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24.10.2018

Veloroute hat kaum Nutzwert


Der landschaftlich reizvolle Fuß- und Radeweg bei Wibbelrath gehört zur geplanten Veloroute, die die Nordbahntrasse in Wuppertal mit dem Radschnellweg in Düsseldorf verbinden soll. HT-Foto: Knut R
Die Stadt will den Radverkehr stärken. Vom Zubringer nach Düsseldorf profitiert sie nur am Rande.

Haan – 1,67 Millionen Euro lässt sich die Bundesregierung einen besonders gekennzeichneten Radweg kosten, der die Wuppertaler Nordbahntrasse in drei Jahren mit dem geplanten Düsseldorfer Radschnellweg verbinden soll. Auf Haaner Gebiet führt diese Veloroute ganz im Osten über die Niederbergbahn. Anfangspunkt ist die Kreuzung an der der aus Wuppertal-Vohwinkel kommende Waldweg auf die Wibbelrather Straße stößt. Über sie hinweg führt die Veloroute kurz Richtung Polnische Mütze und dann nach links über den bekannten Fuß- und Radweg nach Wibbeltrath, wo sie schon wieder auf Wuppertaler Stadtgebiet stößt. Unter der A 46 hindurch geht es weiter auf dem kleinen Westring zur L 357. Die muss derzeit noch an einer Ampel überquert werden, um auf die Solinger Korkenziehertrasse zu gelangen.
Auf dieser führt die Veloroute bis Gräfrath und dann auf schon vorhandenen Radwegen entlang der Hauptverkehrsstraßen durch die Stadtteile Wald und Ohligs nach Hilden. Von dort geht es weiter zum Bahnhof Düsseldorf-Benrath, wo der Zubringer auf den Radschnellweg RS 2 trifft, der auf zwei Ästen von Langenfeld und Monheim bis zur Heinrich-Heine-Universität und weiter ins Zentrum der Landeshauptstadt führen soll. Als Endpunkt der RS 2 ist sogar Neuss vorgesehen.
Velorouten sind gut markierte und ausgeschilderte Radwege, auf denen Radfahrer schnell, sicher und komfortabel vorankommen. Radler sollen, wenn möglich Vorfahrt haben. Velorouten sind zwar gut ausgebaut, von den Radschnellwegen unterscheiden sie sich aber, weil es für sie zum Beispiel im Hinblick auf die Breite keine ähnlich detaillierten Vorgaben gibt.
Gerade mal 500 Meter führt die Veloroute über Haaner Stadtgebiet. Das ist auch der Grund, warum sich die Gartenstadt nicht an den 186 000 Euro beteiligen muss, die die Anliegerstädte als Eigenanteil beisteuern müssen.
Darüber hinaus hat die Veloroute keinen großen Nutzwert für Fahrradfahrer aus Haan. Sie ist zwar vor allem im Abschnitt der Korkenziehertrasse landschaftlich schön, doch richtet sich das neue Wegeformat vor allem an Pendler, die täglich zu ihrer Arbeitsstelle und wieder zurück wollen. Für die ist es wichtiger, möglichst direkt und schnell ans Ziel zu kommen.
Dementsprechend können sie den Umweg durch Solingen weglassen und direkt nach Hilden fahren, um dort auf die Veloroute zu gelangen.
Dazu bieten sich natürlich die Radwege entlang der Elberfelder Straße (B 228) an.


Viele Radfahrer stören sich jedoch an dem starken Verkehr auf der Bundesstraße und die damit verbundenen Abgase. Sie haben schon jetzt die Möglichkeit nördlich der B 229 entlang des Sandbachs, durch den Hildener Stadtwald und verschiedene Wohngebiete ins Hildener Zentrum zu fahren, wo sie auf die Veloroute Richtung Benrath stoßen.
Diese Alternative soll künftig noch attraktiver werden. Denn laut Handlungskonzept Radverkehr und Fußgängerverkehr, das der Haaner Stadtrat am 4. Juli beschlossen hat, soll diese Strecke auf Haaner Seite bis ins Stadtzentrum fortgeführt werden. Darauf weist die Stadtverwaltung im Zusammenhang mit der neuen Veloroute noch einmal ausdrücklich hin.
Das Projekt „Fahrradfreundliches Sandbachtal“ sieht vor, den drei Meter breiten Weg vom Neuen Markt durch den Schillerpark und möglichst unter der Schillerstraße hindurch zum Sandbachtal zu führen.
Für den Rad- und Fußweg soll die zerstörte Brücke östlich der Böttinger Straße im Rahmen des Projekts neu errichtet werden. Die Unterquerungen der Böttinger Straße und der Bahngleise sollen attraktiver und heller gestaltet werden. Weiterhin ist eine Beschilderung als Orientierungssystem Bestandteil der Planung. Das gilt auch für eine Verbesserung der Querungssituationen an der Talstraße und der Hochdahler Straße. ate/ff
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