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09.10.2019

Polizisten sind in Gruiten im Einsatz


Wie bei der Aktionswoche in Haan steht Landrat Thomas Hendele (rechts) am kommenden Samstag in Gruiten für Fragen von interessierten Bürgern bereit. In der Mitte: Haans Polizeichef Wolfgang Nellen.
Betrügerische Anrufe nehmen wieder zu. Beamte informieren Senioren in deren eigenen Wohnungen.

Gruiten – In der vergangenen Wochen hat die Kreispolizeibehörde Mettmann erneute Wellen von Anrufen sogenannter „falscher Polizeibeamter“ registriert. Allein am Montag, 30. September, und Dienstagvormittag, 1. Oktober, zählte die Polizei kreisweit über 50 Fälle. Glücklicherweise kam es in keinem der Polizei dabei bisher bekannt gewordenen Fällen zu einem Schaden: Die Angerufenen reagierten allesamt richtig, erkannten die Betrugsmasche und legten einfach auf.
Aufgrund der aktuellen Fälle warnt die Kreispolizei daher erneut auch für Haan und Hochdahl vor der Masche der Trickbetrüger und führt in diesem Zusammenhang eine erneute Aktionswoche gegen „falsche Polizeibeamte“ an. Diese wird diesmal in Gruiten stattfinden.
Noch bis Samstag wird die Kreispolizeibehörde, im Rahmen ihrer Aktionswochen gegen „falsche Polizeibeamte“ an der Düssel Haushalte von Menschen aufsuchen, die 70 Jahre alt oder älter sind.
Davon gibt es dort nach der offiziellen Einwohnerstatistik mehr als 900 Personen, von denen aber der örtliche Bezirksdienst der Haaner Polizei in den vergangenen Monaten schon deutlich mehr als 500 Senioren persönlich erreichen und beraten konnte.
In dieser Woche möchte die Polizei nun erneut „Klinkenputzen“ und auch noch möglichst viele der Senioren erreichen, die bisher noch nicht persönlich beraten werden konnten.
„Im Gepäck“ haben die uniformierten Beamten nicht nur Tipps, wie man sich vor falschen Polizeibeamten schützen kann, sondern auch ein persönliches Anschreiben von Landrat Thomas Hendele, der den Kampf gegen „falsche Polizeibeamte“ zur Chefsache erklärt hat. Seine Begründung: „Es muss in die Köpfe der Menschen: Die echte Polizei fragt Sie niemals nach ihren Wertgegenständen oder Vermögensverhältnissen. Erst Recht nehmen die Beamten keine Wertgegenstände in vermeintlich sichere Verwahrung. Wenn Sie einen solchen Anruf erhalten, legen Sie einfach auf. Auflegen ist nicht unhöflich.“
Zusätzlich zum Anschreiben des Landrates überreichen die polizeilichen Berater auch einen Info-Flyer, der neben das Telefon gelegt werden kann - und dort im konkreten Betrugsfall als Erinnerungshilfe vor falschen Polizeibeamten warnt.
Gruitener Senioren, die in dieser Woche nicht persönlich angetroffen werden können, sollen das beschriebene Info-Material in ihren Briefkästen vorfinden.
Außerdem ist zum Abschluss der Aktionswoche in Gruiten das Info-Mobil der Polizei im Einsatz. Es steht am kommenden Samstag von 9 bis 12 Uhr an der Bahnstraße in Höhe des Hauses Nr. 13. Neben den Beratern der Kriminalpolizei und den sogenannten „Assen“ (ehrenamtliche Berater des Haaner Aktionsbündnis Senioren-Sicherheit) sind auch Thomas Hendele und der Leitende Polizeidirektor Manfred Frorath bereit, auf individuelle Anliegen einzugehen.
Die Kreispolizei hat ähnliche Aktionswochen bereits in allen anderen kreisangehörigen Städten durchgeführt. So konnten schon zigtausende Senioren vor den „falschen Polizeibeamten“ persönlich gewarnt werden – mit Erfolg: „Seit Beginn der Aktionswochen haben wir einen deutlichen Rückgang der Fälle registriert. In nur drei Fällen waren die Trickbetrüger dabei erfolgreich“, erklärt Hendele.
Zur Einordnung: Alleine im Jahr 2018 registrierte die Polizei im Kreis Mettmann über 900 betrügerische Anrufe. In 20 Fällen waren die Kriminellen erfolgreich. Die Schadenssumme: insgesamt über 1,1 Millionen Euro. ff

Infos
STADT-SPARKASSE Zu einer Masche der Betrüger gehört, dass die verunsicherten Senioren aufgefordert werden, größere Summen von ihrem Bankkonto abzuheben. „Unsere Mitarbeiter sind für solche Fälle sensibilisiert und fragen nach, wenn ihnen etwas merkwürdig vorkommt“, berichtet Michelle Somnitz von der Stadt-Sparkasse Haan. In Solingen hatte im August eine erfahrene Sparkassen-Mitarbeiterin die Polizei verständigt, weil eine nervös wirkende Kundin auf die freundliche Nachfrage nach dem Verwendungszweck geantwortet hatte: „Das darf ich nicht sagen.“ Dadurch hatte die Polizei die Möglichkeit, bei der verabredeten Geldübergabe einen 20-jährigen Mann aus Ratingen zu stellen.

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