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09.08.2018

Anwohner ärgern sich über Schäden


Lars Sprengel, Andreas Preuß und Peter Kirberg vor dem Haus an dem ein Teil der Verkleidung fehlt und die Treppe ungleiche Stufen hat. HT-Foto: Antje Götze-Römer
Die Bauarbeiten an der Polnischen Mütze sollen erhebliche Schäden an Gebäuden verursacht haben.

Haan - Die Anwohner der Gräfrather Straße 5 bis 27 (gegenüber der Schallschutzwand) sind derzeit nicht gut zu sprechen auf das Tiefbauamt der Stadt Haan, die Firma Strabag, die die Bauarbeiten an der Polnischen Mütze ausgeführt hat, sowie deren Versicherer.
„Durch Erdbewegungen, Erschütterungen, die Verdichtung des Materials unter der Straßendecke und unsachgemässes Ablagern der Baumaterialien ist hier einiges kaputt gegangen“, sagt Anwohner Sebastian Kirberg, der seit 15 Jahren an der Gräfrather Straße wohnt. Peter Kirberg hat sogar länger als 50 Jahre in einem der Häuser dort gewohnt, es gehört ihm immer noch, ist jetzt aber vermietet. „Das Haus widersteht seit 100 Jahren allen äußeren Kräften, aber jetzt sind Risse entstanden“, und zwar im Inneren seines Hauses und auch an der Außenfassade. Allein an seinem Haus hat Sebastian Kirberg mindestens sechs solcher Schäden festgestellt und diese am 18. Dezember 2017 der Stadt Haan gemeldet mit der Bitte um Begutachtung und Schadensregulierung.
Auch andere Anwohner klagen über Schäden an den Gebäuden. Oder über Veränderungen, die während des Ausbaus der polnischen Mütze vorgenommen worden seien.
„Der Bürgersteig ist jetzt rund 10 Zentimeter höher als in der Planung, dadurch sind die Stufen an der Treppe zum Haus jetzt unterschiedlich hoch“, sagt beispielsweise Lars Sprengel. Und eine Außenverkleidung, die wegen der Verlegearbeiten des Bürgersteiges entfernt wurde, sei entgegen der Zusage der Stadt Haan, dass den Anwohnern keine Kosten durch die Baumaßnahme entstehen würden, nicht ersetzt worden. Außerdem rechnet Sprengel damit, dass bei einem der nächsten Starkregen Wasser in den Keller läuft, weil der Bürgersteig nun höher ist. „Ich habe mir zum Schutz Sandsäcke gekauft“, sagt er.
Das Tiefbauamt habe die Beschwerden der Anwohner - neben Sebastian und Peter Kirberg sowie dem Ehepaar Sprengel sind noch Sabine Reifenrath, Andreas Preuß und Ralf Nieswandt entweder als Mieter oder Eigentümer betroffen - an die Strabag und an die Stadtwerke Haan weitergeleitet, worauf hin Ortsbesichtigungen stattgefunden haben. Es folgte ein Hin- und Hergeschiebe von Zuständigkeiten, glaubt Peter Kirberg, und mündete in einem Gutachten, wonach die Schäden konstruktionsbedingt entstanden seien - nach teilweise 100 Jahren. Allerdings weiß Kirberg dies nur aus einem offiziellen Schreiben der Versicherung.
Peter Kirberg hat nun einen Anwalt eingeschaltet, um zunächst Einsichtnahme in das Gesamtgutachten zu erhalten. „Wir wollen kein Geld, wir wollen, dass die Schäden behoben werden“, sagen die betroffenen Anwohner.
Eine Stellungnahme der Stadt Haan stand bei Redaktionsschluss noch aus. agr
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