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09.04.2019

Best of Shakespeare


Die Aufführung von „Das große Shakespeare-Abenteuer“ durch die achte Klasse der Freien Waldorfschule erntete langanhaltenden Applaus. HT-Foto: Susanne Schaper
Waldorfschüler begeistern amvergangenen Wochenende mit ihrer Inszenierung.

Gruiten – Anhaltender Applaus und stehende Ovationen – besser hätte es für die jungen Darsteller am Ende gar nicht kommen können. Mit „Das große Shakespeare-Abenteuer“ präsentierten die Achtklässler der Waldorfschule ein Theaterstück nach einem Text von Thomas Birkmeir, in dem Motive aus Werken Shakespeares in einer spannenden Geschichte von Macht und Angst, Liebe und Freundschaft verpackt werden.
Alle 37 Schüler und Schülerinnen standen am vergangenen Samstag und Sonntag auf der Bühne der Mehrzweckhalle. Rund 350 Gäste ließen sich an jedem der beiden Abende von den jungen Schauspielern in die Werke von Shakespeare entführen.
Die Rahmenhandlung: Feenkönig Oberon will den jungen William (Shakespeare) vernichten, fürchtet er doch die Kraft seiner Worte – der Blick in die Zukunft hat ihm gezeigt, dass der gerade Geborene ein Stück über ihn schreiben wird. Er ahnt, dass er dadurch zum Gespött wird und seine Macht und das Elfenreich schwinden werden. Seine Gattin, Feenkönigin Titania, bietet jedoch all ihre Kräfte auf, um den jungen William zu schützen. Oberon befiehlt seinem Gehilfen Puck, William zu bewachen. Doch dieser befindet sich bereits an einem Ort, wo das Abenteuer auf ihn wartet: im Theater. Als Puck ihn endlich findet, geht die Geschichte erst richtig los: Im Feenreich treffen die beiden das streitende Ehepaar Titania und Oberon (aus dem „Sommernachtstraum“), aber auch den wilden Kaliban, den Zauberer Prospero, die schöne Miranda (die drei aus „Der Sturm), den verzweifelten King Lear und die Hexen aus Macbeth – alles Figuren, die William später einmal niederschreiben wird.
Im entscheidenden Moment verweigert Puck seinem Herrn Oberon die Mittäterschaft und mit der Hilfe Titannias können Puck und William entkommen.
Theaterpädagogin Katja Leibold-Büchmann brachte zusammen mit den Schülern eine wundervolle Geschichte über die Macht der Fantasie, des Wortes und die unsterbliche Kraft des Theaters auf die Bühne. Leicht, spielerisch und komödiantisch wurden die Jugendlichen von der Theaterpädagogin an die Figuren eines des größtes Theaterautors der Weltgeschichte herangeführt und entführten ihrerseits ihr Publikum in eine Welt von zarten Elfen, mächtigen Zauberern und tölpelhaften Ungeheuern, in eine Welt voller Konflikte, aber auch voller Liebe. Und vor allem brachten sie den Beginn einer wundervollen Freundschaft auf die Bühne, die sich am Ende als stärker entpuppt als Oberons Macht.

Minimalistisches Bühnenbild, aber tolle Kostüme


Die Schüler traten in fantasievollen Kostümen auf, die sie in Eigenregie oder gemeinsam mit den Klassen- und Handarbeitslehrerinnen Birgitt Geringhoff-Beckers und Susanne Karthaus und und einigen Eltern gefertigt hatten.
Das Bühnenbild war minimalistisch gehalten, einige wenige Gegenstände, die schnell umgeräumt werden konnten, reichten aus. Der Hintergrund wurde mit einem Beamer auf die Leinwand projiziert, Bäume und Steine von den Schülern selbst dargestellt.
Mit großer Spielfreude gelang es den Achtklässlern, das Stück eindrucksvoll auf die Bühne zu bringen. Beeindruckend die klaren und lauten Stimmen aller (!) Schüler, die auch in den hinteren Reihen gut zu verstehen waren.
„Die Schüler sind richtig in ihre Rollen hineingewachsen. Während sie am Anfang noch auf meine Anweisungen gewartet haben, sind sie freier und freier geworden“, bewundert Katja Leibold-Büchmann im Gespräch mit dem Haaner Treff die Leistungen der jungen Mimen.
Die musikalische Untermalung lieferten Schülerinnen der Klasse 10. Theatermusiker Stefan Leibold hatte die Stücke mit den sechs jungen Musikerinnen eingeübt und zu einem echten Hörgenuss gemacht.
Das Stück selbst hatten die Achtklässler gemeinsam mit ihrer Klassenlehrerin Birgitt Geringhoff-Beckers und Katja Leibold ausgewählt und seit Anfang des Schuljahres wöchentlich unter der Anleitung der Theaterpädagogin geübt.
Die kompletten letzten zwei Woche probten die Schüler sogar jeden Tag. Darüber hinaus wurden in der Freizeit und am Wochenende Kostüme genäht und Bühnenbilder gezimmert. „Es ist cool auf der Bühne zu stehen. Die Rolle zu lernen, fiel mir nicht schwer. Ich kann gut auswendig lernen“, erzählt Tristan Siebel, der im Wechsel mit Ferdinand Bach den Puck spielte. „Ich finde Theaterspielen cool“, bestätigt auch Lilia Bottinga, die die Titania spielte. Antonia Ring, die Rollen als Fabelwesen, Baum und Soufleuse hatte, kann sich sogar vorstellen, einer Theatergruppe beizutreten. „Wenn ich nur mehr Freizeit hätte“, seufzt die Achtklässlerin. Der nicht enden wollende Applaus und die stehenden Ovationen zeigten, wie viel Freude das Publikum an der Aufführung hatte und wie sehr es den 13- bis 14-Jährigen über zwei Stunden gelungen war, die Aufmerksamkeit der Gäste zu fesseln. sus
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