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14.02.2018

Kita zieht in Container um


Die Tage des Gebäudes an der Kurze Straße sind gezählt, es soll einem Neubau weichen, nachdem eine Sanierung nicht sinnvoll erscheint. HT-Foto: Evangelische Kirchengemeinde
Die evangelische Tageseinrichtung Kurze Straße soll im Sommer geräumt werden.

Haan - „Die sofortige Schließung der Kita Kurze Straße ist behördlich nicht angeordnet worden“, stellt Reinhard Pech klar.
Am 11. Januar informierte der verantwortlicher Leiter des Kindergartenausschusses in der evangelischen Kirchengemeinde die Eltern der Kinder, die die betroffene Kita besuchen über die Ergebnisse einer Raumluftmessung, die zu einem nicht erfreulichen Ergebnis führte.
„Aufgrund der alten Bausubstanz und von Feuchtigkeitsschäden im Keller wurden die Raumluftmessungen durchgeführt. Sie hat zu dem Befund geführt, dass nicht nur im Keller, sondern in fast allen Räumen der Einrichtung ‘deutliche bis gravierende mikrobielle Belastungen’ durch Schimmelpilze und Bakterien bestehen, durch die die Raumluft massiv belastet wird“, sagt Pech.
Nach Einschätzung des Gutachters sei von einer Gesundheitsrelevanz auszugehen und eine umfassende Sanierung des Gebäudes notwendig.
Die evangelische Kirchengemeinde habe daraufhin die Aufsichtsbehörde und das Gesundheitsamt informiert und die von dort erhaltenen Sofortmaßnahmen eingeleitet.
Seit Januar dürfen in dem Gebäude an der Kurze Straße der Keller und das Obergeschoß nicht mehr genutzt werden, diese Bereiche sind staubdicht gegenüber dem Erdgeschoß abzuschotten.
Im Erdgeschoß ist darüber hinaus eine umfassende Grundreinigung durchgeführt worden und Geräte zur Luftreinigung installiert worden. Entsprechende Kontrollmessungen überprüfen den Erfolg der Maßnahmen.
„Wir als Träger müssen nun zügig eine mindestens vorübergehende räumliche Alternative finden“, sagt Reinhard Pech, denn ihm ist klar: „Eine erforderliche Sanierung kann, wenn sie überhaupt sinnvoll ist, keinesfalls bei laufendem Betrieb durchgeführt werden“.
Zwischenzeitlich wurde ein Umzug in das ehemalige Schulgebäude an der Bachstraße in Betracht gezogen, um die Kinder der Kita Kurze Straße vorübergehend unterzubringen. Aber auch dort ist die Raumluft schlecht.
„Im Ergebnis ist auch dort eine außerordentlich aufwendige Sanierung erforderlich“, erklärt Reinhard Pech den Sachstand. Was auch nicht verwunderlich ist, denn schließlich wurden die Gebäude an der Bachstraße gerade wegen ihres schlechten Zustandes geschlossen.
Im nächsten Jugendhilfeausschuss, der am Donnerstag, 15. Februar wird die evangelische Kirchengemeinde die Politik über den Sachverhalt informieren und auch darüber, zu welchen Ergebnissen ihre Überlegungen geführt haben.
„Wir sind zu der Überzeugung gekommen, dass ein mobiles Mietgebäude als Übergangslösung realisierbar ist“, sagt Pfarrerin Gabriele Gummel für das Presbyterium. Diese soll, vorbehaltlich der Zustimmung der Politik zum 31. Juli erfolgen und etwa zwei Jahre lang dauern.
Solange würde ein Neubau der Kita dauern, denn auf eine Sanierung will die evangelische Kirchengemeinde verzichten. Die Container würden auf dem Gelände an der Kurze Straße errichtet werden.
„Diese Entscheidung basiert primär auf dem Gutachten und ergänzenden Aussagen des Gutachters zu Schadensumfang und Sanierungsaufwand sowie dem Risiko während einer Sanierung weitere Schäden zu entdecken“, erklärt Gabriele Gummel.
Und weiter: Auch entsprechen die räumlichen Verhältnisse in dem fast 70 Jahre alten Bestandsgebäude nicht mehr den heutigen Anforderungen für eine zeitgemäße pädagogische Arbeit, insbesondere auch mit U3-Kindern“.
Die bautechnische Sanierung des Bestandsgebäudes alleine würde daher keine zukunftsfähige Lösung schaffen. agr
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