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28.08.2019

Er ist mit 70 noch lange nicht weise


Hermann Neumann kann eigentlich nie still sitzen. HT-Foto: Antje Götze-Römer
Hermann Neumann aus Haan ist seit 10 Jahren Gasthörer an der Universität in Düsseldorf.

Haan - Hermann Neumann ist bekannt in der Gartenstadt. Der 70-Jährige hat nicht nur ein erlebnisreiches Berufsleben hinter sich, sondern er engagiert sich in Haan vor allem in der Arbeit des Seniorennetzwerkes „Wir sind Haan“.
Seit 37 Jahren ist der studierte und promovierte Chemiker in Haan zu Hause. Vorher war er für namhafte Firmen in der ganzen Welt unterwegs, ist für viele Innovationen auf dem Gebiet der Raumbeduftung und Insektenbekämpfung verantwortlich - viele Patente lauten auf seinen Namen.
Im zarten Alter von 60 Jahren ist Hermann Neumann in den Ruhestand gegangen - den er ganz so ruhig aber nicht verbringen wollte. „Etwa zur gleichen Zeit habe ich mich erstmalig an der Universität Düsseldorf als Gasthörer eingeschrieben“, erzählt Neumann, der seitdem mit zu den fleißigsten Studenten der Heinrich-Heine-Universität zählen dürfte. „Der Ruf der Freiheit nach dem Berufsleben hat nicht lange nachgehallt“, schmunzelt er.
Seit zehn Jahren beschäftigt sich Hermann Neumann nun mit Medienwissenschaften, schaut sich Filme oder Fernsehserien aus einem wissenschaftlichen Blickwinkel an, beschäftigt sich mit Musik. „So bin ich auch in die Welt des Schlagers eingetaucht“, erklärt Neumann, der erst kürzlich im Rahmen des Haaner Sommers gemeinsam mit Frank Intveen das erste Haaner Schlagercafé veranstaltet hat.
„Ich habe das nicht nur gemacht, um geistig fit zu bleiben“, erklärt Neumann seine Motivation sich mit 60 Jahren noch mal auf die Schulbank respektive ins Auditorium zu setzen. „Es ist auch der Kontakt zu den jungen Leuten, der das Studium für ein älteres Semester reizvoll macht“. Für den Großteil der Kommilitonen seien die Senioren unter den Studenten schließlich auch Zeitzeugen, wenn es um bestimmte Themen geht. „Wer kennt denn schon noch ein Tonbandgerät?“, erklärt er.
Hermann Neumann ist jemand, der nach eigener Aussage nicht still sitzen kann und noch so viele Ideen im Kopf hat, die er gerne umsetzen möchte. Beispielsweise im Rahmen des Seniorennetzwerkes, dem er von Anfang an, seit 2011 nämlich, angehört und auch im Leitungsteam mitarbeitet. Er war der Initiator des Boulekreises, der Ü50-Party im Rockin´Rooster Club, aber auch des mittlerweile begehrten Preises „Chapeau Bas“, der für außerordentliche und nachhaltige Seniorenarbeit in Haan und Gruiten verliehen wird. Ein Mann also, von dem die Gartenstädter noch viel erwarten dürfen - ohne dass die zwei Kinder und drei Enkelkinder zu kurz kommen müssen. Für die hat er nämlich auch noch Zeit, ebenso wie für seine Ehefrau Monika. agr
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