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30.01.2019

Frank Muschalle Trio heizt ein


Pianist Frank Muschalle, Kontrabassist Dani Gugolz und Schlagzeuger Peter Müller lieferten in der Alten Pumpstation ein Boogie-Woogie-Konzert vom Feinsten. HT-Foto: Susanne Schaper
Neujahrskonzert in der Alten Pumpstation war gleich ein „Bonbon“.

Haan – Jeder Musiker für sich ist schon ein Erlebnis – als Trio boten Frank Muschalle, Dani Gugolz und Peter Müller am Samstag, 26. Januar, einen erstklassigen Konzertabend auf höchstem Niveau. Die drei Vollblutmusiker aus Berlin, Wien und Zürich begeisterten das Publikum im gut besuchten Forum der Alten Pumpstation mit Boogie-Woogie, Piano-Blues und Swing feinster Machart.
Zunächst betrat Dani Gugolz die Bühne und zupfte seinen Kontrabass, dann setzte sich Peter Müller ans Schlagzeug, bevor Frank Muschalle am eigens für ihn herbei geschafften und aufgestellten List-Flügel seine Finger über die Tasten schickte.
„Das ist auch für uns ein ungewohnter Anfang. Wir schleichen uns an“, witzelte Frank Muschalle, der sich im Laufe des Abends nicht nur als hervorragender Pianist bewies, sondern auch als angenehmer und witziger Unterhalter zeigte.
Vom ersten Stück an spielten die drei Musiker locker, launig und mit ansteckender Lust an Boogie Woogie und Blues und ließen vom ersten Moment an den Funken ihrer Musikbegeisterung überspringen.
Nicht nur aus Haan waren die Besucher angereist, auch aus den umliegenden Städten waren Fans gekommen, um zu erleben, wie das Trio nicht nur Klassiker von Teddy Wilson, Pete Johnson, Lloyd Glenn und Albert Ammons auf die Bühne brachte sondern auch eigene meisterliche Improvisationen.
Pianist Frank Muschalle ergriff mit legerer Virtuosität in die Tasten. Dabei wechselten temperamentvolle Boogie-Klassiker – mal schnell, mal noch schneller intoniert – mit gefühlvollen Blues-Balladen. Frank Muschalle schaute immer wieder lächelnd ins Publikum während seine Finger in atemberaubender Geschwindigkeit über die Tasten rasten und spielte dabei dermaßen souverän, dass man meinte, er könnte sich zusätzlich auch noch ein Butterbrot schmieren. Am Kontrabass gab Dani Gugolz den punktiert rollenden Boogie-Rhythmus vor. Bei seinen kurzen aber ansteckenden Soli lief er zur Höchstform auf.
Außergewöhnlich auch Schlagzeuger Peter Müller: Bei seinem Solo nach der Pause fing er erst langsam ohne Drumsticks, nur mit den Händen an, sein Instrument zu spielen, nahm dann im Verlauf die Sticks dazu, wurde schneller und schneller bis er zu atemberaubender Formation auflief. Das Publikum war durch die starke Performance nicht mehr auf den Stühlen zu halten und applaudierte mit Standing Ovations.
Überhaupt ließ sich das Publikum von der Virtuosität und dem Einfallsreichtum des Trios mitreißen, die Füße wippten, die Finger konnten kaum stillhalten. Als dann nach zweieinhalb Stunden Schluss sein sollte, war das Publikum so begeistert und aufgeheizt, dass alle sich im Takt der Musik bewegten und das Trio erst nach zahlreichen Zugaben gehen ließen.
Für Frank Muschalle war es der zweite Auftritt in Haan, der erste fand vor sieben Jahren statt. Im gemeinsamen Gespräch konnte Jochen Siebel, Vorsitzender des Kulturvereins Alte Pumpstation die Musiker davon überzeugen, bald wieder in der Gartenstadt aufzutreten. Als Termin steht 2021 im Fokus. sus
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