Schüler entführen in den Horrorladen – Haaner Treff

Schüler entführen in den Horrorladen

Etwa 100 Schüler des Gymnasiums Haan zeigten ihr großes
schauspielerisches Talent.

Haan – Der CVJM-Saal an der Alleestraße war am Donnerstag, 23. Januar, voll besetzt mit Eltern, Geschwistern, Freunden und Verwandten, die staunend miterlebten, was die rund 100 Schüler des Städtischen Gymnasiums erarbeitet hatten: Der kleine Horrorladen“, ein Musical des Komponisten Alan Menken und des Librettisten Howard Ashan. Das Musical entstand Anfang der 1980er Jahre nach einem Film von Roger Corman aus dem Jahr 1960.
Schon nach wenigen Minuten erzählten, spielten und sangen sich die Schüler in die Herzen des Publikums. Auch an drei folgenden Abenden glückte den Gymnasiasten eine rasante und witzige Aufführung.
Bevor sich jedoch der Vorhang hob, stimmten das Schulorchester mit einem schwungvollen Stück und drei sexy Tänzerinnen mit einer tollen Tanzchoreografie auf den Abend ein. Dann ging es los: Irgendwo in einem heruntergekommenen Viertel einer Stadt, in dem lebt, wer es nicht geschafft hat, liegt der Blumenladen von Mr. Mushnik (Niklas von der Fecht). Hier lungern die Penner herum, Streetkids hängen ab, Müll liegt auf der Straße. Der Blick aus dem Fenster des Blumenladens legte nahe, dass es sich bei der Stadt um Haan handeln könnte. Die Schüler hatten vorab kleine Videos, gedreht, die an Schauplätzen in Haan spielten und durch das Ladenfenster zu sehen waren und nahmen auch in dem Stück immer wieder Bezug auf die Stadt, indem beispielsweise der Name einer bekannten Fleischerei fiel oder der Haaner Treff genannt wurde.
Der Blumenladen hat seine besten Jahre hinter sich. Das einzige, was hier zaghaft blüht, ist die Liebe des verklemmten Angestellten Seymour (Can Haque) zu der einzigen anderen Angestellten des Ladens, Audrey (Lucie Patzelt). Die hat sich auf eine Beziehung mit dem sadistischen Zahnarzt Orin (Moritz Oldenburg) eingelassen, dem Seymour nur auf den ersten Blick nicht das Wasser reichen kann.
Erst als Seymour eine neuartige Pflanze in die Hände bekommt, blüht das Geschäft wieder auf und die Kunden strömen in den Laden, um die botanische Seltenheit, die Seymour liebevoll „Audrey II“ (Pirmin Ostertag) getauft hat, zu sehen.
Der Laden floriert nun zwar, doch dieser Erfolg hat seinen Preis, denn die Pflanze gibt sich nicht mit Wasser und Dünger zufrieden, sondern verlangt menschliches Blut. Schnell wächst Seymour die ganze Sache über den Kopf, denn aus der anfänglich kleinen Topfpflanze wird schnell ein mannshohes gefräßiges grünes Ungeheuer mit roten Augen, das ihm zwar als quasi Faust’scher Pakt Berühmtheit und Erfüllung in der Liebe verspricht, im Gegenzug aber seiner menschlichen Namensvetterin an die Wäsche geht. So muss der Held des Stücks in seiner Verzweiflung zu rabiaten Methoden greifen, um dem grünen Alien den Garaus zu machen.
„Der kleine Horrorladen“ ist eine wunderbar schräge Mischung aus Science Fiction, B-Movie und Musical – und damit ein gefundenes Fressen für die Gymnasiasten. Die Musiknummern werden von den Schülern gesungen und instrumental durch die Band begleitet.
Über ein Jahr lang hatten die Schüler unter der Leitung von Leitung von Carola Gabelin, und Jessica Schlauß an dem Musical gearbeitet, Texte geschrieben, Lieder einstudiert, Orchesterstücke geprobt, Kostüme entworfen und geschneidert, Requisiten gefertigt und Choreografien entwickelt. Und immer wieder die Auftritte geprobt, oftmals noch in der Freizeit nach Schulschluss bis in den Abend hinein.
Der einjährigen Probenphase folgte ein intensives Probenwochenende in Lindlar, wo die Schülerinnen und Schüler ihre Fertigkeiten im Gesang und beim Schauspiel perfektionierten. Zahlreiche Lehrer, mehrere Oberstufenschülerinnen, ehemalige Schüler sowie viele Eltern haben dieses Projekt unterstützt.
Die Schüler erzählten die Geschichte „Der kleine Horrorladen“ auf witzige und unterhaltsame Weise und haben eine mitreißende und witzige Inszenierung entwickelt, die nicht allein von der überdrehten Story, sondern im gleichen Maße von den eingängigen, zwischen Soul und Rock angesiedelten Songs lebt und vor allem durch das hoch motivierte Ensemble, dem das Ganze mindestens ebenso viel Spaß zu machen schien, wie dem Publikum, das zum Schluss minutenlang begeistert applaudierte. sus