Verwaltung: „Eine Stadtbank ist keine Sitzauflage“ – Haaner Treff

Verwaltung: „Eine Stadtbank ist keine Sitzauflage“

Missverständliche Begrifflichkeiten sorgen für Irritation bei der Beschaffung von neuem Mobiliar für die Innenstadt.

Haan – „Die Irritation rund um das Thema „Bank“ zeigen, dass die Verwaltung Begriffsbestimmungen konkreter definieren, aber auch Detailabstimmungen in Gremien in Zukunft noch deutlicher kommunizieren wird“ zieht Jens Gabe, Landschaftsarchitekt der Stadt Haan, ein Fazit aus einer Welle an Irritationen, die in den vergangenen 10 Tagen durch Haan schwappte.
Auslöser waren plötzlich im Stadtbild auftauchende Sitzbänke, die nicht der Bemusterung am Neuen Markt (der Haaner Treff berichtete) entsprechen, während zeitgleich noch eine Bürgerbeteiligung lief.
Arglist vermutete dahinter die Fraktionsvorsitzende der Wählergemeinschaft Lebenswertes Haan (WLH), Meike Lukat, und sorgte mit vermeintlichen Beweisfotos in den sozialen Medien für entsprechende Diskussionen.
„Für die WLH-Fraktion kann ich mitteilen, dass wir, davon ausgegangen sind, dass der Fachausschuss am 27. April eine abschließende Entscheidung zur Beschaffung der Sitzmöbel trifft, nachdem auch die Bürgermeinungen dazu ausgewertet wurden“. Die Frist für die Bürgerbeteiligung war am 18. April abgelaufen.
„Tatsächlich wurde dieser Fachausschuss nicht abgewartet, sondern im Park Ville d’Eu und am Alten Kirchplatz finden sich Modelle der gerade auch vom Seniorenbeirat kritisierten Bänke“, sagte Lukat.
Dem Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Bau (SPUBA) legte Gabe nun einen Bericht vor, der nicht nur den Planungsprozess und den Planungsfortschritt in Sachen „Stadtbank“ darstellt, sondern vor allem auch Begrifflichkeiten klärt und damit die Vorwürfe der WLH zurückweist: Der Begriff „Stadtbank“ bezeichne im Planungsprozess die neuen, frei stehenden Bänke für den Innenstadtbereich. Dieser Banktyp sei in erster Linie für die Fußgängerzone sowie den Neuen Markt vorgesehen, könnte aber auch an jedem anderen Ort in der Innenstadt platziert werden.
Freistehende Bänke können mit geringem planerischem Aufwand dort platziert werden, wo sich der entsprechende Bedarf ergibt.
Sowohl die Anzahl der Bänke als auch die Ausrichtung könne leicht variiert werden. Eine komplette Demontage dieser Bänke, beispielsweise zur Kirmeszeit, sei möglich.
Im Gegensatz dazu werden mit Sitzauflagen die auf den Einfassungen von Hochbeeten vorgesehenen Sitzgelegenheiten bezeichnet, beispielsweise am Alten Kirchplatz sind solche vorgesehen.
„Für die Möblierung des denkmalgeschützten Park Ville d’Eu musste eine Parkbank gefunden werden, die die denkmalpflegerischen Anforderung des Amtes für Denkmalpflege erfüllt. Dieses Bankmodell ist ausdrücklich nicht zur Verwendung außerhalb des Park Ville d’Eu vorgesehen“, stellt Gabe klar. Und: Auch bei diesen Modellen sollen die vom Seniorenbeirat formulierten Kriterien berücksichtigt werden.
Der hatte nämlich bereits am Mustermodell der Stadtbank am Neuen Markt lautstarke Kritik geäußert.
Zu guter Letzt gibt es noch ein Sondermodell: In Anlehnung an die Sitzauflagen wurde eine „Hockerbank“ entwickelt und am Zugang zum Park Ville d’Eu von der Kaiserstraße installiert.
„Dieses Sitzangebot schafft den gestalterischen Übergang von der historisierenden Parkbank zu den zeitlosen Sitzauflagen der Hochbeete“, erklärt der Landschaftsarchitekt.
Und auch für die Senioren gibt es gute Nachrichten: Es konnte festgestellt werden, dass die Eingaben des Seniorenbeirats bei der weiteren Entwicklung der Stadtbank ohne weiteres berücksichtigt werden können. agr