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04.10.2018

Schillerstraße wird nicht verbreitert


Problem erkannt: Die Baumscheibe (links) ist so knapp bemessen, dass die Wurzel die Bordsteine hochhebt. Um das Problem zu bannen und den Bäumen mehr Platz zu gewähren, sollen bei der Erneuerung der
Um an Fördermittel zu kommen, möchte die Verwaltung die Erneuerung um ein Jahr verschieben.

Haan – Wie kann die Schillerstraße ertüchtigt werden, ohne die sie säumenden Bäume in Mitleidenschaft zu ziehen? Diese schwierige Aufgabe beschäftigt die Stadtverwaltung schon seit Jahren. Sie ist auch heute wieder Thema im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr. Sitzungsbeginn ist um 17 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses.
Aktueller Stand: Der Stadtverwaltung liegt ein aktuelles Baumgutachten des Fachbüros Danielzik Leuchter + Partner vor, worin die Qualität der Bäume insgesamt als gut bezeichnet wird. Die Baumscheiben – das sind die nicht-gepflasterten Standorte der Bäume – entlang der durchschnittlich 13 Meter breiten Schillerstraße erlaubten den fast 70 Jahre alten Bäumen aufgrund ihrer vergleichsweise kleinen Flächen zwar nur eine Mangelversorgung, dies hätte jedoch noch nicht zu einem sogenannten Kümmerwuchs geführt, heißt es in der Expertise.
Das bestätigt die Auffassung der Verwaltung, dass die Erhaltung möglichst vieler Bäume eine zentrale Aufgabe beim Ausbau der Schillerstraße ist. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die für eine Innenstadt bemerkenswerte Allee durch das Landesnaturschutzgesetz geschützt ist. Andererseits lässt die Bedeutung der stark frequentierten Schillerstraße für den innerstädtischen Verkehr weder die Einrichtung einer verkehrsberuhigten Zone noch die einer Einbahnstraße zu.
Der Plan: Weil der Umbau keinesfalls zulasten des fließenden Verkehrs erfolgen soll, schlägt die Verwaltung vor, die Fahrbahn der Schillerstraße in ihnen jetzigen Ausmaßen zu erneuern.


Änderungen soll es dagegen vor allem am Bürgersteig geben. Und zwar soll der bestehende Bordstein durch einen wesentlich schmaleren ersetzt werden. Die Vorderkante des neuen Bordsteins würde deckungsgleich mit dem heutigen Naturbordstein positioniert. Die Hinterkante des neuen Bordsteins soll deutlich von der des größeren Naturbordsteins abrücken. So könnten die Oberfläche der Baumscheiben erweitert und die Daseinsbedingungen der Bäume deutlich verbessert werden.
Wann der Umbau beginnen kann, ist allerdings noch offen. Grund: Für den Abschnitt, in dem die zu erneuernde Schillerstraße das Sandbachtal überquert, wird über den Bau einer Brücke nachgedacht. Weil es wegen der unter der Brücke geplanten Radtrasse möglicherweise Zuschüsse vom Bund gibt, möchte die Verwaltung die Gesamtmaßnahme auf der Schillerstraße statt 2019 erst 2020 in Angriff nehmen. Dann sollte feststehen, ob Haan für die mit rund 600 000 Euro veranschlagte Brücke Fördermittel bekommt. Immerhin übernimmt der Bund im günstigsten Fall bis zu 70 Prozent der Baukosten.
Was die Dimension der Brücke anbelangt, möchte die Stadtverwaltung weit über die prognostizierte Minimallösung hinausgehen. Die hatte die Ingenieurgesellschaft Schüßler-Plan in einer Machbarkeitsstudie skizziert. Sie geht von einer lichten Länge des Bauwerks von 6,50 Metern aus.
Doch das reicht den Stadtplanern nicht. Der gewünschte Effekt einer Einheit von Schillerpark und Sandbachtal würde ihrer Ansicht nach auf diese Weise nicht erzielt. Daher empfehlen sie eine deutlich größere Spannweite der Brücke. Vorbilder könnten die Brücke an der Neustraße oder die Bogenbrücke am Neanderthal-Museum in Mettmann sein. Bei diesen Lösungen könnte der Sandbach nicht nur in einem Kanal offengelegt, sondern sogar naturnah ausgebaut werden. ff
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