Einzelhändler der Bahnhofstraße sind empört – Haaner Treff
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Einzelhändler der Bahnhofstraße sind empört

Nur gut zweieinhalb Jahre soll ein
Beschluss des Rates von 2018 Bestand
gehabt haben.

Haan – Die Einzelhändler an der Bahnhofstraße sind sauer. Nachdem der Rat der Stadt Haan im Juli 2018 mehrheitlich beschlossen hatte, dass im Bereich der Bahnhofstraße zugunsten der vorhandenen Kundenparkplätze kein Fahrradschutzstreifen eingerichtet wird, sieht dies nun wieder ganz anders aus.
Der Ausschuss für Umwelt und Mobilität hat auf Antrag von GAL, SPD und WLH in seiner Sitzung vom 13. Januar mehrheitlich beschlossen, dass dieser Änderungsbeschluss zum Handlungskonzept Radverkehr- und Fußgängerverkehr aufgehoben werden soll.
Damit werden die in einem Gutachten von 2016 empfohlenen Maßnahmen „Markierung eines Schutzstreifens bergauf“ und „Alternativ Ausweisung Höchstgeschwindigkeit 30 km/h“ ins Handlungskonzept Innenstadt wieder aufgenommen. Die endgültige Entscheidung trifft der Rat in seiner nächsten Sitzung am 25. März.
„In der Ausschusssitzung wurde deutlich, dass kein Kundenparkplatz von einem Radschutzstreifen, wie dieser beantragt wurde, betroffen ist. Außerdem hat sich keiner der Gewerbetreibenden jemals bei der Verwaltung beschwert oder entsprechende Anträge gestellt, weil die Kundenparkplätze nicht ausreichen würden“, sagt dazu Meike Lukat (WLH), die damit auf Möglichkeiten in Hinterhöfen verweist, die als Kundenparkplätze vorhanden sind, aber schlicht nicht genutzt würden. „Tatsächlich kennen viele Menschen die zahlreichen Kundenparkplätze an dem Teilstück der B228 nicht“.
Die Einzelhändler im betroffenen Bereich reagieren mit Unverständnis. Schließlich gebe es eine eindeutige Beschlusslage, die nun lediglich aufgrund geänderter Mehrheitsverhältnisse innerhalb von nur zweieinhalb Jahren rückgängig gemacht wird. Und sie fürchten erneut um ihre Existenz: „Die Bahnhofstraße hat noch einen guten Mix aus Einzelhandel, Dienstleistern und Gastronomie, während andere Städte bereits über eine Verödung solcher Stadtbereiche klagen. Viele unserer Kunden kommen aus dem Umland und eben nicht mit dem Fahrrad, wie die Antragsteller irrtümlicherweise annehmen“, erklärt beispielsweise Jens Leopold von Jacques Weindepot. Die Parkplätze im öffentlichen Raum würden über die eigenen Kundenparkplätze hinaus dringend benötigt.
Ähnlich sieht dies auch Ralf Mertes, der nicht daran glaubt, dass die Kunden zukünftig mit dem Fahrrad in seine Reinigung kommen. „Das ist schlicht an der Realität vorbeigedacht“.
Rund 20 der ansässigen Unternehmen haben sich mittels einer Unterschriftenliste und eindeutigen Schreiben nun an die Bürgermeisterin gewandt, um zu verhindern, dass den ohnehin coronageschädigten Firmen das Leben noch schwerer gemacht wird. agr