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15.05.2019

Neues Rathaus ist Herausforderung


Diese Baulücke auf dem westlichen Neuen Markt soll durch den Eingangsbereich des neuen Rathauses geschlossen werden. HT-Foto: Knut Reiffert
Infoveranstaltung zur Neugestaltung der Innenstadt stößt auf große Resonanz. Zugang zum Ämterhaus vom Neuen Markt.

Haan – 50 Jahre lang versuchten verschiedene Investoren das Areal zwischen dem westlichen Ende des Neuen Markts, der Tiefgarage Schillerstraße im Osten und dem Schillerpark im Norden zu entwickeln. Vergebens. Weder für ein großes Einkaufszentrum (Windhövel-Center) noch für ein vergleichsweise kleineres Geschäftshaus konnte eine Lösung gefunden werden.
Jetzt macht sich die Stadt Haan selbst daran, dass durch die Innenstadtnähe attraktive Grundstück zu nutzen. Als Grundlage hat der Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr dafür am 26. März einstimmig die Neuaufstellung des Bebauungsplans Nr. 200 „Neues Rathaus“ beschlossen. Zum Auftakt der damit verbundenen Öffentlichkeitsbeteiligung fand in der vergangenen Woche in der Stadt-Sparkassen-Hauptstelle eine Informationsveranstaltung statt, die mit rund 150 Besuchern auf große Resonanz stieß. Dabei wurden die Haaner aber nicht nur über die Pläne für das Rathaus unterrichtet, sondern auch über die Umgestaltung des Alten Kirchplatz am Hallenbad und des Park de Ville d’Eu an der Königstraße.

Rathaus-Nordseite soll Eingang zum Park markieren

Ein Knackpunkt bei der Planung des neuen Sitzes der Stadtverwaltung, der auch die Volkshochschule (VHS) und das Stadtarchiv beherbergen soll, ist die Tatsache, dass das Baufeld Einschnitte aufweist, wo private Grundstückseigentümer nicht zum Verkauf an die Stadt bereit sind. Obwohl 10 200 Quadratmeter zur Verfügung stehen, sieht der technische Beigeordnete Engin Alparslan dadurch für die Planer eine „extrem anspruchsvolle Herausforderung“. Oder wie es ein Besucher der Infoveranstaltung formulierte: „Da hilft nur die Quadratur des Kreises.“
Ein Fixpunkt in der Planung ist die Orientierung des Ämterhauses zum Neuen Markt. So soll sich der Haupteingang auf alle Fälle in die Baulücke am südwestlichen Ende des Neuen Markts befinden. „Wir müssen aber dafür Sorgen, dass der neue Baukörper die Drecksecke des Platzes nicht noch dunkler macht“, erklärt Projektleiter Olaf Tödte. Möglichkeiten sieht er dafür in lichtdurchlässigen Glaselementen zwischen dem Neubau und den niedrigeren Nachbargebäuden oder in einer nach außen strahlenden Beleuchtung des Eingangsbereichs.
Klar ist auch, dass der Baukörper nach Norden hin eine klare Kante bilden soll, um den Eingang zum Schillerpark besser zu markieren. Sowohl die Autos der Bediensteten als auch die der Rathausbesucher sollen in der von der Schillerstraße aus zu befahrenden Tiefgarage unterkommen. Für sie angedacht sind gleichermaßen ebenerdige Ausgänge wie ein Tunnel, der direkt ins Rathaus führt.
Anlieferungen für das Rathaus oder auch Rettungsfahrzeuge sollen die Einfahrt des Gebäudes Kaiserstraße 21 nutzen, das die Stadt erwerben konnte. Die dahinter liegenden Lagerhallen werden abgebrochen. Im Gespräch ist das Gebäude auch als möglicher neuer Standort der Polizeiwache, deren Räumlichkeiten an der Dieker Straße viel zu beschränkt sind.
Viel Applaus gab es bei der Informationsveranstaltung für den Vortrag von Olaf Tödte, der sowohl die Rahmenbedingungen als auch die ersten Planungsschritte anhand von Fotos und Skizzen ausgesprochen nachvollziehbar darlegen konnte. „Wir haben jetzt schon mindestens 40 Ideen verfolgt“, berichtete er. Weil eine interne Berechnung ergeben hat, dass inclusive VHS, Stadtarchiv Ratssaal und der Ämter von der Alleestraße eine Grundfläche von rund 3600 Quadratmetern benötigt wird, scheint von den drei in der Stadt-Sparkasse vorgestellten Entwürfen ein auf zwei ineinander übergehende Trakte aufgeteiltes Rathaus der Realität am nächsten zu kommen. „Da gibt es auch keine Sackgassen mehr, man kann überall rund laufen“, nennt der Projektleiter einen weiteren Vorteil der stilisierten Acht, die dreigeschossig angedacht ist, aber durch das Gefälle zum Schillerpark hin eine weitere ebenerdige Etage bekommt. „Dabei handelt es sich um eine reine Machbarkeitsstudie“, betonte Tödte noch einmal. „Die dienen allenfalls als Grundlage für einen Wettbewerb von externen Planungsteams.
Rund 30 Millionen Euro sind für den Neubau veranschlagt. Baustart könnte laut Planungsamtsleiter Peter Sangermann im Jahr 2021 sein.
Viele der konstruktiven Beiträger der Besucher der Infoveranstaltung drehten sich aber auch um das alte Rathaus. Bürgermeisterin Bettina Warnecke will den denkmalgeschützten Teil für repräsentative Zwecke und Vereine weiternutzen. Engin Alparslan sieht im Abriss des Zweckanbaus die Chance, einen „Einzelhändler mit Strahlkraft“ anzusiedeln. ff

INFO

EINSICHT Wer nicht an der Infoveranstaltung teilnehmen konnte, hat noch bis Donnerstag, 24. Mai, Zeit, sich die Planungsun- terlagen anzuschauen. Und zwar im Flur des Amtes für Stadtpla- nung, Alleestraße 8, 1. Oberge- schoss rechts. Außerdem gibt es alle Informationen zum Projekt im Internet.

www.haan.de

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