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06.06.2018

Den Friedhof einmal anders erleben


Gabriele Haage und Bernhard Zipper hoffen auf viele Besucher, die sonst eher nicht auf den Friedhof gehen, denn der Friedhof hat durchaus auch landschaftspflegerischen Charakter. HT-Foto: Antje Götze
Am Samstag, 9. Juni findet der erste Tag der Haaner Friedhöfe statt. Es soll nicht der Letzte bleiben.

Haan - Mit dem ersten gemeinsamen „Tag der Haaner Friedhöfe“, der am Samstag, 9. Juni von 10 bis 17 Uhr auf dem Evangelischen Friedhof an der Alleestraße stattfindet, laden die Evangelische und Katholische Kirche sowie die Stadtverwaltung Haan zu einem Informationstag ein, der alle zwei Jahre stattfinden soll.
Bestattungsunternehmen werden sich an diesem Tag ebenso präsentieren wie Steinmetze, Gärtnereien und Floristen. „Wir wollen die Bürgerinnen und Bürger möglichst umfassend zu den Themen Friedhof und Bestattung informieren“, sagen Gabriele Haage und Bernd Zippert, die als Presbyter der Evangelischen Kirche mit dem Friedhof an der Allestraße betraut sind.
Dahinter steckt tendenziell die Idee, dass „es angenehmer ist, sich mit dem Thema Friedhof jetzt zu befassen“, und nicht erst, wenn der Ernstfall eingetreten ist. Dies, obwohl der Tod und alle tangierenden Themenbereiche immer noch zu den Tabus in der Gesellschaft gehören. „Wir wollen versuchen, diese Themen ein wenig zu enttabuisieren“, sagen Haage und Zippert. Oftmals sei der Friedhof ein „Ort des Schreckens“. Darum wollen die Macher der Veranstaltung, zu denen auch Torsten Rekindt von der Stadtverwaltung gehört, versuchen einen anderen Zugang zum Friedhof zu ermöglichen. Darum findet er auch gerade jetzt, in der sonnigen und hellen Zeit statt, und nicht im grauen November.
„Wir wollen Menschen erreichen, die sonst nicht mit dem Thema Friedhof zu tun haben“, sagt Bernd Zippert. Und Gabriele Haage ergänzt: „Sie sollen einen ersten Schritt wagen“.
Die Aktionen, die am kommenden Samstag auf dem Friedhof angeboten werden, sind so auch eher unüblich für die ansonsten „ernste“ Umgebung. „Dabei hat der Friedhof so viele wunderschöne Stellen“, schwärmt Gabriele Haage.
Die Kirchen werden Infostände aufstellen, ebenso wie die Christliche Hospiz- und Trauerbegleitung. Ein Steinmetz wird zeigen, wie er einen Grabstein fertigt, ein Columbariumfach wird geöffnet. Auch ein Grab soll an diesem Tag zu Infozwecken ausgehoben werden. „Die Besucher können sich an dem Tag auch mal vor Ort über die verschiedenen Grabarten informieren“, ergänzt Gabriele Haage, die hofft, dass „die Menschen in einer lockeren Art und einer guten Atmosphäre über ein Thema ins Gespräch kommen, über das sonst gerne geschwiegen wird“.
Ausdrücklich sind auch Kinder zu dem Aktionstag willkommen. Die Organisatoren haben sich für die kleinen Besucher ein Ratespiel ausgedacht. Und Kaffee und Kuchen gibt es natürlich auch - aber ganz sicher keinen Beerdigungskuchen. agr
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