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03.04.2019

Diebe informieren sich im Internet


Die Polizei empfiehlt: Wer sein Motorrad verkaufen möchte, sollte es für die Annonce an einem neutralen Ort fotografieren. HT-Foto: Tanja Metzger
In Haan sind unlängst zwei Motorräder spurlos aus einer Tiefgarage
verschwunden.

Haan – In der Gartenstadt mussten zuletzt zwei Motorräder dran glauben, die in einer Tiefgarage an der Straße Zur alten Gesenkschmiede standen. Obwohl sie dort von ihren Besitzern ordnungsgemäß verschlossen abgestellt worden waren, verschwanden die rund 4500 Euro teure Kawasaki ER-650 (ME-LW 19) und eine Harley Davidson FD 2 im Wert von 15 000 Euro Mitte Februar im wahrsten Sinne des Wortes über Nacht.
Seitdem gibt es keine Spur von ihnen - wie von rund einem Dutzend weiterer Maschinen aus dem Kreis Mettmann seit Anfang Oktober 2018. Als regionales Phänomen lässt Polizeihauptkommissar Ulrich Löhe die Fälle aber nicht durchgehen. „In Düsseldorf, Wuppertal oder Solingen gehen die Täter genauso vor“, hat der Leiter der Polizeipressestelle für den Kreis Mettmann festgestellt. „Aber wir sind die Einzigen, die die Öffentlichkeit darüber informieren.“
Wobei das Vorgehen der Täter die Ermittler immer noch vor ein Rätsel stellt. Auch dabei macht der Haaner Doppel-Diebstahl aus der verschlossenen Sammelgarage eines Mehrfamilienhauses keine Ausnahme. „Wir wissen nicht, wie die Täter in die Garagen gelangen, die Motorräder starten und wegfahren oder auf andere Art und Weise abtransportieren“, räumt Löhe ein.
Ein Grund dafür sind die Tatorte, für die sich die Täter nach offensichtlich intensiver Observation entscheiden. „Es handelt sich fast immer um private Gebäudekomplexe, in denen es keine Videoüberwachung gibt“, weiß Löhe.
Gerade wegen des Haaner Falls geht die Polizei aber mittlerweile davon aus, dass die Maschinen nicht weggefahren, sondern mit einem Kleintransporter abtransportiert werden. „Im Prinzip sind die Motorräder für Profis leichte Beute.“
Dass die Mettmanner trotz der öffentlichen Fahndung noch keinen Erfolg hatten, erklärt Löhe wie folgt: „Die Maschinen tauchen in den bekannten Fahrzeugbörsen im Internet erst gar nicht auf. Entweder werden sie auf internationalen Absatzwegen verkauft oder in Einzelteilen.“ Diebstahl auf Bestellung hält er für unwahrscheinlich.
Während die Ermittlungen bislang im Sand verlaufen, kann Motorradfahrer Löhe allen Zweirad-Freunden immerhin einige Tipps geben, wie sie einem Diebstahl vorbeugen können. Dazu gehören natürlich die Verriegelung des Lenkradschlosses sowie zusätzlich ein massives Stahlbügel- und ein Bremsscheibenschloss. Bei modernen Modellen gibt es auch Alarmanlagen und Wegfahrsperren. „Die machen den Dieben die Arbeit zumindest etwas schwerer“, sagt Ulrich Löhe.
„Weil einige der gestohlenen Motorräder vorher im Internet angeboten wurden, gehen wir davon aus, dass sich die Täter hier die ersten Informationen holen.“ Dementsprechend appelliert er an alle Verkaufswilligen, ihre Maschinen für die Annoncen nicht da zu fotografieren, wo sie normalerweise stehen. Auch sollte das Nummernschild nicht zu erkennen sein. „Wir raten zudem dringend, Verkaufsgespräche oder Probefahrten an einem neutralen Ort durchzuführen, der keinen Rückschluss auf den üblichen Standort zulässt.“
Schon prophylaktisch sollten alle Fahrer möglichst detaillierte Fotos von ihren Maschinen machen. „Die helfen uns im Fall der Fälle am meisten bei der Fahndung“, erklärt der Polizeisprecher. ff
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