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03.04.2019

Haftmittelfrage beschäftigt Sport und Politik


Die Benutzung von Haftmitteln ist im leistungsbezogenen Handball Gang und Gäbe. Doch der Umgang und das Spiel damit müssen trainiert werden. HT-Foto: Antje Götze-Römer
Der Rat beschäftigt sich erneut mit der Haftmittelfrage in der Sporthalle
Adlerstraße.

Haan - „Etwa ab der C-Jugend spielen Haftmittel im Handball eine Rolle“, weiß Erwin Reinacher. Der erfahrene Handballer trainiert die A-Jugend der DJK Unitas Haan, die ab Anfang Mai um einen Startplatz in der Jugendbundesliga spielt. Das Recht dazu hat sich die Mannschaft in der Regionalliga-Nordrhein erkämpft. (Lesen Sie dazu auch unseren Artikel unter auf dieser Seite). Auch in dieser Klasse ist der Einsatz von Haftmitteln normal. Genau wie in der Oberliga, wo sich die 1. Herrenmannschaft der Unitas derzeit berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg in die Regionalliga machen darf. Ebenfalls benutzen die Spieler des Haaner TV und der Unitas 2, die in der Verbandsliga antreten, das probate Hilfsmittel.
Aber: Das Spiel mit Haftmitteln muss erlernt werden. „Das ist ein langwieriger Prozess“, weiß Reinacher und auch, dass der Umgang damit so oft wie möglich trainiert werden muss, denn sonst könnte sich ein Wettbewerbsnachteil ergeben, der über mehr entscheidet als nur Sieg oder Niederlage. Oft entscheiden sich Spieler für oder gegen eine Mannschaft mit Blick darauf, ob die Vereine die Möglichkeit haben mit Harz zu trainieren.
So auch in Haan, wo die Haftmittelfrage erneut die Politik beschäftigt. Per Tischvorlage wird in der nächsten Ratssitzung am Dienstag, 9. April, ein Antrag der Wählergemeinschaft Lebenswertes Haan (WLH) beraten, ob das Haftmittelverbot für die Sporthalle an der Adlerstraße aufgehoben wird, „damit die Verwaltung selbstständig mit den handballausübenden Vereinen die Zeiten für eine Nutzung mit Haftmitteln und einem Reinigungsplan abstimmt, so dass der Schulsport dadurch nicht beeinträchtigt wird“.
Derzeit dürfen die Ober- und Verbandsligamannschaften dort Haftmittel lediglich am Spieltag sowie an einem Trainingstag in der Woche benutzen. Immerhin konnte die Unitas mit der Gebäudemanagerin probeweise einen vereinfachten Verfahrensablauf bei der Vorreinigung der Sporthalle vereinbaren, die jetzt eigenständig organisiert werden darf und mit einem mittleren dreistelligen Betrag pro Woche ins Kontor des Vereins schlägt.
„Bereits jetzt, aber vor allem auch mit Blick auf die Regionalliga sind mindestens zwei Tage, besser drei, nötig, an denen mit Haftmitteln trainiert werden darf“, sagt der Vorsitzende der Unitas Wolfgang Goeken. Der Verein habe sich bereits um Möglichkeiten in der Nachbarstadt Solingen und über den Landrat in der Bezirkssporthalle in Hilden bemüht. Bislang ohne Erfolg. Außerdem erhebt die Stadt Solingen eine Sportstättennutzungsgebühr, ebenso wie an einen Betreiber einer privaten Trainingshalle eine Gebühr zu entrichten wäre. Das Geld würde der Verein in die Hand nehmen, aber es fehlen einfach auch auswärts die freien Kapazitäten. Auch von der übergeordneten Dienststelle, die für die Waldkaserne Hilden zuständig ist, kam ein abschlägiger Bescheid.
„Leistungsbezogener Handball hat in Haan nur eine Zukunft, wenn wir öfter mit Haftmitteln trainieren dürfen“, sagt Wolfgang Goeken. Und: Von den Beratungen des Rates und dem Beschluss hängt es ab, wie sich die personelle Situation bei den Haaner Handballmannschaften darstellen wird. agr
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