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02.01.2019

Tom Daun verzaubert mit festlicher Harfenmusik


Tom Daun be- und verzauberte sein Publikum in der Freien Waldorfschule mit dem Klang seiner Harfen. HT-Foto: Susanne Schaper
Harfenspieler versetzte Publikum vor dem 4. Advent in weihnachtliche Stimmung.

Gruiten – Weihnachtliche Harfenklänge, irische, britische und schottische Christmas-Carols sowie bekannte deutsche Weihnachtslieder – mit dieser gelungenen Mischung schaffte Tom Daun am Samstag, 22. Dezember, eine verzaubernde Klangwelt, die den Lärm und Stress der Weihnachtszeit nicht nur vergessen ließ, sondern auch musikalisch auf das bevorstehende Fest einstimmte.
Der Musiker lud sein Publikum im komplett gefüllten Eurythmiesaal der Waldorfschule zum Zuhören, Mitsummen, Mitsingen und Träumen ein. „Im nächsten Jahr feiern wir ein Jubiläum, dann tritt Tom Daun das zwanzigste Mal bei uns auf“, erklärte Stephanie Göbel in ihrer kleinen Eröffnungsansprache. Gemeinsam mit ihrem Mann Georg Göbel lädt sie den Künstler seit zwei Jahrzehnten ein, zunächst in ihr Musikfachgeschäft und in den letzten Jahren in die Waldorfschule in Gruiten.
Dieses Mal hatte es ein Missverständnis gegeben, das Publikum erwartete den Harfenisten um 16 Uhr – der war vom Konzertbeginn um 17 Uhr ausgegangen, schaffte es aber dennoch mit 15 Minuten Verspätung zu starten, nachdem er telefonisch informiert worden war.
Das Publikum durfte die Wartezeit mit einem spendierten Punsch überbrücken, so dass die Stimmung freudig erwartungsvoll war, als der Musiker eintraf.
Tom Daun hatte zwei seiner Instrumente mitgebracht, mit denen er sein Publikum erfreute. „We wish you a merry Christmas“ hieß das Programm, und der Harfenist startete gewohnt souverän mit britischen Carol Melodien. Zwischen den Liedern unterhielt der Musiker sein Publikum in charmanter und humorvoller Weise mit kleinen Geschichten und lustigen Liedtexten wie dem von König Herodes.
Der saß gerade beim festlichen Mahl, bei dem ein knusprig gebratener Hahn serviert wurde, als ein Bote den Saal betrat und berichtete, dass gerade ein noch größerer König als Herodes geboren worden war. „Das kann nicht sein“, entgegnete Herodes, „nur wenn dieser Hahn auf meinem Teller dreimal kräht, will ich es glauben“. Woraufhin der Hahn dreimal krähte...
Vor der Pause leitete Tom Daun musikalisch auf deutsche Adventslieder über und forderte zum Mitsingen auf. „Alle Jahre wieder“ „Ihr Kinderlein kommet“, „Lasst uns froh und munter sein“ und „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ - die Texte sind bekannt und das Publikum ließ es sich nicht nehmen, mitzusingen, so dass sich die festliche Atmosphäre im Raum, die sich schon kurz nach Konzertbeginn aufgebaut hatte, noch mehr verstärkte.
Nach der Pause ging es dann mit „Es kommt ein Schiff geladen“ und „Maria durch ein Dornwald ging“ weiter, bevor Tom Daun auf englische „Bettellieder“ überleitete, mit denen Kinder und Jugendliche an Weihnachten von Haus zu Haus ziehen und um Gaben bitten, ähnlich dem Martinssingen bei uns.
Ganz andächtig wurde das Publikum bei „Lady Andrea“. Tom Daun hatte erzählt, dass er das Lied als Weihnachtsgeschenk für seine Frau geschrieben hatte. Tom Daun, der den „Master of Music“ der Universität Edinburgh absolviert hat und als einer der führenden Vertreter traditioneller und historischer Harfenmusik in Deutschland gilt, zeigte sich in seinem Konzert wieder einmal als Zauberer auf den Saiten und überzeugte mit einer unglaublichen Virtuosität auf seinem Instrument.
Was immer er spielte, kam kunstvoll verziert daher. In scheinbar rasender Geschwindigkeit tanzte seine Finger über das Instrument und entlockten ihm die schönsten Himmelstöne: Hell, silbrig und leicht aber auch warm und in einer tiefen Dimension. Das Publikum hatte sichtlich Freude am Konzert und feierte den Harfner mit lang anhaltendem Applaus, was mit dieser mit zwei Zugaben beantwortete. sus
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