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24.10.2018

Haus am Park ist eine Institution


Bei der Feier zum 20-jährigen Bestehen wünschen Hans-Peter Gitzler (v.l.), Maria Reich, Klaus Mentrop, Elke Groß, Gabriele Gummel und Uwe Gohrbandt dem Haus am Park auch für die Zukunft alles Gute
Die city-nahe Wohnanlage für Seniorinnen und Senioren feiert ihr
20-jähriges Bestehen.

Haan – Die Gartenstadt ohne das Haus am Park an der Bismarckstraße 12a scheint heute schwer vorstellbar. Denn über zwei Dekaden hinweg haben viele haupt- und ehrenamtliche Wegbereiter und Wegbegleiter unermüdlich daran gearbeitet, die Senioren-Wohnanlage zu einer echten Institution in Haan zu machen. „Zu einem lebendigen Haus“, wie Gabriele Gummel als Pfarrerin und derzeitige Vorsitzende des Presbyteriums in ihrer Ansprache zum 20-jährigen Bestehen sagte. „Einem Haus einen lebendigen Geist verschaffen, können aber nur die Menschen“, stellte sie fest.
Unzählige Feste, Lesungen, Vorträge, Konzerte oder Kurse haben dem Haus diesen Geist eingehaucht. Sie haben das Haus zu einem Ort des selbstbestimmten Lebens im Alter und zu einem Ort der Gemeinschaft gemacht. „Und heute sind wir sehr froh, dass es das Haus am Park gibt,“ sagte Gummel. Dieser Satz scheint bemerkenswert, gemessen an dem, was Gummel nur einen Atemzug vorher erklärte. Dass die Anlage vermutlich nicht gebaut worden wäre, wenn sie und ihre Kollegen aus dem Presbyterium vorher gewusst hätten, welche Strapazen auf sie zukommen sollten.
Denn im Jahr 1995, zu Zeiten der ersten Planungen, war die Idee einer Senioren-Wohnanlage mit betreutem Wohnen neu. Niemand hatte Erfahrung mit dem Konzept. Und trotzdem entschied sich die Evangelische Kirchengemeinde zu diesem Schritt. Nach eingehenden Planungen verpachtete die Gemeinde das Grundstück zwischen Kaiserstraße, Park Ville d‘Eu und Bismarckstraße an ihre hundertprozentige Tochter, die Diakonie gGmbH, und schon ab 1997 rollten die ersten Bagger.
Elke Groß, die das Haus im Park zwanzig Jahre geleitet und als „Gute Seele“ geprägt hat, erinnerte sich. Schon in der Rohbauphase hätten sich die zukünftigen Mieter und Mieterinnen ihre Wohnungen ausgesucht. Hätten Mietverträge unterschrieben und ihre eigenen Häuser verkauft.
Aber als der Einzugstag, der 1. Oktober 1998 gekommen war, hätten die Mieter nicht einziehen können. „Da haben Treppengeländer gefehlt und die Wohnungen hatten teilweise noch Baufeuchte, so dass man nicht tapezieren konnte“, erinnerte sich Groß. In der Not mussten daher in der Anfangszeit viele Mieter in Hotels unterbracht werden.
Gertrude Hübner war damals unter den ersten Neuankömmlingen im Haus am Park. Sie hat noch einen Gutteil der weiteren Baumaßnahmen mitgemacht. Groß gestört hat es sie nicht. Viel stärker war ihr Fokus auf eine andere Sache gerichtet: „Wir neuen Mieter mussten uns ja erst mal orientieren“, sagt die heute 94-Jährige. „Das hat uns in der Gemeinschaft zusammengeschweißt“, sagte sie.
Trotzdem gab es am Anfang keine Freizeitangebote für die Mieter. Auch das Gemeindecafé, das jetzt schon seit Jahren in den festen Händen von Ehrenamtlern um Ulrike Recknagel ist, gab es noch nicht.
Dann habe man ein Kulturprogramm etabliert, blickte Elke Groß bei der Feier am vergangenen Samstag zurück. „Das Haus sollte dadurch wirklich zu einer offenen Begegnungsstätte für alle werden“, sagte sie.


Und was die ehemalige Leiterin persönlich eingeführt hat: die Mieterrunde. Bis heute klingelt dabei eine feste Gruppe an jedem Tag im Jahr morgens bei den Mietern. Einfach um zu hören, ob alles in Ordnung ist.
Für die Mieter und Mieterinnen waren damit die Unannehmlichkeiten der Einzugsphase bald vergessen. Getrude Hübner schätzt es bis heute sehr, im Haus zu wohnen. „Und dass es so city-nah ist“, sagte sie. „Ich kann mich selbst versorgen“.
Sollte doch etwas passieren, können die Bewohner viele Zusatzleistungen dazu buchen. Dabei sind viele Mieter beispielsweise froh, dass eine Pflegemöglichkeit durch die Diakoniestation im Haus jederzeit möglich ist. Nur eins der vielen Angebote, die damals schon den Mietern das Wohnen so angenehm wie möglich machen sollten.
Nur hinter den Kulissen rumorte es. Aufgrund der vielen Baumängel prozessierte die Evangelische Kirchengemeinde später gegen die Baugesellschaft GWG. Zwar endete das Verfahren laut Gabriele Gummel mit einem akzeptablen Vergleich. In den Folgejahren musste aber beispielsweise das Restaurant im Haus aus wirtschaftlichen Gründen schließen. Auch die gesamte Finanzierung des Hauses stand mehrfach auf der Kippe. „Aber aktuell ist das Haus auf solide Füße gestellt“, sagte der Vorsitzende des Aufsichtsrates der gGmbH, Uwe Gohrbandt. Er ist vor fünf Jahren zum Haus am Park gekommen.
Drei große Kostenblöcke waren ihm damals aufgefallen. „Aber am Personal verändern wir zum Beispiel nichts“, stellte Gohrbandt klar. Eine gute Betreuung stehe an erster Stelle. Das habe man ihm im Presbyterium deutlich gemacht.
Bei der Finanzierung jedoch konnte Gohrbandt eine Umschuldung erreichen, und auch bei den Reparatur- und Instandhaltungskosten sparen. „Da haben wir sogar Rücklagen bilden können“, sagte Gohrbandt am Samstag.
Auch Pfarrerin Gabriele Gummel blickt heute sehr optimistisch in die Zukunft. Das hat noch einen weiteren Grund: Da die Evangelische Kirchengemeinde Haan das Grundstück an die Diakonie gGmbH verpachtet und diese heute finanziell gut aufgestellt ist, gibt es Pachteinnahmen, die direkt der Gemeindearbeit zugutekommen. Nicht unerheblich in Zeiten rückläufiger Kirchensteuereinnahmen. „Und heute sind auch alle Wohnungen vermietet“, berichtete Maria Reich, die 2017 die Geschäftsführung des Hauses übernommen hat.
Insgesamt gibt es dabei in der Wohnanlage 58 Wohnungen, wovon eine ständig für Gäste zum Probewohnen freigehalten wird. „Und es gibt sogar eine Warteliste“, sagte Reich. Für die Zukunft will Reich sich weiter an den Bedürfnissen der Mieter und Mieterinnen orientieren. „Dazu werden wir zum Beispiel weiter Mieterbefragungen durchführen“, sagte Reich. Auch wolle sie das Angebot der Diakonie gGmbH vielleicht erweitern. Eventuell könnten im Gemeindehaus Seniorenwohnungen entstehen oder auch ein spezielles Betreuungsangebot für Demenzerkrankte. sk
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