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07.11.2018

Wassertretanlage ist in Betrieb


Hans-Joachim Friebe weihte die neue Wassertretanlage in Gruiten ein – mit rot lackierten Fußnägeln. HT-Foto: Susanne Schaper
Die Wassertretanlage in der Düssel mitten im Gruitener Dorf wurde feierlich und sportlich eingeweiht.

Gruiten – Bei drei Grad Luft- und sieben Grad Wassertemperatur ließ es sich Hans-Joachim Friebe, ehrenamtlicher Landschaftswächter und engagierter Gruitener Bürger, nicht nehmen, die neue Wassertretanlage einzuweihen – barfuß und mit rot lackierten Fußnägeln. Schließlich war er derjenige, der die Idee gehabt hatte, in Gruiten eine Wassertretanlage zu installieren.
„Das Haaner und das Gruitener Wasser, das hört man oftmals rauschen. Das Haaner hilft von innen, das Gruitener hilft außen“, rezitierte er und nahm einen kräftigen Schluck Haaner Felsenquelle, während er in der Düssel stand.
Landtagsabgeordneter Dr. Christian Untrieser probierte dann wenig später ebenfalls mit nackten Füßen die Wirkung des Wassertretens.
Drei Jahre liefen die Planungen für die Anlage, zwei Jahre dauerte das Genehmigungsverfahren, zur Feier des 90-jährigen Bestehens des Bürger- und Verkehrsvereins (BVV) erfolgte der erste Spatenstich (der Haaner Treff berichtete) und schon zwei Monate später kann die Anlage nun in Betrieb genommen werden.
„Der 3. November ist ein verrückter Tag zur Eröffnung einer Wassertretanlage“, witzelte Wolfgang R. Stötzner, erster Vorsitzender des BVV in seiner Eröffnungsansprache. Aber schließlich sei auch die Idee an sich verrückt gewesen, mitten in der Düssel so eine Anlage zu bauen.
Der BVV hatte die Idee von Hans-Joachim Friebe aufgegriffen und die notwendigen Gespräche mit den dafür zuständigen Behörden, Gremien und Verbänden geführt. „Eine verrückte Idee, aber sie hat Charme“, hatte Jürgen Simon von der Stabsstelle für Wirtschaftsförderung, Kultur und Tourismus gesagt, verriet Wolfgang R. Stötzner.
Auch Tiefbauamtschef Guido Mering, die Untere Wasserbehörde, Vertreter des Kreises und Bürgermeisterin Bettina Warnecke konnten in Gesprächen überzeugt werden. „Die große Anzahl an Leuten, die heute zur Eröffnung hier sind, beweist einmal mehr, dass es richtig war, die Wassertretanlage zu bauen“, erklärte die Bürgermeisterin in ihrer Rede.
Die praktische Umsetzung des Baus lag dann beim Rheinisch-Bergischen Wasserverband. Der rückte mit Schreitbagger und anderem schweren Gerät an, versenkte bei fließendem Düsselwasser metertiefe Verschalungen für das Geländer ins Wasser, sorgte für die richtige Fließgeschwindigkeit und -richtung, damit Blätter und Zweige sich nicht stauen und setzte die Anlage mit massiven Muschelkalkstufen auch optisch in Szene.
All das kostete natürlich Geld. Wolfgang R. Stötzner und sein Team waren im Vorfeld des Baus unterwegs gewesen, um Sponsoren zu finden und zu überzeugen. „All das nur mit einer Idee im Kopf. Dabei haben uns eine Zeichnung von Andreas Sassen und Fotos von Josef Ahrweiler geholfen“, lobte Stötzner.
Auch Landrat Thomas Hendele hatte sich von der Wassertretanlage überzeugen lassen. „Die Anlage liegt an einer Entdeckerschleife des Neanderlandsteigs. Wanderer brauchen Ziele und eines davon ist nun die Wassertretanlage in Gruiten.
Sie ist nicht nur für Gruiten gut, sondern für den gesamten Kreis. Gastronomen berichten von 40 Prozent Umsatzzuwachs, seitdem der Neanderlandsteig eröffnet ist“, sagte der Landrat. sus
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