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26.09.2018

Rathaus soll moderner und effektiver werden


Carsten Butz vom Personalrat der Stadtverwaltung Haan bespricht mit Olaf Tödter und Simone Drechsler vom Haaner Gebäudemanagement die Raumbedarfsplanung eines möglichen neuen Rathauses. HT-Foto: A.
Rat könnte noch im Oktober den Neubau des Rathauses für
rund 30 Millionen Euro beschließen.

Haan - Dass das Haaner Rathaus in die Jahre gekommen ist und längst nicht mehr den Anforderungen einer modernen Verwaltung, den Ansprüchen qualifizierter Mitarbeiter und auch dem Brandschutz, der derzeit kostenintensiv nachgerüstet werden muss, genügt, dürfte jedem klar sein, der hin und wieder einen Abstecher in das historische Gebäude macht.
„Es riecht in manchen Diensträumen schimmelig und muffig. Diesen Eindruck nehmen die Bürger mit nach Hause, wenn sie im Rathaus waren. Aber die Haaner Verwaltung ist nicht schimmelig und muffig“, erläuterte Bürgermeisterin Bettina Warnecke bei einem Pressetermin einen Grund, warum ein Neubau des Rathauses angeraten ist.
Im Unterausschuss für Organisation, Personal und Controlling am Dienstag, 18. September hat das Gebäudemanagement der Stadt Haan einen Beschlussvorschlag vorgelegt, mit dem die Verwaltung beauftragt wird auf der Grundlage eines vorgelegten Raum- und Funktionsprogramms „einen zentralen Rathausneubau für die Haaner Stadtverwaltung als Gesamtvergabe mit externer Unterstützung bis zur versandfertigen Ausschreibung vorzubereiten“.
Für Planung und Vorbereitung der Vergabe des Rathausneubaus sollen Haushaltsmittel in Höhe von 800.000 Euro in den Haushalt 2019 eingestellt werden. Die Beschlussvorlage wurde einstimmig mit Ja beschieden.
Die Beschlussvorlage bezieht sich auf ein Raum- und Funktionsprogramm, für das im Vorfeld die Verwaltungsmitarbeiter befragt wurden. Demnach soll als Standort eine zentrale Lage bevorzugt werden, wo genau dies sein könnte, dazu durfte sich die Verwaltung zum Zeitpunkt des Pressegespräches noch nicht äußern. Derzeit befinden sich die Büros der Stadtverwaltung nicht nur am Standort an der Kaiserstraße 85, sondern darüber hinaus in Liegenschaften an der Alleestraße und an der Dieker Straße (VHS) sowie in der ehemaligen Landesfinanzschule. Hinzu kommen noch verschiedene angemietete Flächen und Container.
„Ein zentrales Rathaus birgt viele Vorteile, sowohl für die Verwaltungsmitarbeiter als auch für die Bürgerinnen und Bürger“, sagt Carsten Butz vom Personalrat. Die Wege beispielsweise seien deutlich kürzer. Die Belegschaft präferiere ein repräsentatives und bürgernahes Rathaus mit offenen freundlichen Räumen. Ein Thema sei auch die Barrierefreiheit, die in weiten Teilen des Rathauses oder den Liegenschaften nicht oder nur teilweise gewährleistet ist.
Auch die mittlerweile in die Jahre gekommene Technik spiele eine Rolle, ganz besonders aber, dass das derzeit vorhandene Raumangebot einfach zu klein geworden sei im Laufe der Jahrzehnte, betont Butz.
„Vertrauliche Gespräche sind unter den derzeitigen Bedingungen nur schwer möglich, einen Besprechungsraum gibt es gar nicht, und Sonderräume beispielsweise für Wahlen müssen jedes Mal erst mühsam geschaffen werden“, sagt der Personalratsvorsitzende. Simone Drechsler nennt ein weiteres Beispiel: „Das Trauzimmer ist oft viel zu klein, so dass in den Sitzungssaal des Rathauses ausgewichen werden muss“. Und Dr. Jürgen Simon beschreibt die Ist-Situation der Wirtschaftsförderung: „Wir sind im zweiten Stock unter dem Dach. Mal abgesehen davon, dass die Temperaturen im Sommer hier grenzwertig sind, teilen sich fünf Kollegen vier Durchgangsräume um mit unterschiedlichstem Publikum umzugehen“. In den Räumen der Wirtschaftsförderung werden unter anderem Tickets für die Veranstaltungen der städtischen Kulturarbeit verkauft, aber auch ansiedlungswillige Unternehmer müssten hier empfangen werden. „Das mache ich schon gar nicht mehr“, sagt Simon. Er suche sich andere repräsentativere Räume, die zudem auch die Vertraulichkeit des gesprochenen Wortes garantieren.
Wirtschaftlichkeit ist ein weiteres Stichwort, das für einen Rathausneubau zu sprechen scheint - Stichwort Brandschutz.
Die Verwaltung wurde mit Ratsbeschluss bereits im März 2016 beauftragt, im Rahmen einer vergleichenden Wirtschaftlichkeitsuntersuchung Handlungsalternativen für die räumliche Unterbringung der Haaner Stadtverwaltung vorzulegen.
Im Rahmen der ersten vergleichenden Wirtschaftlichkeitsuntersuchung wurde festgestellt, dass - langfristig betrachtet - der Neubau eines Verwaltungsgebäudes - unabhängig von dem potenziellen Standort - gegenüber dem Weiterbetrieb der Bestands-Verwaltungsgebäude für die Stadt immer eine Variante mit dem geringeren Ressourcenverbrauch ist und somit - neben im Bestand allein gar nicht realisierbaren funktionalen Anforderungen - eine wirtschaftliche Lösung darstellt. Ein Rathausneubau würde nach den Erkenntnissen der Bedarfsplanung auf 10.300 Quadratmetern Bruttogeschossfläche eine Nutzfläche von rund 6.000 Quadratmetern haben, neue Räume für die Volkshochschule sind in diesem Konzept bereits eingearbeitet, wobei die VHS weiterhin die Küche im Schulzentrum an der Walder Straße für ihre Kurse nutzen würde.
Die Pläne sehen weiterhin vor, dass das historische Rathaus in der Rathauskurve als denkmalgeschütztes Gebäude Bestand haben wird und möglicherweise einem anderen Nutzen zugeführt wird. Weiterhin erwartet die Verwaltung energetische Einsparungen durch neue Techniken. „Instandhaltungskosten in den historischen Gebäudeteil zu stecken ist sinnvoll, bei allen anderen Gebäuden der Verwaltung ist es sprichwörtlich herausgeschmissenes Geld“, sagt Simone Drechsler.
Der Neubau des Rathauses wird derzeit auf rund 29 Millionen Euro geschätzt. Vorbehaltlich der Zustimmung des Rates Ende Oktober könnte im Jahr 2021 mit der Bauausführung begonnen werden. agr
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