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07.02.2018

Brandstiftung löst Großeinsatz aus


Das einsturzgefährdete Gebäude konnte nur von außen gelöscht werden. Über einen Teleskopmast suchte die Feuerwehr später nach weiteren Brandnestern. HT-Foto: Feuerwehr Haan
Bei einem Brand an der Böttingerstraße waren bis zu 90
Kräfte von DRK und Feuerwehr im Einsatz.

Haan - Ein Brand in einem Firmengebäude an der Böttingerstraße hat am Sonntag, 4. Februar große Teile eines Büro- und Lagerkomplexes zerstört. Mittlerweile steht fest: Das Feuer wurde vorsätzlich gelegt.
Um 6 Uhr morgens waren einem Autofahrer die Flammen in dem Gebäude aufgefallen. Er hat sofort die Feuerwehr informiert.
Beim Eintreffen der ersten Kräfte stand eine Lagerhalle des Betriebs für Computerzubehör bereits auf einer Fläche von rund 20 mal 20 Metern in Vollbrand. Daher wurde Sirenenalarm in Haan und Gruiten ausgelöst, um alle verfügbaren Kräfte zu erreichen.
Kurz darauf wurde über die Kreisleitstelle zudem überörtliche Unterstützung angefordert. Die von dort entsandte Einheiten der Feuerwehren kamen aus Erkrath und Hilden.
Das Feuer drohte schon in einer sehr frühen Phase auf eine angebaute Halle des selben Betriebs mit einer Grundfläche von rund 50 mal 20 Metern überzugreifen. Daher widmeten sich die Einsatzkräfte zunächst diesem Gefahrenschwerpunkt. Das Dach des benachbarten Objektes wurde zwar durch die Flammen erfasst, durch den massiven Einsatz von Löschwasser konnte die Ausbreitung auf das Objekt jedoch verhindert werden.
Die Einsatzstelle wurde in zwei Abschnitte gegliedert. Der vollständig brennende Gebäudeteil, in dem zahlreiche Paletten mit Druckerpapier und Multifunktionsgeräten lagerten, konnte nicht mehr betreten werden, weil Einsturzgefahr drohte.
Die übrigen Gebäudebereiche wurden von den Einsatzkräften der Feuerwehren begangen und kontrolliert. In diesen Teilen des Betriebes wurden ebenfalls Multifunktionsgeräte gelagert und bearbeitet, außerdem befanden sich hier die Büros der Mitarbeiter. Diese wurden durch Rauch- und Rußeinwirkung erheblich in Mitleidenschaft gezogen, zudem drang Löschwasser ein. Das Dach musste auf der Suche nach Brandnestern unter dem Einsatz von Wärmebildkameras zum Teil geöffnet werden.
Im Verlauf des Einsatzes wurden parallel bis zu sieben C-Rohre und ein B-Rohr sowie elf Atemschutztrupps eingesetzt; außerdem erfolgte ein Löschangriff über einen Teleskopmast auf das Dach.
Mit dessen Hilfe wurden gesichert Arbeiten auf dem Dach ausführt, um weitere vom Brand betroffene Bereiche zu suchen. Dabei musste das Dach zum Teil auch von außen geöffnet werden. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) unterstützte die Feuerwehren durch einen Rettungs- und einen Krankenwagen im Rettungsdienst. Außerdem übernahm das DRK die Versorgung der Einsatzkräfte. In der Spitze waren 90 Einsatzkräfte vor Ort. Gegen 15 Uhr konnte der größte Teil des Personals von der Einsatzstelle abberufen werden. Zunächst verblieb eine Brandwache mit zwei Fahrzeugen vor Ort, um möglicherweise auflodernde Brandnester schnell entdecken und ablöschen zu können. Eine eingerichtete Sperrung der Böttingerstraße konnte zu diesem Zeitpunkt wieder aufgehoben werden.
Nach Rücknahme aller Maßnahmen zeigte sich, dass neben der durch den Vollbrand zerstörten und einsturzgefährdeten Lagerhalle auch das angebaute Betriebsgebäude durch das Feuer erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden ist.
Über das Dach hat sich der Brand ins Innere ausgebreitet, wurde dort aber durch einen massiven Löschangriff unter Kontrolle gebracht, so dass der mit einem Sheddach versehene Anbau gehalten werden konnte. Das dortige Lagergut wurde durch Hitze und Ruß zerstört.
An der Einsatzstelle musste ein Angehöriger der Feuerwehr vom Rettungsdienst untersucht werden, weil er Brandrauch eingeatmet hatte. „Er ist aber wohlauf und blieb unverletzt“, berichtet der Pressesprecher der Feuerwehr Haan, Mirko Braunheim. Am Montag, 5. Februar wurde der Schadensort von Brandexperten des Kommissariats 11 in Mettmann genauer untersucht.
Dabei kamen die Kriminalisten zu dem Ergebnis, dass das Feuer in der Lagerhalle durch Brandstiftung verursacht wurde. Konkrete Hinweise auf einen oder mehrere Tatverdächtige liegen zurzeit aber noch nicht vor.
Die Ermittlungen im eingeleiteten Strafverfahren wegen Brandstiftung dauern an. Sachdienliche Hinweise dazu nimmt die Polizei in Haan, Telefon 02129/9328-6480, jederzeit entgegen. Der entstandene Gebäude- und Gesamtsachschaden beziffert sich nach ersten Schätzungen auf circa 200.000 Euro. red/agr
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