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03.07.2019

Ackerschachtelhalm sorgt für Probleme


Bernd Zippert und Heinz Mersch appellieren an die Inhaber der Nutzungsrechte der Gräber, diese regelmäßig zu pflegen oder eine Pflege entsprechend in Auftrag zu geben. HT-Foto: Antje Götze-Römer
Ungepflegte Gräber sorgen für Unmut - nicht nur auf dem evangelischen
Friedhof in Haan.

Haan - „Auf dem evangelischen Friedhof an der Alleestraße ist auffällig, dass die Anzahl der ungepflegten Grabstellen leider stetig steigt. Das ist vor allem für diejenigen, die die Grabstellen für ihre verstorbenen Lebenspartner, Kinder, Verwandte oder Bekannte regelmäßig pflegen, eine Zumutung“, beklagt HT-Leserin Ulla W.
Durch den starken Unkrautbewuchs komme es zu ebensolchem Bewuchs auch auf den anderen Gräbern, und es sei sehr mühsam dann hinterherzukommen.
Was die Haanerin beschreibt, bestätigen auch Friedhofsgärtner Heinz Mersch und der Friedhofskirchmeister der evangelischen Kirchengemeinde Haan, Bernd Zippert: „Wenn der Ackerschachtelhalm beispielsweise erst einmal Fuß gefasst hat, ist ihm kaum mehr beizukommen“. Und das sei mehr als ärgerlich, denn in der Tat ist der Eindruck von Ulla W. kein subjektiver.
„Die Anzahl derjenigen Gräber, die nicht vertragsgemäß gepflegt werden, ist in den vergangenen Jahren stetig angestiegen“, sagt Mersch. Ein rein Haaner Phänomen sei dies aber nicht, sondern eher ein gesamtgesellschaftliches.
Auf etwa 4.500 Gräber achten Mersch und seine Mitarbeiter insgesamt auf den evangelischen Friedhöfen an der Alleestraße und an der Nordstraße. Das vertraglich geregelte Nutzungsrecht zieht aber auch Pflichten mit sich, die beispielsweise in der Nutzungsordnung für die Friedhöfe im Bezirk Niederberg festgehalten sind und ein „gewisses Maß an Grabpflege“ einfordern.
Etwa 150 Gräber gelten derzeit auf den beiden genannten Friedhöfen als ungepflegt. Die Angehörigen werden zunächst über kleine Schilder, die die Friedhofsgärtner auf den Grabstellen platzieren, aufgefordert, für Abhilfe zu sorgen. Kontrolliert werden die Gräber standardmäßig einmal pro Jahr, oder eben, wenn Beschwerden auflaufen. So wie im Fall des Grabes, das neben dem liegt, das Ulla W. pflegt. Dort wuchert der Ackerschachtelhalm und verbreitet sich über die Wurzeln auf die Nachbargräber.
Wenn sich Angehörige nicht um die Gräber kümmern, treten gesetzliche Abläufe und Fristen in Kraft. Neben den „Haaner Schildchen“ wird ein Anschreiben erstellt, oft mit Hindernissen bei der Zustellung, wegen Umzugs beispielsweise. Ebenso wird ein öffentlicher Aushang mit einer Fristsetzung gemacht, erst dann kann das Nutzungsrecht entzogen werden. „Aber das kann manchmal bis zu einem Jahr dauern“, weiß Heinz Mersch.
Allerdings ist die Kirchengemeinde berechtigt die betroffenen Gräber nach zweimaliger erfolgloser Fristsetzung auf Kosten des Nutzungsrechtsinhabers reinigen zu lassen. „Das ist mit Aufwand, Zeit und vor allem Ärger verbunden“, erklärt Bernd Zipper.
Die Bestattungskultur sei im Wandel, die Menschen viel mobiler als noch vor Jahren - auch dies trage dazu bei, dass der Kampf gegen den Ackerschachtelhalm und die Ackerwinde geführt werden müsse - ein Kampf, der eigentlich nicht gewonnen werden kann. agr
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