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31.10.2018

Musik knüpft Bande der Freundschaft


Den Chören aus Haan und Eu gelang eine überzeugende gesangliche Darbietung im Sinne der europäischen Freundschaft. HT-Foto: Sylke Jacobs
Volles Haus beim Gemeinschaftskonzert der Chöre aus Eu und Haan.

Haan - Als Kantor und Organist Geoffrey Chesnier am Sonntag, 28. Oktober die Empore der evangelischen Kirche hochstieg und die Orgel bediente, war es, als erklimme er einen Berg. Stufe für Stufe kletterten die Noten unaufhaltsam hinauf, ein Sturm bahnte sich an. Voller Dramatik riss er die Wogen auseinander, sodann drohte das Gehör zu bersten. Dann wieder preschten die Töne in die Höhe und brachten Erlösung. Allein das Kirchenschiff drohte zu platzen, aus allen Nähten nämlich, so gut war das Gemeinschaftskonzert der Kleinen Kantorei Haan und der Maîtrise de la Collégiale de la Ville d‘ Eu besucht.
Vor wenigen Wochen noch hatte sich Kantor Martin Honsberg ein volles Haus gewünscht. An diesem Abend sollte sein Bitten Gehör finden. Das Programm der sogenannten „Patch-Work-Messe“, führte die Besucher von Charles Gounod über Franz Schubert und Joseph Haydn hinüber zu Louis Vierne: eine gemeinsame Komposition der befreundeten Chöre.
„Wir gehen quer durch den französischen Garten“, eröffnete Honsberg den Abend. Vielfalt zu hören versprach er den Besuchern, und er sollte sein Versprechen halten. Denn die 23 Sänger aus Haan begannen das Konzert mit geistlichen Werke, wie dem „Ave Maria“ oder dem „Ubi Caritas“. Es war ein in wahrer Schmaus für die zahlreichen Ohren der Konzertgäste, die begeistert lauschten.
Applaus ertönte, doch das sollte erst der Anfang einer atemberaubenden musikalischen Darbietung sein.
„Gott unser Schöpfer“ klang nun aus den Kehlen der 31 Chormitglieder, die aus Frankreich d‘ Eu angereist waren und sich nun auf der Empore bei der Orgel positioniert hatten. Obwohl sich das nun Dargebotene im Rücken des Zuhörers abspielte, erfüllte der Gesang die Kirche mit einer Präsens, die kaum hätte besser sein können.
Ein Doppelkonzert – ja auch, aber eigentlich ein Gemeinschaftskonzert, auch wenn die deutsch-französische Choreinheit das Publikum bis nach der Pause auf den gemeinsamen Teil der Darbietung warten ließ. Bis dahin war die Übereinstimmung der beiden Chöre aber wenigstens schon mal sichtbar: Farblich aufeinander abgestimmt zeigten sich alle Sänger in schwarzer Robe.
Seit 1986 besteht diese Freundschaft der Chöre. Im Zweijahresrhythmus treffen sich die Chormitglieder und ihre Dirigenten, um miteinander zu singen. Jeweils im Wechsel in Haan und seiner Partnerstadt Eu. Dort musizieren sie dann gemeinsam in der Kathedrale La Collégiale d‘Eu.
Christa Barth ist Mitglied der Kleinen Kantorei und weiß zu berichten: „1986, also vor gut 30 Jahren, war ich Mitglied des Gruitener Kirchenchores und weil mein Mann Mitglied im Stadtrat war, knüpfte ich erste Kontakte nach Eu. Schnell wurde eine Reise in die Partnerstadt zwecks eines gemeinsamen Auftrittes geplant. Da unser damaliger Dirigent krankheitsbedingt unmöglich diese Reise antreten konnte, wandte ich mich an Gerhard Tributh, den damaligen Kirchenkantor der evangelischen Kirche Haan. Gott sei Dank, konnte der Chor ihn für die Sache gewinnen und eine europäische Freundschaft begann.“
Diese feste Freundschaft sollte nunmehr diverse Dirigentenwechsel in beiden Chören und auch viele Jahre überstehen und bis heute Bestand haben.
Das bestätigte auch der am Konzertabend anwesende Fritz Köhler. Heute stelle sich nicht mehr die Frage, wer wann wohin fahre.
„Die freundschaftlichen Beziehungen sind so gewachsen, dass es eine Selbstverständlichkeit geworden ist, dass man sich regelmäßig treffe und austausche“, stellte Marlene Altmann fest, die dem Unterausschuss für Städtepartnerschaften vorsitzt.
Gänsehaut machte sich breit gleich bei Beginn des zweiten Teils des Konzertes, das die Chöre nun gemeinsam gestalteten und mit dem Kyrie oder dem Benedictus begeisterte. Auf die vom Publikum geforderte Zugabe waren die Chöre nicht vorbereitet. „Da hab ich gar keine“, sagte Honsberg in bescheidener Nüchternheit. „Dann singen wir noch mal das „Danke Gott“, aber diesmal richtig laut.“ red
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