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28.02.2018

Simone Drechsler kommt für Ute Eden


Die Architektin und Immobilienfachfrau Simone Drechsler steht seit Jahresbeginn 2018 an der Spitze der Gebäudemanagements der Stadt Haan. HT-Foto: Friedhelm Funk
Seit Jahresbeginn ist das Ressort GebäudeManagement in Haan mit Simone Drechsler wieder besetzt.

Haan - Zeit ist Geld. Bei Gebäuden lässt sich das gut beobachten. Das Haaner Rathaus, zu Kaisers Zeiten erbaut, ist ein Fixpunkt im Stadtbild. Markante Fassade, imposantes Treppenhaus, im Ratssaal fällt das Sonnenlicht durch die bunten Motive der historischen Fenster.
Engin Alparslan schätzt das alles, wenn er hier ein- und ausgeht. Gleichzeitig empfindet er Unbehagen. Dem Technischen Beigeordneten der Verwaltungsspitze ist bewusst: Im Haaner Rathaus sitzt er mittendrin im Sanierungsstau. Ein Zustand, der in gut der Hälfte aller 40 Gebäude in der Obhut der Stadt zu beklagen ist. Der nagende Zahn der Zeit.
Simone Drechsler gehört seit Jahresbeginn der Verwaltung der Gartenstadt als Gebäudemanagerin an. Die Neubesetzung wurde notwendig, weil die Vorgängerin Ute Eden nach 17 Jahren das Haaner Rathaus im September 2017 verlassen hat. Es gab zehn Bewerber.
Drechsler überzeugte am Ende die Stadtspitze. Sie ist ausgebildete Architektin und Immobilienwirtin, hat als Bauleiterin diverse Schul- und Verwaltungsbauten hochgezogen und verfügt über Erfahrung „in der Revitalisierung“, wie sie das bei ihrer öffentlichen Vorstellung nennt, von Bestandsimmobilien. Zusätzlich kennt sie sich im Dschungel des Fondsmanagements aus.
Im Gebäudemanagement der Stadt Haan arbeitet sie mit 15 Mitarbeitern zusammen. Zu den Aufgaben zählt auch der Einsatz des Personals, das für Sauberkeit und Funktion von insgesamt 100.000 Quadratmeter genutzter Fläche im öffentlichen Eigentum sorgt.
Der Neubau des Gymnasiums im Volumen von 35 Millionen Euro ist das derzeit größte kommunale Projekt. Plus weiterer akuter Maßnahmen in Schulen und Kitas, die im Haushalt fix eingestellt und demnach sicher finanziert sind.
Was lockt eine gestandene Fachkraft wie Simone Drechler aus der Privatwirtschaft ins Haaner Rathaus? Bisher habe sie nur mitgewirkt, die Dinge auf den richtigen Weg bringen. Nun sei sie die Chefin. Vielleicht spielt auch das Bekenntnis des Technischen Beigeordneten eine Rolle. Bauen, Renovieren und Sanieren sei einzig und allein eine Frage des Bedarfs und nicht, ob gerade Geld vorhanden ist oder nicht.
Der Standpunkt ist bemerkenswert für kommunale Entscheidungsträger, offenbar aber neu. Die Sünden der Vergangenheit spiegeln sich im akuten Handlungsbedarf wider.
Haan verfuhr wie die meisten Städte in Deutschland nach der Formel: Ist kein Geld da, wird nichts gemacht. Stehen Mittel zur Verfügung, holt man am liebsten alles auf einmal nach. Was oft in Flickschusterei endet.
Engin Alparslan erinnert sich an den ersten Besuch des Gymnasiums an der Adlerstraße. „Das war unterirdisch!“ Er habe sich gefragt, wie es möglich ist, dass es derart heruntergekommene Schulen in Deutschland gibt. Gott sei Dank schließe der anstehende Neubau das düstere Kapitel bald ab.
Bürgermeisterin Bettina Warnecke ist zuversichtlich, dass sie den Haushalt 2019 ausgeglichen präsentieren wird unter Berücksichtigung der eingestellten Planungskosten für die umfassende Renovierung des Rathauses und die Erweiterung der Haaner Gesamtschule - der nächste Schritt auf dem Weg zur Revitalisierung öffentlicher Gebäude. Was zeigt: Kommt Zeit, kommt Geld. Manchmal jedenfalls. ffu
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