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02.01.2019

Bau des neuen Vereinsheims des TSV Gruiten sorgt für Missstimmung


Eigentlich wollte der TSV Gruiten im zweiten Quartal diesen Jahres mit dem Abriss und dem Neubau des Vereinsheims beginnen. Jetzt ist alles wieder offen. HT-Archivfoto: Soheil Seyfikar
Nachdem die Kosten für den Bau des TSV Vereinsheims nicht mehr eingeplant sind, herrscht Frust.

Haan - „Wir fühlen uns nicht gewertschätzt“, sagt der 1. Vorsitzende des TSV Gruiten Joachim Ziegert, und er bemängelt auch, dass mit ihn und dem Vorstand des TSV im Vorfeld eines Antrages der CDU-Fraktion im Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport (BKSA) und später im Rat, nach dem bereits in den Haushalt eingestellte 1,5 Millionen Euro für den Abriss des maroden Gebäudes und einen anschließenden Neubau, wieder aus dem Etat herausgenommen wurden, nicht gesprochen worden sei.
Dies zugunsten von möglicherweise öffentlichen Fördermitteln, die zu einem noch nicht bekannten Zeitpunkt zur Verfügung stehen könnten, und die auch erst noch vom TSV beantragt werden müssten. Voraussetzung dafür wäre ein bestehender Vertrag mit der Stadt Haan, denn das Gebäude in Gruiten gehört der Stadt. Die hatte eigentlich mittels Erbpachtvertrag den Neubau auf den TSV Gruiten übertragen wollen und eigentlich - so hatte es der Verein vorgesehen - sollten im zweiten Quartal 2019 schon die Bagger rollen.
„Jetzt sind erst mal alle gefrustet“, berichtet Joachim Ziegert von der Stimmung unter den Sportlern in Gruiten. Denn die bis dato noch nicht bekannten Voraussetzungen für die Förderung des Sportstättenbaus durch das Land NRW verzögert die Maßnahme in Gruiten auf einen nicht bekannten Zeitpunkt.
Dabei ist dringend Handlungsbedarf angesagt: Die Duschen sind verschimmelt, die Umkleiden ebenso, einer von zwei Vorratstanks für die Wasserversorgung der Duschen war mittlerweile durchgerostet und kann nicht mehr genutzt werden. Die Strom und Wasserleitungen stammen optisch aus dem Jahr der Errichtung des Hauses im Jahr 1936.
„Das Gebäude ist in einem erbärmlichen Zustand“, sagt Ziegert. Allein, dass nur noch ein Wassertank genutzt werden kann, führt zu entsprechenden Problemen während des Spielbetriebes der Fußballer des TSV Gruiten und natürlich ihrer Gäste. „Wenn das Wasser in dem einen noch bestehenden Tank aufgebraucht ist, geht im restlichen Gebäude automatisch die Heizung aus, weil alle Kapazitäten für die Erhitzung des Duschwassers gebraucht werden“, berichtet der Vorstand des TSV.
Seit zweieinhalb Jahren plant der TSV Gruiten das neue Domizil, ein Architekt wurde beauftragt, Angebote wurden eingeholt und vieles mehr, die Liste der ehrenamtlich Tätigen ist lang - ungefähr 30 Personen waren involviert.
Wann es weiter gehen kann, steht derzeit noch nicht fest. Auch weil es bis dato noch keinen Vertrag zwischen dem TSV Gruiten und der Stadt Haan bezüglich des Gebäudes am Sportplatz gibt. „Wir könnten morgen unterschreiben“, sagt Joachim Ziegert, allerdings nur unter der Bedingung, dass eine zwischen der Stadt Haan und zwei Anwohnern bestehende „nachbarschaftliche Vereinbarung“ nicht Bestandteil des Vertrages mit dem TSV Gruiten wird. Diese nämlich schränke den Verein in einer nicht verantwortlichen Art und Weise ein. „Wir bräuchten eigentlich angesichts des Sportstättenmangels in Gruiten und der Tatsache, dass erst ab 16 Uhr Kinder zum Training kommen, mehr Zeiten, um den Trainings- und Spielbetrieb aufrecht zu erhalten und uns zukunftsorientiert entwickeln zu können“, sagt der TSV-Vorstand.
300 Millionen Euro stellt das Land für die Sportvereine zur Verfügung. Freilich muss nun beim Land ein Konzept für die Verwendung der Gelder erst noch vorgelegt werden.
Die bürokratischen Hürden sollen so niedrig wie möglich sein, um niemanden auszuschließen. „Wir wissen, dass wir es fast ausschließlich mit Ehrenamtlern zu tun haben. Für die soll das Programm eine Entlastung sein und nicht zusätzliche Sorgen bereiten“, erklärt Andrea Milz, die Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt in NRW.
Ob der TSV Gruiten überhaupt in den Genuss von Fördergeldern und wie viel kommen kann, steht derweil noch in den Sternen. agr
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