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03.04.2019

Duo sorgt für beste Unterhaltung


Oliver Richters (l.) und Jan-Christoph Napierski gelang ein unterhaltsamer Vortragsnachmittag im Haus Am Quall. HT-Foto: Sylke Jacobs
Vortragsnachmittag im Haus Am Quall lud zum Mitsingen und Zuhören rund um das Thema Rhein ein.

Gruiten - Als zwei echte liedersingende und geschichtenerzählende Unikate, erwiesen sich am Samstag, 30. März, Jan-Christoph Napierski und Oliver Richters, mit einer Hommage an den Rhein und das Rheinland. „Warum ist es am Rhein so schön!“, stimmte das Duo lauthals mit Akkordeon und Gesang den Vortragsnachmittag im Haus am Quall ein und weckte das kleine charmante Gemäuer aus seinem Jahrhundertschlaf.
Etwa 40 Freunde und Fans fanden in dem engen Saal Platz, um den Texten und Gedichten zu lauschen und die Lieder mitzusingen. Seit 15 Jahren stellen Richters und Napierski, der mittlerweile in Stockholm lebt, den kulturellen Nachmittag in Gruiten auf die Beine. „Wir haben jedes Jahr ein anderes Thema, dieses Mal ist es die Heimat und der Rhein. Dahinter steht grundsätzlich die Idee, die deutsche Geschichte zu erhalten und natürlich das Singen der Lieder und Volkslieder“, erklärte Oliver Richters.
Traditionell wurden zu dem bunten Potpourri im Nebenraum Bergische Waffeln gebacken und serviert. Ganz nach einem alten Rezept, das Richters als Gravur in einem Herd im Niederbergischen Heimatmuseum in Wülfrath entdeckt hatte.
Wenn Napierski dann mit eindringlicher Betonung aus den Niederschriften Kurt Tucholskys las und dabei die Verse mal im sächsischen, mal im berlinerischen Dialekt betonte, dann schwelgten die Zuhörer sichtlich glücklich in der „guten alten Zeit“. Nicht weniger wirkungsvoll rezitierte Richters Friedrich Hölderlin. Mit einer Mischung aus Humor und dramatischer Übertreibung begann er: „Welch ein Genie, ein Kult er ist - der Rhein, einst aus seinen wilden Bahnen gebrochen und von seinem Schöpfer in die Bahn gelenkt. Kennen sie sicher alle, die Hymne ‘Der Rhein‘ von Hölderlin – nein, er war ein Freund Isaac von Sinclairs, schrieb für ihn die „Ode an Eduard - auch nicht?“ Ein Lachen und Schmunzeln ging durch die Zuschauerreihen. „Ein echter Schelm“, entfuhr es einer Zuhörerin.
Es war ein Wechselspiel aus Epos und Posse in gleichen Anteilen. Bevor der Gruitener mit Auszügen aus Emil Barths „Der Wandelstern“ begann, scherzte er: „Wir kommen nun zu einem anderen Ort, der dem einen oder anderen vielleicht bekannt ist, das schöne Städtchen Haan, man kommt hin, wenn man über die Autobahn fährt.“
Das Publikum bedankte sich immer wieder mit freudigem Applaus und nach einer stärkenden Pause folgte der zweite Abschnitt aus den Erzählungen Barths. Gesättigt mit Waffeln und hochdeutschem Literaturgut durften Haaner und Gruitener am Ende zufrieden nach Hause gehen. syja
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