur.
Bei allen Maßnahmen, die notwendig sind, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, werde natürlich auch der Naturschutz berücksichtigt.
„Es kommt vor, dass in einer Baumkrone ein Nest hängt oder ein Spechtloch entdeckt wird. In diesen Fällen wird versucht die Maßnahme zu verschieben bis die Vogelbrutzeit vorbei ist. Wenn dies nicht möglich ist, dann wird der Baumschnitt sehr behutsam vorgenommen. Jeder Baum wird immer auch unter naturschutzrelevanten Gesichtspunkten betrachtet“.
Der Klimawandel ist auch für Samaras ein Thema. Zunehmende Sturmhäufigkeit und Dürreperioden stellen oft ein Problem dar.
„Wenn es einen Sturm gegeben hat, dann kontrollieren wir sofort“, erklärt er, und nicht erst nach einem oder zwei Jahren wieder.
Und er stellt auch klar, dass die Bäume das Wasser brauchen, denn es transportiert die für die Pflanzen wichtigen Nährstoffe. Trotzdem bringe das Gießen von Bäumen während einer Trockenperiode nur bei ganz jungen Bäumen etwas, denn ein „alter Baum“ braucht so viel Wasser, dass man mit dem Gießen gar nicht nachkäme. Die Auswirkungen ließen sich derzeit ganz gut bei den Platanen am Karl-August-Jung-Platz beobachten. „Sie tragen deutlich weniger Laub als normalerweise“, sagt der Haaner Baumkontrolleur. Dies sei eine direkte Auswirkung der Hitze des vergangenen Sommers. Georgios Samaras hat auch diese Beobachtung sicher bereits fachmännisch dokumentiert. agr
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