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27.02.2019

Haan zieht den Hut vor Ursula Hickstein


Ursula Hickstein freut sich über das Lob von Ute Melchior-Giovannini, Bürgermeisterin Bettina Warnecke und Landrat Thomas Hendele (v.l.), die den Hut vor der engagierten Gruitenerin ziehen. HT-Foto
Seniorennetzwerk verleiht zum zweiten Mal den Ehrenamtspreis „Chapeau Bas“.

Haan – Am Mittwoch, 20. Februar, versammelten sich rund 200 Gäste im großen Saal des CVJM-Hauses an der Alleestraße, um Zeuge zu werden, wie ein Geheimnis gelüftet wird. Anlässlich der Feier zum achten Geburtstag des Seniorennetzwerkes „Wir sind Haan“ wurde nach 2017 der zweite Träger des „Chapeau Bas“ gekürt, einer Auszeichnung, die das Netzwerk für nachhaltige und herausragende ehrenamtliche Leistungen für Senioren in Haan und Gruiten verleiht.
Interesse und Hochachtung bekundeten die Besucher auch dadurch, dass sie (fast) alle einen Hut auf dem Kopf trugen, um ihn vor der zu ehrenden Person zu ziehen. Das nämlich bedeutet „Chapeau Bas“ übersetzt: den Hut ziehen.
Ute Melchior-Giovannini und Kurt Eugen Melchior verstanden es als Moderatoren, die Spannung bis zur Verkündung des Preisträgers auf die Spitze zu treiben.
Nicht zuletzt der Auftritt des bekannten Kabarettisten Jens Neutag sorgte dafür, dass sich die Gäste glänzend unterhalten fühlen durften. Bürgermeisterin Bettina Warnecke würdigte zunächst das Seniorennetzwerk: „Im Beruf sind Netzwerke unverzichtbar, aber Sie zeigen mit Bravour, dass sie auch im Privaten ausgezeichnet funktionieren können“. Dabei agiere das Seniorennetzwerk überkonfessionell, überparteilich, ehrenamtlich und ohne eine Mitgliedschaft eingehen zu müssen. Mehr als 1000 Personen sind hier mittlerweile aktiv.
Unter großem Applaus verkündete die Bürgermeisterin den Namen der Preisträgerin, die die Jury aus 14 hervorragenden Kandidaten ausgewählt hat: Ursula Hickstein. Die Gruitenerin engagiert sich seit mehr als 20 Jahren ehrenamtlich in Haan und Gruiten für Senioren.
Monatlich organisiert die fast 88-Jährige im Elisabeth-Strub-Haus ein Frühstück für Frauen, das begleitet wird durch einen fachlichen Vortrag. Regelmäßig veranstaltet sie dort auch Spiele- oder Bastelabende oder liest vor. In der Seniorenanlage Friedensheim ist Ursula Hickstein ebenfalls aktiv: Seit zehn Jahren leitet sie dort zwei Mal pro Woche Gruppenangebote.
„Kurz gesagt: Es vergeht kaum ein Tag, an dem sie sich nicht mit Kopf, Herz und Hand engagiert zum Wohle von älteren Menschen“ heißt es in der Begründung der Jury.
Seinen Hut vor dieser Leistung zog auch Landrat Thomas Hendele. „Wenn man älter wird, kann man sich vor den Fernseher setzen oder eben etwas tun – so wie das Netzwerk und so wie Frau Hickstein“. Seit mehr als 20 Jahren arbeite sie hart im Ehrenamt, denn „Ehrenamt ist harte Arbeit, auch wenn man kein Geld dafür bekommt“. Sie fasse bei den Frühstücksveranstaltungen viele wichtige gesellschaftliche Themen an und hat namhafte Redner zu Gast. Beispielsweise die Bürgermeisterin, um über Haaner Bauprojekte zu informieren, oder einen Mitarbeiter der Polizei, der vor Betrugsmaschen am Telefon warnt.
Seit 60 Jahren lebt Ursula Hickstein in Gruiten, hat dort gut 40 Jahre den evangelischen Kindergarten geleitet. „Meine ersten Kinder bekommen mittlerweile graue Haare“, sagt die lebenslustige Dame, die ihren neuen Hut mit Stolz trägt. „Zuerst habe ich nein gesagt“, schmunzelt sie. Und Sohn Christoph, der an diesem Abend mit seiner Frau Annette und den Kindern Antonia und Malte ebenfalls anwesend ist, bestätigt: „Ich wollte meine Mutter schon selber vorschlagen, aber ich wusste, dass sie nein sagen würde“.
Denn die ehrenamtliche Arbeit ist eine Selbstverständlichkeit für Ursula Hickstein, und so hatte es im Vorfeld der Veranstaltung ein gutes Stück Überzeugungsarbeit durch Ute Melchior-Giovannini und den Erfinder des Chapeau Bas, Hermann Neumann, gekostet, bis sie schließlich einwilligte den schicken blauen Hut mit Band entgegen zu nehmen. agr
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