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16.06.2010

„No energy“-Stiftung fördert Projekte zum Klimaschutz


Hat mit seinen Aktionen bereits viel erreicht: Clemens Hölter mit einem Riesenmodell des Energiekostenmonitors. HT-Foto: Heiko Richartz
Haan (rtz) – Der Haaner Clemens Hölter, seit Jahrzehnten engagiert in Aufklärungsarbeit rund um Umwelt- und Klimaschutz sowie Ressourcen-Schonung, hat jetzt eine Stiftung mit 50.000 Euro Kapital gegründet mit dem Ziel, nachhaltige Projekte anzustoßen.

„Im Jahr 1992 konnte ich das Umweltbundesamt als Partner gewinnen für die später daraus resultierte Umwelt-Informations-Datenbank Öko-Base“, schaut der 49-jährige Systemanalytiker zurück. Seitdem hat er immer wieder mit bundesweit aufsehenerregenden Aktionen zu seinen Lieblingsthemen Klimaschutz und Ressourcenschonung auf sich aufmerksam gemacht Sein hauptsächliches Ziel ist die Aufklärung, um auf Energieverschwendung und Lösungen hinzuweisen. „Damals hatte alles, was mit Umwelt zu tun hatte, mit Elektronik noch nichts zu schaffen“, beschreibt Hölter die Anfänge. Heute ist die Öko-Base Standard und ermöglicht es den Nutzern, Daten der Bundesländer, etwa zur regionalen Wasser- und Luftqualität, abzurufen.
Im Jahr 2000 kam Hölters nächster praktischer Schritt zur Erhöhung der Umweltbildung, den er zunächst an Haaner Schulen getestet hatte und seinen Aktionen den Namen gegeben hat: „No Energy“. „Für Schulen gibt es eine Energiesparkiste. Hier können die Bildungseinrichtungen für drei Wochen kostenfrei die Kiste mit Unterrichtsmaterialien und Messgeräten rund ums Energiesparen erhalten. Das Porto für die Zustellung übernimmt das Umweltbundesamt.“ 300 Kisten, die thematisch stetes auf dem aktuellsten Stand sind, stehen bundesweit zur Verfügung, und sie „gastieren“ jährlich in rund 2.000 Schulen.
Aus der „No Energy“-Aktion entstanden auch Stromsparplaketten, deren Vergabekriterien namhafte Testmagazine mittlerweile heranziehen, wenn sie Elektrogeräte vom Kühlschrank bis zum Fernseher auf deren Stromverbrauch untersuchen. „Zunächst ging es um den Stromverbrauch von Geräten im Standby-Modus - dabei ist der Begriff des ‘Scheinaus’ entstanden, der heute bekannt ist. Im laufenden Jahr hat die EU nun Grenzwerte erlassen, wie viel ein Gerät im Standby-Modus noch verbrauchen darf - ein Fernseher etwa unter einem Watt. Neu ist jetzt die Energiepsparplakette, welche den Verbrauch im Betrieb von Elektronik bewertet und Durchschnittskosten pro Jahr aufzeigt. Das ist für den Verbraucher sehr wichtig: heutzutage wollen die meisten das beste Gerät mit dem geringsten Verbrauchsdaten. So dockt sich der Klimaschutz an das Testergebnis an“, sagt der Haaner nicht ohne Stolz. Sein Ziel sei es, dass sich Hersteller darüber Gedanken machen, den Verbrauch eines Gerätes so gering wie möglich zu halten.
Letzte Aktion Hölters war die Vergabe so genannter Energiekostenmonitore, die sich Interessierte bei ihm oder in den beiden Weltläden ausleihen können: Sie zeigen dem Nutzer auf, wieviel Strom ein Gerät benötigt.
Und jetzt hat er gemeinsam mit Gattin Gaby Hölter die als gemeinnützig anerkannte „No-Energy Stiftung für Klimaschutz und Ressourceneffizienz“ mit Sitz in Haan gegründet. „Engagement für Klimaschutz und der schonende Umgang mit den natürlichen Ressourcen ist die Herausforderung zu Beginn des dritten Jahrtausends. Um Privatpersonen und Unternehmen die Möglichkeit zu geben, sich sichtbar und dauerhaft dafür zu engagieren, hat die Stiftung das Ziel, sich zu einer gemeinnützigen Bildungs- und Fördereinrichtung sowie zu einer Zukunftswerkstatt zu entwickeln. Zweck ist die Förderung des Umweltschutzes, der Bildung und Entwicklung von Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet des Klimaschutzes und der Ressourceneffizienz“, fasst Hölter zusammen.
Natürlich ist beim derzeitigen Kapital die Zinsausschüttung mit rund 1.500 Euro im Jahr noch recht gering, so dass Hölter auf Zustifter hofft. Aber seiner Ansicht nach können auch kleinere Beträge große Wirkung zeigen. Geld könne die Stiftung etwa geben für die Durchführung von Wettbewerben oder die Bereitstellung von Informationsmaterialien. „Ich will damit Projekte anstoßen: Ausstellungen oder Seminare, Veranstaltungen oder Förderpreise; wenn das Kapital steigt, auch Stipendien“, so der 49-Jährige.
Wie einfach und praktisch die Projekte sein können, zweigt Hölter anhand einer von ihm entworfenen Werbepostkarte: Diese fordert Unternehmen dazu auf, den schleichenden Stromverbrauch im Betrieb zu ermitteln und so Kosten einzusparen. „Einfach freitags nach Feierabend auf den Stromzähler schauen und montags nachrechnen, wie hoch der Verbrach ist, obwohl niemand in der Firma war. So könnten sich zum Beispiel Kennzahlen ermitteln lassen zum schleichenden Energieverbrauch von Haaner Firmen“, führt Hölter an.
Eine weitere Idee Hölters ist, zum Handwerkermarkt beteiligte Unternehmen dazu zu gewinnen, die Verbraucher vom Wechsel der Heizpumpe zu überzeugen. „Mit diesem Projekt könnte man über die Ressourcenschonung informieren und das Handwerk vernetzen - immerhin ist die Heizpumpe mit 15 Prozent des jährlichen Verbrauchs ein großer Energienutzer.“ Dabei gebe es mittlerweile ausreichend Technik, die wesentlich effizientere Daten aufweisen. Hölter: „Es gibt viel gute Technik, ob sie sich durchsetzt, ist allerdings die Frage. Und Firmen, die sparen wollen, können mit Klimaschutz-Aspekten sogar Arbeitsplätze schaffen und Geld verdienen.“
Wer sich für die Stiftung interessiert, sie in Anspruch nehmen oder zuspenden will, kann sich an Clemens Hölter wenden, entweder online unter www.no-energy.de oder telefonisch unter 02129/51011.
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