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14.08.2019

Stadt setzt Sauger gegen Schädlingsnester ein


Betriebshofshof-Mitarbeiter Kamil Janosz saugt ein Nest des Eichenprozessions-Spinners im Gruitener Thunbuschpark weg. Die Gifthaare der Raupe können allergische Reaktionen hervorrufen. HT-Foto: Sus
Die Nester des Eichenprozessions-Spinners entfernt die Stadt Haan mit einem Spezialsauger.

Haan/Gruiten – Starker Juckreiz, Hautrötung, insektenstich-ähnliche Knötchen, Atembeschwerden – an diesen Reaktionen kann eine kleine unscheinbare Raupe Schuld sein – die Raupe des Eichenprozessions-Spinners. Auf deren Hinterteil befinden sich helle, nahezu durchsichtige kleine Härchen, sogenannte Brennhaare. Die enthalten ein Nesselgift, dass die Raupe vor Fressfeinden schützen soll. Beim Menschen kann das Gift einen Hautausschlag und starken Juckreiz hervorrufen.
„Rund 100 Eichen stehen auf Haaner Stadtgebiet, etwa 70 davon sind vom Eichenprozessions-Spinner befallen gewesen“, erzählt Georgios Samaras, Baumkontrolleur bei der Stadt Haan. Die Nester wurden bereits entfernt, bislang beauftragte die Stadt externe Firmen. Jetzt hat die Stadt einen Spezial-Sauger angeschafft, mit dem die Nester abgesaugt werden können.
„Zur Beseitigung der Nester gibt es verschiedene Möglichkeiten. Thermische Methoden können die Baumrinde angreifen, Chemikalien töten unter Umständen auch andere Insekten. Daher haben wir uns für den Sauger entschieden“, erklärt Gartenbaumeister Peter Kannemann.
Das rund 30 Kilogramm schwere und 2.000 Euro teure Gerät ist speziell zum Entfernen der Nester des Eichenprozessions-Spinners entwickelt worden. Abluftfilter und ein dichter Sammelbeutel verhindern, dass eingesaugte Haare wieder ins Freie gelangen können.
Zur eigenen Sicherheit tragen die Arbeiter beim Entfernen der Nester Einweg-Schutzanzüge. Die Nester in den Baumkronen werden mit einem Hubsteiger angesteuert. Nach Beendigung der Arbeit werden sie im verschlossenen Beutel als Hausmüll verbrannt.
Die Raupen lieben es warm und trocken und haben es vor allem auf Eichen abgesehen. In den vergangenen beiden niederschlagsarmen Sommern haben sie sich besonders stark verbreitet.
Der Name „Prozessionsspinner“ kommt daher, dass sich die kleinen Tiere von ihrem Nest am Stamm oder in der Astgabel aus gemeinsam in einer Art „Prozession“ auf Nahrungssuche begeben. Sie kriechen in langen Reihen nachts bis zur Baumkrone zum Fressen und kehren im Morgengrauen wieder zurück: Kahlfraß-Gefahr für die Eichen.
In diesem Jahr ist der Entwicklungszyklus des Eichenprozessions-Spinners abgeschlossen, die Raupen verpuppen sich im Juli. Der unscheinbare Falter, der aus der Raupe schlüpft, ist 25 bis 32 Millimeter groß und nachtaktiv. Von ihm geht keine Gefahr aus.
„Die Nester kleben recht fest an den Bäumen. In ihnen befinden sich immer noch Härchen der Raupe, und die können sich bei Wind immer noch lösen und Beschwerden auslösen“, erläutert Georgios Samaras. Außerdem können Jungraupen im Ei überwintern und dabei sogar tiefe Wintertemperaturen bis minus 29 Grad überstehen. Somit bleiben die Nester das ganze Jahr über eine Gefahr, und die Experten halten weiterhin die Augen offen.
Bürger, die ein Nest des Eichenprozessions-Spinners finden, sollten dies umgehend beim Bauhof oder den Bürgerdialog melden: Per Mail an bauhof@stadt-haan.de oder bürgerdialog@stadt-haan.de oder unter der Telefonnummer 02129/911216.
In den Haaner Wäldern werden die Nester übrigens nur entfernt, wenn sie in direkter Nähe zu Rast- oder Spielplätzen liegen. „Ansonsten ist der Eichenprozessions-Spinner eine waldtypische Gefahr, der sich Waldbesucher auf eigene Gefahr aussetzen“, erklärt Peter Kannemann. sus
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