Hendele: „Die Werte sind noch viel zu hoch“ – Haaner Treff

Hendele: „Die Werte sind noch viel zu hoch“

Landrat Hendele berichtete über die Maßnahmen zur Senkung des
Inzidenzwertes.

Kreis Mettmann – „Jede einzelne Erkrankung und jeder einzelne Todesfall sind für uns ein dramatisches Ereignis“, betonte Landrat Thomas Hendele gleich zu Beginn einer Pressekonferenz am Freitag, 12. Februar, die im Kreishaus in Mettmann abgehalten wurde und gleichzeitig online gestreamt wurde.
Teilnehmer waren neben Hendele der Gesundheitsamtsleiter Dr. Rudolf Lange, der organisatorische Leiter des Impfzentrums, Mirko Braunheim, sowie der Sozialdezernent des Kreises Mettmann, Marcus Kowalczyk.
Letzter betonte gleich zu Beginn des Gespräches: „Die Inzidenzwerte im Kreis sind einfach zu hoch“. Hintergrund war ein wenig rühmlicher Top-Ten-Platz unter den Städten und Kreisen in NRW mit den höchsten Inzidenzwerten. Per Allgemeinverfügung hat der Kreis darum erlassen, dass alle Personen in Senioreneinrichtungen – Bewohner wie Besucher – getestet werden. Und er erklärte den Unterschied zwischen Verteilung von Erkrankungen und Ausbruchsgeschehen vor dem Hintergrund, dass der Kreis Mettmann die höchste Quote an über 65-Jährigen in NRW habe. „Die Verteilung der Erkrankungen über die verschiedenen Altersgruppen hinweg ist durchaus diffus, aber die meisten Ausbrüche haben wir in der Tat in den Senioreneinrichtungen zu verzeichnen“. Und dann habe dies in der Regel leider auch einen Anstieg der Sterbequote zur Folge. „Darum liegt in diesen Einrichtungen unsere Priorität“. Problematisch hätten sich in Zwischenzeit aber auch die Ausbrüche im familiären Umfeld erwiesen, verbunden mit den dadurch nachgewiesenen Sekundärfällen.
„Insgesamt gehen die Zahlen zwar langsam zurück“, erklärte der Leiter des Gesundheitsamtes des Kreises Mettmann, Dr. Rudolf Lange. Aber: „Das zeigt zwar, dass wir auf dem richtigen Weg sind, aber die Zahlen sind noch viel zu hoch. Ich appelliere daher an alle Bürgerinnen und Bürger: Kontakte vermeiden, Kontakte vermeiden, Kontakte vermeiden“.
In den vergangenen 10 Tagen seien im Übrigen – Stand 12. Februar – 40 bis 50 Fälle der britischen Virusmutation im Kreis Mettmann nachgewiesen worden. Auch hier folgt ein Aber: „Der Nachweis dieser Mutation ist nicht ganz einfach. Wir vermuten, dass die Dunkelziffer sehr viel höher liegt und arbeiten daran, dass die Nachweismethode zur Routine wird“.
Ausgesprochenes Ziel von Dr. Lange ist das Erreichen eines Inzidenzwertes unter 50. Denn dann sei die Kontaktverfolgung für die Gesundheitsämter mit wesentlich weniger Aufwand verbunden. „Bei Werten über 50 steigt der Aufwand im Vergleich ins Unermessliche“. Und er weist auf eine einfache Rechnung hin: Wenn die Einschränkungen gelockert werden, steigen die Kontaktzahlen und damit wahrscheinlich auch wieder die Infektionsraten. Er rät zur Vorsicht.
Landrat Thomas Hendle betonte indes, dass das Gesundheitsamt im Kreis Mettmann technisch bestens ausgestattet und keinesfalls mit veralteten Methoden arbeitet. „Wir sind sehr gut aufgestellt, arbeiten schon lange digital und haben auch ausreichend Mitarbeiter rekrutiert, um die Kontaktverfolgung gewährleisten zu können“.
Und noch eines ist Hendle wichtig: „Tausende Menschen arbeiten mit im Kampf gegen die Pandemie. Mit großem Einsatz und mit viel Engagement, auch am Wochenende und in den Abendstunden“.
Das Impfzentrum in Erkrath sei indes nahezu reibungslos in den Betrieb gegangen, berichtete Mirko Braunheim, der die organisatorische Leitung hat. Lesen Sie dazu auch unseren Artikel auf Seite 7. Auch die Senioreneinrichtungen seien so gut wie alle durchgeimpft.
„Leider hat die Kassenärztliche Vereinigung noch nicht alle Mängel bei der Vergabe der Impftermine behoben“, erklärte Landrat Hendele, war aber am vergangenen Freitag guter Dinge, dass dies zeitnah passieren könnte.
Auch er richtete noch einmal. den dringenden Appell an alle Einwohner im Kreis Mettmann: „Halten Sie sich an die Abstandsregeln, tragen Sie die vorgeschriebenen Masken, vermeiden Sie Kontakte, auch und insbesondere innerhalb der eigenen Familie sollten die Kontakte eingeschränkt werden. Alle diese Maßnahmen dienen dazu die Werte zu senken“.
Und damit hoffentlich bald wieder Normalität einkehren zu lassen. agr

Helfer für Durchführung von Schnelltests gesucht
Aktuell sind in 36 Pflegeeinrichtungen im Kreis Mettmann Soldaten für die Durchführung der Schnelltests eingesetzt. Landrat Thomas Hendele und auch die Betreiber der Einrichtungen sind sehr froh über die Unterstützung in der jetzigen Pandemiesituation. Indem diese wichtigen Maßnahmen zur Vorbeugung von Infektionen getroffen werden, können die für die Bewohner so wichtigen Kontakte zur Familie und weiteren nahe stehenden Personen in einem kleinen Rahmen aufrechterhalten werden. Allerdings ist der Einsatz der Bundeswehr bis zum 21. Februar befristet, und deshalb werden nun Freiwillige gesucht, die ab dem 22. Februar die Durchführung von Schnelltests in den Pflegeeinrichtungen unterstützen möchten. Die Bundesanstalt für Arbeit stellt hierfür ein Meldeportal für zur Verfügung. Unter www.arbeitsagentur.de/corona-testhilfe können sich Interessierte informieren und anmelden. Neben Personen aus medizinischen, pflegerischen und sonstigen Heilberufen oder mit einer sozialen Ausbildung können sich auch geeignete Personen ohne medizinische Vorbildung melden. Selbstverständlich gibt es eine Einweisung in die Handhabung des Schnelltests. www.arbeitsagentur.de/corona-testhilfe