home Haaner Treff - Haaner Treff
05.12.2018

Stimmen gehen durch Mark und Bein


Der Schwarzmeer Kosaken-Chor um Peter Orloff entführte in die geheimnisvolle Welt des alten Russlands. HT-Foto: Sylke Jacobs
Der Schwarzmeer Kosaken-Chor um Peter Orloff holte den Zauber Russlands nach Haan.

Haan - Der Name Peter Orloff war immer schon ein Erfolgsgarant, unter anderem ist er bekannt aus dem Genre der Schlagermusik, der 1970er Jahre. Am Samstag, 1. Dezember, war er mit seiner legendären Stimme und dem Schwarzmeer Kosaken-Chor in der katholischen Kirche in Haan zu hören.
In der komplett ausverkauften Kirche Sankt Chrysanthus und Daria präsentierte der Chor den Zuhörern ein vorweihnachtliches Konzert in stimmungsvoller Atmosphäre. Im Zweijahresturnus findet dieser seltene Genuss auf Initiative des Lions Club Haan e.V., in der Gartenstadt statt.
Ein Teilerlös des Abends geht an den Verein, der damit Kinder- und Jugendprojekte in Haan unterstützt.
Und dann hieß es: „Bühne frei für Peter Orloff und seine Weißrussisch-Ukrainische Garde und sein russisches Musikorchester.“
Als der Schwarzmeer Kosaken-Chor mit strenger Mimik und in schwarzer russischer Kluft sich vor dem Altarbereich der Kirche positionierte, wehte ein Hauch von Theatralik voller Geheimnisse und Mystik durch den Kirchensaal. Die äußerst imposanten Persönlichkeiten verstanden es nicht nur musikalisch, sondern auch optisch einen Eindruck zu hinterlassen: Stimmen so erhaben und stark wie die Weiten Russlands ließen große Melodien, russische Volkslieder und religiöse Werke erklingen.
Jobst-Hermann Heyer vom Lions-Club erklärt wie es zu der Zusammenarbeit mit den Schwarzmeer Kosaken kam: „Seit mindestens 12 Jahren freuen wir uns darüber, Peter Orloff mit seinem Chor regelmäßig in unseren Reihen zu haben. Vor 25 Jahren hat unser Mitglied Stefan Wassermann gemeinsam mit Peter Orloff im Herrenclub gesungen. Damals entstand die Idee für diese Auftritte und natürlich freuen wir uns auch heute wieder über das volle Haus.“
Kein Wunder, dass die Organisatoren stolz auf diese Verbindung sind, denn ein so bekanntes Ensemble auf seiner „Total Emotional Jubiläumstour“ nach Haan zu bekommen sei schon eine echte Gnade.
Doch das Band der Freundschaft ist nicht einseitig, auch Orloff ist angetan von den regelmäßigen Begegnungen mit den Haanern. Dass die Schwarzmeer-Kosaken häufig in Kirchen auftreten, ist kein Zufall: Ihre Musik ist oft sakral. Besonders Orloff ist durch den Einfluss seines religiösen Vaters stark im Glauben verankert.
Dies spiegelte der erste Abschnitt des Konzertes wieder, denn es begann mit einem Christengebet, halb gesungen, halb gesprochen. Es folgten geistliche Werke, unter anderem das „Ave Maria“ nach Franz Schubert.
Sowohl die extrem dunklen Bässe, als auch die atemberaubenden Tenöre und der männliche Sopran, erinnerten an die tiefe und tragende Schwermütigkeit Russlands.
Königlich wurde der Abend als Fjodor Kunitsky sein Solo vortrug. Er sang das „Nessun Dorma“ so grandios, dass der Widerhall seiner Stimme durch Mark und Bein drang. Ein Moment der Gänsehaut, ein Augenblick der Gefühle, so dass es einen Beifallssturm hagelte.
Neben den kirchlichen Gesängen waren aber auch Volkslieder und klassische Kompositionen wie „Schwanensee“ von Peter Tschaikowsky zu hören. Als der Chor „Oh du Fröhliche“ intonierte, stimmten die Besucher der Kirche mit ein.
Viele der bekannten und internationalen Stücke regten zum Mitsingen und mit Klatschen an. Das begeisterte Publikum hielt es kaum mehr auf den Plätzen, es gab stehende Ovationen und begeisterte Bravo-Rufe.
Es war ein unvergesslicher Abend über Heldentaten und verwehte Träume über das alte Russland. syja
Zurück