14.08.2019

„Die Bergischen“ kommen nach Haan


Etwa 2.000 Zuhörer fanden sich im vergangenen Jahr auf dem Karl-August-Jung-Platz ein, um den Smetana-Philharmonikern aus Prag zu lauschen. HT-Archivfoto: Antje Götze-Römer
Die Reihe der Open-Air-Konzerte auf dem Karl-August-Jung-Platz findet eine
Fortsetzung.

Haan - Vor zwei Jahren, am 3. September 2017, fand das erste klassische Konzert unter freiem Himmel auf dem Karl-August-Jung Platz statt. Es spielten die Smetana-Philharmoniker aus Prag einen wunderbaren Reigen klassischer Melodien, vorzugsweise aus der Feder von Bedrich Smetana.
Einen Löwenanteil der Finanzierung leistete seinerzeit der Kulturring Haan unter dem Vorsitz von Rolf Heepe. Zuschauer und Organisatoren waren so begeistert von der Atmosphäre in der grünen Lunge Haans, dass Bürgermeisterin Bettina Warnecke noch bevor der erste Ton aus den Instrumenten der Profi-Musiker erklungen war, verkündete: „Wir werden dieses Veranstaltungsformat wiederholen“.
Sie hat Wort gehalten: Ein Jahr später spielte erneut das Orchester aus Prag, diesmal auf einer professionellen und witterungsunabhängigen Rundkuppelbühne, geschätzt 2.000 Zuschauer lauschten auf mitgebrachten Bierbänken, Liegestühlen und an liebevoll hergerichteten Tischen unter anderem dem „Smash Hit“ von Smetana: „Die Moldau“. Zwar hatte sich der Kulturring aus der finanziellen Beteiligung an der Veranstaltung mittlerweile zurückgezogen, aber zahlreiche Sponsoren haben dafür gesorgt, dass die Veranstaltung stattfinden konnte.
Sponsoren stellten auch in diesem Jahr sicher, dass der Karl-August-Jung-Platz zum Konzertsaal unter freiem Himmel werden kann. Eine höhere fünfstellige Summe wird auch diesmal investiert sein, wenn die Veranstaltung am Sonntag, 8. September, ab 15 Uhr beginnt.
Es spielen die Bergischen Symphoniker unter der Leitung von Johannes Braun, im Gepäck haben die Musiker nicht nur ein ansprechendes musikalisches Programm mit Werken von Jacques Offenbach, Johann Strauß, George Bizet und Astor Piazolla, sondern auch die Mezzosopranistin Anna Werle. Gemeinsam werden sie schwungvolle Melodien präsentieren, die auch für das breite Publikum geeignet sind.
Der Eintritt ist wie immer frei, die Veranstalter bitten aber auch in diesem Jahr um Spenden im Tausch gegen eine Kleinigkeit aus dem Give-Away-Programm der Stadt Haan. Die deutlich erkennbaren und hoch motivierten Mitarbeiter der Stadtverwaltung werden mit ihren gläsernen Bauchläden gut erkennbar sein. Rund 3.000 Euro konnten so im vergangenen Jahr eingenommen werden, um nicht nur das diesjährige Programm, sondern auch die Infrastruktur wie Strom, Wasser, Toiletten, Sicherheitsdienst und vor allem den aufwendigen Bühnenbau zu finanzieren. „Es könnte noch ein wenig mehr sein“, hofft Miriam Schulz von der Haaner Kulturarbeit schmunzelnd auf die Spendenbereitschaft der Besucher.
„Wir rufen die Gäste ausdrücklich dazu auf, sich auf dem Karl-August-Jung-Platz heimisch einzurichten und Speisen und Getränke mitzubringen, ein Picknick zu veranstalten auf einer Decke oder mitgebrachten Sitzgelegenheiten“, sagt Schulz.
Gleichwohl sei auch für diejenigen gesorgt, die sich gerne „bekochen“ lassen: Wein, Kaltgetränke, Cocktails und Kaffee werden von Haaner Gastronomen gegen den Durst angeboten, und wenn der kleine Hunger kommt, locken die Stände mit asiatischen Kleinigkeiten oder frittierten italienischen Reisbällchen.
„Es soll eine Urlaubsatmosphäre entstehen, quasi der kleine Urlaub nach dem Urlaub“, wünscht sich Miriam Schulz.
Natürlich ist das Gelingen des Open-Air-Konzertes nahezu untrennbar mit dem Wetter verbunden. Die Musiker sind unter der großen Kuppel der Bühne geschützt, vor allem vor Sonne aber auch vor Regen. Vor beidem müssen sich die Besucher selber schützen, beispielsweise mit Schirmen oder Regencapes.
Allerdings können die Musiker nur spielen, wenn die Außentemperaturen nicht unter 18 Grad sinken. Dann machen nämlich die wertvollen Instrumente einfach nicht mehr mit. „Das Wetter ist der einzige Risikofaktor in dem Projekt“, erklärt Dr. Jürgen Simon von der Wirtschaftsförderung, der die städtische Kulturarbeit angegliedert ist. Als Berufsoptimist und bekennender Westfale beschäftigt er sich mit dem Problem allerdings erst, wenn es so weit ist. agr
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