Haaner Treff - Haaner Treff
03.01.2018

Haaner starten beschwingt musikalisch ins neue Jahr


Die evangelische Kirche in Haan bot mit ihrer schönen Akustik eine würdige Kulisse für das Neujahrskonzert des Orchesterverein Solingen. HT-Foto: Susanne Schaper
Der Orchesterverein Solingen spielte zum 19. Mal sein beliebtes
Neujahrskonzert in Haan.

Haan - Für viele Haaner steht der erste Termin im neuen Jahr schon lange im Voraus fest: Das Neujahrskonzert des Orchestervereins Solingen am ersten Januar. Drei Dinge bleiben dabei stets gleich: Die Jahreszeit, der Tag und der Beginn um 17 Uhr.
Mit einer Mischung aus Walzern, Polkas und Opern- und Operettenmelodien leitete das Orchester unter der Leitung von Dirigent Clemens Fieguth auch an diesem ersten Januar musikalisch das neue Jahr ein.
Der 24-jährige Orchesterleiter hatte dieses Mal den Schwerpunkt auf Opern- und Operettenmelodien für das Neujahrskonzert gelegt.
Den Auftakt machte jedoch die „Neue Pizzicata-Polka“ von Johann Strauss „Achten Sie darauf, wie sie vom Komponisten umgesetzt wurde, wir kommen später darauf zurück“, forderte Clemens Fieguth auf. Charmant führte er in den folgenden anderthalb Stunden durch das schwungvolle Programm, das gewohnt professionell und auf hohem Niveau vom Orchesterverein umgesetzt wurde. Schon nach wenigen Takten übertrug sich die Spielfreude der rund 50 Musiker – vorwiegend Laienmusiker aller Altersstufen - auf das Publikum.
Den ersten musikalischen Höhepunkt gab es gleich beim zweiten Stück, dem „Blumenduett“ aus der Oper „Lakmé“, gesungen von Esther Valentin (Mezzosopran) und Jana Marie Gropp (Sopran), die in diesem Jahr als Stargäste in Haan dabei waren. Die beiden Sängerinnen be- und verzauberten das Publikum mit ihren reinen Stimmen. Sie zeigten sich sowohl in Intonation und Artikulation sicher und souverän und wurden nach jeder Darbietung berechtigt mit lang anhaltendem Applaus vom Publikum belohnt.
Die folgende Ouvertüre aus der Oper „Eine Nacht in Venedig“ interpretierte das Orchester freudig und mit Witz. Im nächsten Stück, der „Annen-Polka“, ebenfalls aus „Eine Nacht in Venedig“, die auch als „Schwipslied“ bekannt ist, zeigte Esther Valentin auch ihr schauspielerisches Talent, als sie mit Sektflasche und Glas in der Hand die angetrunkene Anna spielte. Auch der darauf folgende „Lagunenwalzer“ stammt aus „Eine Nacht in Venedig“. Das Orchester schaffte es, mit der feinen Melodie ein Bild der Lagunenstadt zu weben und die Zuhörer mit nach Italien zu nehmen.
Auch Jana Marie Gropp zeigte ihr schauspielerisches Talent als „Musetta“ aus der Oper „La Bohème“ von Giacomo Puccini als sie eine sich ihrer körperlichen Reize sehr wohl bewussten jungen Frau nicht nur gesanglich interpretierte.
Wunderschön wurde dann vom Orchester „O mio babbina caro“ aus der Oper „Gianni Schicchi“ interpretiert.
Immer wieder glänzten in diesem wie auch in den anderen Stücken einzelne Instrumentengruppen in den entsprechenden Solopassagen mit ihrem individuellen Können.
Eine besondere Überraschung für das Publikum gab es im Anschluss bei einer weiteren Version der „Pizzicato-Polka“. Clemens Fieguth gab in einem Schnell-Workshop Einblick in die Grundzüge des Dirigierens und schon nach wenigen Minuten waren die Zuhörer in der Lage, das Stück mit geschwungenen liegenden Achten und unter Gelächter zu dirigieren. Die Heiterkeit des Publikums harmonisierte mit der sehr lustigen Variante der Pizzicato-Polka, bei der die Bläser Pause haben und die Streicher ihre Instrumente zupfen.
Im nächsten Stück, Auszügen aus „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck schlüpften die beiden Sängerinnen in die Rolle des Geschwisterpaares und endeten romantisch mit dem „Abendsegen“, den der Komponist nach den Versen aus „Des Knaben Wunderhorn“ vertont hatte. Nicht enden wollender Applaus signalisierte den Musikern, wie sehr das Publikum das Konzert genossen hatte und dass es keineswegs gewillt war, schon nach Hause zu gehen. Das Orchester revanchierte sich mit Zugaben. sus
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