home Haaner Treff - Haaner Treff
28.03.2018

„Haan ist keine Fahrradstadt“


Im Schulzentrum an der Walder Straße konnten sich interessierte Bürgerinnen und Bürger informieren. HT-Foto: Antje Götze-Römer
Am vergangenen Donnerstag, 22. März fand im Schulzentrum eine Information für Bürger statt.

Haan - In Haan werden nur vier Prozent der täglichen Wege mit dem Fahrrad bewältigt.
Zu dieser Feststellung kommt das Ingenieurbüro Runge aus Düsseldorf in dem von ihm entwickelten Handlungskonzept Rad- und Fußgängerverkehr (Verkehrsentwicklungsplan für die Stadt Haan, Stufe II, VEP).
Dieses stellten Hans-Rainer Runge und Petra Kröber am Donnerstag, 22. März in der Aula des Schulzentrums an der Walder Straße der Öffentlichkeit als Maßnahme der Bürgerbeteiligung vor.
Etwa 20 Interessierte sowie ein gutes Dutzend Haaner Mandatsträger folgten dem Vortrag der Mitarbeiter des Ingenieurbüros. Die Moderation des Abends hatte Jörg Dürr (SPD) als stellvertretender Vorsitzender des zuständigen Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr (SUVA) übernommen. Guido Mering vom Tiefbauamt, Peter Sangermann vom Amt für Stadtplanung und Bauaufsicht sowie Bürgermeisterin Bettina Warnecke standen für Fragen zur Verfügung.
Im Gegensatz zu Haan, sagt Runge, werden in Monheim beispielsweise 10 Prozent der Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt, 7 Prozent sind es im gesamten Kreis Mettmann. Monheim liegt damit exakt im Bundesschnitt, aber deutlich unter dem deutschen Spitzenreiter Greven mit 23 Prozent (TU Dresden 2013).
„Durch die topographische und siedlungstrukturelle Situation in Haan aber auch durch eine untergeordnete Priorität in der Stadtverkehrsplanung, hat sich in der Vergangenheit der Fußgängerverkehr und der Fahrradverkehr nicht seinem Potenzial entsprechend entwickelt“, sagt Runge. Nach seinen Einschätzungen könne der Prozentsatz in Haan verdoppelt werden. Dazu aber bedürfe es entsprechender Maßnahmen.
Die Fahrradnutzung hänge davon ab, wo und wie der Radverkehr geführt wird, wie geschlossen das Netz ist und wie sicher die Radverkehrsanlagen sind und wahrgenommen werden.
Besonders im Schülerverkehr und im Alltagsverkehr innerhalb eines Entfernungsbereichs von bis zu fünf Kilometern bestehe ein hohes Aktivierungspotenzial für den Radverkehr in Haan. Ziel der Planungen im Radverkehr sei die Schaffung eines zusammenhängenden und sicheren Radverkehrsnetzes.
Fußgängerverkehr, sagen die Planer, sei der wesentliche Bestandteil der städtischen Mobilität. „Fußgänger sind in der Planung gleichwertig zu berücksichtigen und nicht als Randerscheinung zu behandeln“.
Eine Gehwegbreite von mindestens zwei Metern sollte zur Verfügung stehen, für Kinderwagen, Rollatoren, nebeneinander Gehen und Begegnen und als Komfortgewinn wird zusätzlicher Raum benötigt. Allerdings: „Im Rahmen des VEP Teil II wird kein komplettes Fußgängerkonzept vorgestellt. Vielmehr werden neuralgische Punkte betrachtet. Dieses betrifft im Speziellen Defizite in sicheren Querungsmöglichkeiten: die Querung der Martin-Luther-Straße in Höhe der Bismarckstraße und die Querung der Ittertalstraße in Höhe der Kehre“.
Die vom Ingenieurbüro erarbeiteten möglichen Maßnahmen wurden in der Aula des Schulzentrums vorgestellt und mit dem derzeitigen Ist-Zustand verglichen.
Bezüglich des Fahrradverkehrs kommen die Planer zu dem Ergebnis, dass kein geschlossenes Radwegenetz für den Alltagsverkehr im Stadtgebiet angeboten wird. „Für den VEP Teil II wird ein Radverkehrskonzept bearbeitet dessen Ausgangspunkte die weiterführenden Schulen, sowie die Haaner Innenstadt sind“, erklärte Runge. Ausgehend von diesen wichtigen Zielen des Radverkehrs erfolgte eine detaillierte Bestandsaufnahme. Es wurden Mängel und Konflikte dargelegt.
Die Führung von Radwegeverbindungen innerhalb von Grünzügen erfüllt die Ansprüche einer guten Fahrradachse in hohem Maße. „Durch die Haaner Kompaktheit gibt es für den Alltagsradverkehr wenig Möglichkeiten abseits der Verkehrsstraßen zu fahren. Eine Ausnahme bildet die Radwegeachse durch das Sandbachtal“, erklärte der Gutachter.
Und weiter: „Die Nutzung von Hauptverkehrsstraßen lässt sich in Haan jedoch schwer vermeiden und sollten auch nicht als Bestandteile eines Radverkehrsnetzes vermieden werden, da wichtige Quellen und Ziele des Radverkehrs an den Hauptstraßen liegen.
Die Haaner Innenstadt mit Einzelhandel und Verwaltung erstreckt sich entlang der B 228, Bahnhofstraße und Kaiserstraße. Auch der Bahnhof und mehrere Nahversorgungsmärkte reihen sich entlang der B 228“.
Die vorgeschlagenen Maßnahmen entlang der genannten Bereiche wurden vorgestellt. Das Gesamtkonzept mit anschaulichen Erläuterungen und Bebilderungen ist auf der Internetseite der Stadt Haan www.haan.de abrufbar.
Anregungen und Anmerkungen zu dem Konzept können noch bis Freitag, 6. April an das Amt für Stadtplanung und Bauaufsicht gesendet werden (E-Mail: planungsamt@stadt-haan.de). agr
Zurück