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05.06.2019

Ein Streifzug durch die Vielfalt der Musik


Der Pianistin Agata Lukasiewicz und der Sopranistin und Solosängerin Esyllt Klient gelang eine überzeugende gesangliche und musikalische Darbietung. HT-Foto: Sylke Jacobs
Der Konzertabend am vergangenen Samstag in der evangelischen Kirche war ein großer Erfolg.

Haan - Am Samstag, 1. Juni, lud ein kurzes Glockenspiel zur Klavier- und Orgelnacht in die evangelische Kirche an der Kaiserstraße ein. Der Eingang und das Kirchenschiff in stimmungsvolle Atmosphäre gehüllt, erwartete das Publikum ein Kleinod der klassischen Musik, gepaart mit Poesie und Gesang.
Die diesjährigen Juni-Konzerte präsentierten sich als Streifzug, einer ganzen Vielfalt musikalischen Genusses. Denn heute Abend stand nicht nur ein Beitrag auf dem Programm, es sollten direkt vier Konzerte werden.
Da alle Sterne günstig standen - das Wetter war brillant, die Zuschauer zahlreich erschienen - fiel eine kleine Programmänderung nicht weiter ins Gewicht: Das geplante Konzert der Organistin Tzvetanka Spruck musste abgesagt werden.
Kantor Martin Honsberg eröffnete den Abend höchstpersönlich mit dem Italienischen Konzert BWV 971 von Johann Sebastian Bach am Flügel. Mit virtuoser Leichtigkeit glitten die Finger des Kantors über die Tastatur. Kombinationen, die ihm scheinbar mit links von der Hand gingen.
Auch die Werke von Claude Debussy „La cathédrale engloutie“ und „La fille aux cheveux de lin“ gehörten zu seinem Repertoire.
Während Bach in seinen Bann zog und Debussy zum Träumen einlud, wurde der Zuhörer im dritten Teil mit „Sports et Divertissement“, einem eigenwilligen Werk von Erik Satie, vor eine echte Herausforderung gestellt. Es war die musikalische Interpretation von 24 Gemälden, die von der Jagd, übers Segeln, dem Fischfang bis hin zum winterlichen Eislaufen erzählten.
Ursprünglich zur Belustigung der „Reichen“ gemalt, erarbeitete Avantgardist Satie zu jedem Bild ein experimentelles kurzes Tonstück sowie einen kleinen Text. Es las Birgit Annighöfer-Lütke im Wechselspiel mit Kantor Honsberg am Klavier.
Die Idee, mehrere Konzerte an einem Abend anzubieten, ist neu in Haan. „In den vorangegangenen Jahren waren die Juni-Konzerte oft nur mäßig besucht. So habe ich mir gedacht, dass die Leute den ‘Lokalmatadoren‘ vielleicht schon zu oft gehört haben könnten“, sagte Honsberg mit einem Lächeln, denn er meinte sich selber. Aber ganz im Ernst: „Hier im Kreis sind vor allem so viele gute Musiker, dass die Wochenenden gar nicht ausreichen würden. Warum also nicht gleich mehrere Talente an einem Abend zeigen“, fuhr er fort.
Das zweite Konzert „Zwischen Liebe und Leben“, gestalteten Esyllt Klient (Gesang) und Agata Lukasiewicz (Flügel). Die beiden jungen erfolgreichen Musikerinnen gliederten es in zwei Abschnitte: Robert Schumanns „Frauenliebe und Leben“ sowie „Die Lerche“ von Michail Glinka und Mili Balakirew und „Zigeunermelodien op.55“ von Antonin Dvoràk.
Ganz herausragend beeindruckte Kliemt mit ihrer hohen Sopranstimme und Lukasiewicz mit einem Solo am Flübel.
Sehr gut angenommen von den Besuchern wurde der freie Zugang zwischen den einzelnen Konzerten. Immer wieder kamen neue Menschen dazu oder andere verließen den Saal. Die meisten der Besucher blieben und genossen jedoch alle drei Veranstaltungen.
Richtig voll wurde es noch einmal als Andreas Mühlen „In Mirror of Times“ zu spielen begann. Bekannt für sein frisches, junges Programm des vergangenen Jahrhunderts, begeisterte der Klaviervirtuose mit „Introduktion und Tanz“ von Friedrich Gulda, über „Black Earth“ von Fazil Say, bis hin zu „Childrens Songs“ von Chick Corea.
Drei gelungene Konzerte, die zwischendurch und am Ende mit reichlich Beifall belohnt wurden. syja
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