Wo Fledermäuse abhängen können – Haaner Treff

Wo Fledermäuse abhängen können

Im Artenschutzturm an der Ellscheider Straße finden viele Tierarten ein neues Zuhause.

Von Susanne Schaper
Haan – Etwa zwei Monate lang hat ein Kernteam von etwa 15 Ehrenamtlern der Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt (AGNU) den alten Trafoturm an der Ellscheider Straße so hergerichtet, dass er als neues Zuhause für gebäudebewohnende Tierarten dienen kann.
Am vergangenen Donnerstag weihte Bürgermeisterin Bettina Warnecke den Turm offiziell ein. Sie lobte in ihrer Ansprache die Arbeit der AGNU, die die Themen Denkmal- und Artenschutz zusammengefügt habe.
Der alte Trafoturm war schon vor etlichen Jahren stillgelegt worden. Im Jahr 2017 übernahm die AGNU den Turm für den symbolischen Preis von einem Euro von den Stadtwerken Haan, um das denkmalgeschützte Gebäude für den Artenschutz zu nutzen.
Seitdem liefen die Planungen für den Umbau, Konzepte wurden erstellt, Natur- und Denkmalschutz miteinander vereint, Genehmigungen eingeholt, Fördermittel beantragt und Sponsoren gefunden.
Daran erinnerte Sven Kübler, Vorstandsmitglied der Haaner AGNU in seiner Rede. Seit Ende Juli arbeiteten fünf bis sieben ehrenamtliche Helfer nach Feierabend und am Wochenende am Turm und renovierten diesen nach einem Konzept, das AGNU-Mitglied Uwe Rabe als Projektplaner nach einer Weiterbildung an der Biologischen Station entwickelt hatte.
In den vergangenen Wochen wurde der Efeu ebenso entfernt wie die alte brüchig gewordene Farbe. Neue Farbe wurde aufgebracht und natürlich die Nisthilfen für die verschiedenen Vogel- und Fledermausarten. „Als das Gerüst stand, haben wir bemerkt, dass auch das Dach nicht in Ordnung ist und uns dazu entschieden, auch das Dach und die Dachrinne zu sanieren. Dachdecker Merten hat den Auftrag spontan als seinen ersten Auftrag als Selbstständiger übernommen. Auch die Ecken des Gebäudes mussten komplett neu gemacht werden, sie wurden beinahe nur noch durch die Farbe zusammen gehalten“, zählt Sven Kübler auf und lobt besonders Hans-Joachim Friebe, der fast im Alleingang das Verputzen und den Anstrich geleistet hätte. „Als ehemaliger Malermeister war er natürlich begeistert von der Qualität und Grundierung der Farbe. Die AGNU habe sich bewusst für die historischen Farben der Firma Keim entschieden“, fügt Kübler hinzu.
Rund 14 000 Euro hat die Restaurierung des Turms gekostet. Geld, das durch eigene Arbeitsleistung, Sponsorengelder und vor allem durch die finanzielle Förderung aus Mitteln der NRW-Stiftung zusammen gekommen ist.
Für Conny Heckermann, die maßgeblich an der Efeu-Entfernung beteiligt war, war besonders die Teamarbeit eine schöne Erfahrung: „Wir haben gut miteinander gearbeitet. Es ist für uns alle eine Herzenssache gewesen. Bei so einer Arbeit sieht man sofort, was man geleistet hat. Man tut etwas Nützliches, Sinngebendes“, fasst sie zusammen.
Angela Piegeler-Lütz war mit ihren Söhnen Matthias und Lukas dabei. „Das ist ein so schönes Projekt, etwas für den Artenschutz zu tun. Ich bin auch sonst aktiv bei der AGNU, helfe beim Bäume pflanzen und was sonst so anfällt“.
Mit dem Artenschutzturm Elp hat Haan nun ein Anschauungsbeispiel dafür, wie gebäudebewohnende Tierarten wie Eulen, Falken, Mauersegler, Schwalben, Fledermäuse, Dohlen, Haussperling, Star und Hausrotschwanz in von Menschen bewohnten Siedlungen durch geeignete Nistmöglichkeiten unterstützt werden können. Bürger können sich Anregungen für zu Hause holen.
Demnächst wird eine Tafel zusätzliche Informationen bieten. Für das kommende Jahr wird die AGNU eine Kamera im Inneren des Turms installieren, um das Brutgeschäft der Turmfalken, die in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal dort gebrütet und jeweils fünf Junge groß gezogen haben, auf ihrer Internetseite übertragen.