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28.11.2018

SKFM richtet Medikamententafel ein


Hubert Gering und Dr. Nicoline Pan freuen sich darüber, dass die Haaner Ärzte und Apotheken bei der Realisierung der Medikamententafel mitmachen. HT-Foto: Antje Götze-Römer
Haaner Ärztin setzt sich für kostenlose Medikamente für Bedürftige in Haan ein.

Dr. Nicoline Pan ist niedergelassene Ärztin in Solingen mit Wohnsitz in Haan und dürfte in den vergangenen Wochen und Monaten so einige Kilometer hinter sich gebracht haben. Ärzte hat sie hier aufgesucht und Apotheken. Sie suchte das Gespräch, um von der Idee einer Medikamententafel in Haan zu überzeugen. „In Solingen klappt das schon seit einigen Jahren gut“ weiß die Ärztin.
Und so wird es ab sofort möglich sein, dass Kunden der Haaner Tafel nicht verschreibungspflichtige Medikamente kostenlos erhalten. Dafür müssen die Ärzte - in Haan sind es derzeit alle Hausärzte - ein sogenanntes „grünes Rezept“ ausstellen. Dies können die Patienten in allen Apotheken in Haan und Gruiten gegen das benötigte Medikament einlösen. Die Apotheker rechnen dann mit dem Träger der Haaner Tafel, dem Sozialdienst katholischer Frauen und Männer (SKFM) ab. „Häufig verschreiben Ärzte geringerdosierte und dann nicht verschreibungspflichtige Medikamente, um den von den Kassen festgesetzten Etat nicht zu belasten“, weiß Dr. Nicoline Pan. Und fast ebenso häufig führe diese dazu, dass Bedürftige sich die Medikamente nicht besorgen, weil sie nicht über die nötigen finanziellen Mittel verfügen. Oft mit fatalen Folgen: Erkältungs- oder Pilzerkrankungen, Läusebefall oder Allergien blieben dann unbehandelt und könnten so entweder dazu führen, dass Infekte weiter verbreitet werden oder sich die Krankheit verschlimmert.
Gemeinsam mit den Haaner Ärzten hat Pan eine Liste von preiswerten und sinnvollen Medikamenten zusammengestellt, auf die sich die verschriebenen Medikamente auf dem grünen Rezept beschränken sollen. „Die Mittel müssen ja auch bezahlbar sein“, sagt sie. Denn die Finanzierung erfolgt aus Spenden über den SKFM. Der war aus genau diesem Grund nicht so leicht zu überzeugen, das Projekt mitzutragen. „Man weiß ja, dass wir finanziell nicht auf Rosen gebettet sind“, sagt SKFM-Geschäftsführer Hubert Gering.
Dann aber hat Nicoline Pan vorgerechnet, wie viel Geld pro Monat in Solingen benötigt wird: 300 Euro nämlich in einer Stadt mit rund 168.000 Einwohnern. Ein noch überzeugenderes Argument war aber wohl, dass sie die ersten 2.500 Euro für das Projekt gleich mitgebracht hat. Bei einer privaten Feier hat sie Geld gesammelt, so sei die Summe zustande gekommen.
„Ich schätze den monatlichen Betrag, der in Haan gebraucht wird dennoch auf rund 200 Euro, denn in Solingen ist das Prozedere wesentlich komplizierter als jetzt in Haan“, sagt die Ärztin.
Über dieses werden die etwa 100 Tafeleinkäufer nun mittels eines Infobriefes aufgeklärt. Für die Medikamententafel wurde eigens ein Spendenkonto bei der Stadt-Sparkasse Haan eingerichtet: IBAN 67 3035 1220 0091 3267 28. agr
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