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27.02.2019

Haan soll einen Südstadt-Ring bekommen


Das ist in Zukunft nicht mehr möglich: Aus dem Ittertal kommende LKW und andere Fahrzeuge können nicht mehr geradeaus über die Martin-Luther-Straße ins Haaner Zentrum fahren, sondern müssen nach
Der Stadtrat hat dem Verkehrskonzept nach fast viereinhalb Jahren Diskussion zugestimmt.

Haan – Insgesamt 203 Seiten umfasst die zweite Stufe des Verkehrsentwicklungskonzepts, das die Stadt Haan im Oktober 2014 beim Düsseldorfer Verkehrsplanungsbüro Runge IVP in Auftrag gegeben hatte. Fast viereinhalb Jahr später konnte der Schlussbericht in der vergangenen Woche vom Rat abgesegnet werden.
Kernpunkte des Papiers, das die Haaner noch jahrzehntelang beschäftigen wird, sind eine Verkehrsprognose für 2030, das Handlungskonzept Rad- und Fußgängerverkehr und vor allem das Verkehrsführungskonzept Südstadt. „Hier werden die Autofahrer als erstes etwas von der Umsetzung spüren“, sagt Bürgermeisterin Bettina Warnecke zur neuen Verkehrsregelung für die Martin-Luther- und die Turnstraße (K5).
Beide werden künftig Einbahnstraßen und bekommen zusammen die Kreisstraßenfunktion. Deshalb wird das Konzept auch Ringstraßenlösung genannt. Die Turnstraße wird in ihrer Fahrtrichtung gedreht und wird künftig bergauf von der Ittertalstraße zur Kaiserstraße (B 228) befahren. Im Gegenzug wird die Martin-Luther-Straße zwischen der Bismarckstraße und der Turnstraße zur Einbahnstraße in Richtung Süden.
Sowohl auf der Turnstraße als auch im Ein-Richtungsabschnitt der Martin-Luther-Straße gilt künftig Tempo 40. Auch darf an verschiedenen Abschnitten der beiden Straßen weiterhin am Straßenrand geparkt werden.
Um die Straßen einzuengen und den Fußgängern das Überqueren zu erleichtern werden jeweils Seitenräume in die Fahrbahnen vorgezogen.
Durch das Drehen der Fahrtrichtung auf der Turnstraße muss natürlich deren Einmündung auf die Kaiserstraße neu gestaltet werden. Eine Ampel soll den Verkehr regeln. Davor reicht der Platz auf der Turnstraße aus, um getrennte Rechts– und Linksabbiegespuren einzurichten.
Um den Verkehr auf der Kaiserstraße nicht komplett auszubremsen, müssen für die neue Ampel zwei nahegelegene andere weichen: die am Fußgängerüberweg Markt und die an der Einmündung der Walder Straße in die Kaiserstraße. Das bedeutet für Fußgänger, dass sie die Kaiserstraße statt am Markt an einem neuen Überweg überqueren müssen, der im Bereich der dann beampelten Einmündung Turnstraße eingerichtet wird.
An der Einmündung der Walder Straße wird nach Wegfall der Ampelanlage das Linkabbiegen in die Kaiserstraße durch das Schild „Vorgeschriebene Fahrtrichtung rechts“ verboten.
Da das Abbiegen von der Kaiserstraße in die Turnstraße nach Änderung der Einbahnstraßenrichtung nicht mehr möglich sein wird, kann die relativ lange Abbiegespur künftig zum Beispiel für einen Radweg genutzt werden. Schließlich wird die nördliche Königsgrätzer Straße für den Verkehr zur Kirchstraße geöffnet.
Die Ringstraßenlösung soll dazu führen, dass die Anwohner der Martin-Luther-Straße vom KFZ-Verkehr entlastet werden, ohne dass auf der Turnstraße hohe Unverträglichkeiten zu erwartet sind.
Wenig Handlungsspielraum gibt es nach Erkenntnissen der Verkehrsplaner, was ein Verbot des Schwerlastverkehrs auf der Martin-Luther-Straße anbelangt. Aufwendige Verkehrszählungen, -prognosen und berechnungen haben ergeben, dass weder beim Lärm noch bei den Abgasen die Voraussetzungen vorliegen, damit die zuständige Straßenverkehrsbehörde der Stadt Haan wegen eines LKW-Verbots aktiv werden kann. ff
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