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31.01.2018

Polizei nimmt Verdächtige aus Haan fest


Möglicherweise, um Spuren verschwinden zu lassen, zündeten die Täter das Haus des Opfers am Hermann-Löns-Weg an. HT-Foto: Polizei Mettmann
Der brutale Überfall auf einen 82-Jährigen aus Haan im Mai vorigen Jahres scheint nun aufgeklärt zu sein.

Haan - Dass der Fall aufgeklärt werden konnte, liege nicht zuletzt an wertvollen Hinweisen aus der Bevölkerung, sagte Landrat und Chef der Kreispolizeibehörde Thomas Hendele.
Am Donnerstag, 25. Januar hatte Oberstaatsanwalt Wolf-Tillmann Baumert von der Staatsanwaltschaft Wuppertal zu einer Pressekonferenz in das Dienstgebäude der Kreispolizeibehörde am Adalbert-Bach-Platz in Mettmann geladen, um vom Fahndungserfolg im aufsehenerregenden Fall des im Mai 2017 überfallenen Haaner Rentners zu berichten.
Wie auch der Haaner Treff berichtet hatte, war das 82-jährige Opfer am 31. Mai 2017 in seinem Haus am Hermann-Löns-Weg zunächst überfallen und stundenlang malträtiert worden. Schließlich haben die Täter den Mann mit Benzin übergossen und das Haus angezündet. Erst in letzter Sekunde konnte er befreit werden.
„Die Brutalität hat uns betroffen gemacht“, sagte Thomas Hendele.
Nun hat die Polizei fünf dringend Tatverdächtige ausgemacht. Vier von ihnen wurden erst in der vergangenen Woche festgenommen. Der mutmaßliche Haupttäter, ein Mitarbeiter der Haaner Stadtverwaltung, sitzt bereits wegen anderen Delikte, die ihm zur Last gelegt werden, seit September des vergangenen Jahres in Untersuchungshaft in Hagen. Ihm wird, neben der Haupttäterschaft des brutalen Überfalls in Haan, die Beteiligung an mehreren Überfällen auf Geldtransporter vorgeworfen.
Hauptkommissar Marc Möller berichtet von den Zeugenaussagen: ein Paar habe einen Mann beobachtet, der stundenlang bei praller Sonne in einem Smart gesessen und das Haus des Opfers beobachtet habe. Außerdem habe eine Frau zwei Männer und eine Frau gesehen, die sich nur wenige hundert Meter vom Tatort entfernt am Tatort verdächtig benommen hätten.
Und auch das Opfer des Überfalls konnte offensichtlich wertvolle Hinweise liefern: Tage vor dem Überfall habe es eine angebliche Kontrolle mit Grundstücksbegehung seitens der Stadt Haan gegeben. Dabei sei ihm auch die fehlende und sonst übliche Beschriftung auf dem Fahrzeug der angeblichen städtischen Mitarbeiter aufgefallen.
Die Kriminalpolizei machte sich auf die Suche und konnte so am Dienstag, 23. Januar vier Tatverdächtige, eine Frau und drei Männer aus Haan und Erkrath zwischen 34 und 52 Jahren an ihren Wohnorten festnehmen.
Der hauptverdächtige Mitarbeiter des Tiefbauamtes Haan ist ebenso wie seine mutmaßlichen Komplizen bis dato nicht vorbestraft. Alle fünf schweigen bis jetzt zu den gegen sie erhobenen Vorwürfen.
Die Polizei hofft nun auf weitere Zeugenaussagen und hat Fotos des Diebesgutes, das die Täter am 31. Mai 2017 erbeuteten veröffentlicht.
Unter anderem handelt es sich dabei um vier wertvolle Uhren, von denen eine besonders auffällig ist. Sie trägt chinesische Schriftzeichen, und soll hierzulande extrem selten sein.
Die Polizei erhofft sich, dass die Uhren jemandem zum Kauf angeboten wurden und bittet darum, dass sich diese Personen melden.
Bürgermeisterin Dr. Bettina Warnecke ließ nur wenige Stunden nach der Pressekonferenz am vergangenen Donnerstag verlauten: „Die grausame Tat im Mai vergangenen Jahres und die Tatsache, dass es sich bei dem Hauptverdächtigen um einen Mitarbeiter der Stadt Haan handelt, hat mich tief betroffen gemacht.
Gerade in Haan, wo jeder jeden kennt, ist so etwas kaum zu fassen. Umso wichtiger sind die schnellen Ermittlungserfolge, die in der heutigen Pressekonferenz vorgestellt wurden.“
Die Stadt Haan dankt den Ermittlern, die durch ihre hervorragende Arbeit die Tatverdächtigen sehr schnell ermitteln konnten. Die Verwaltung der Stadt Haan wird die Ermittlungsbehörden in der Aufklärung des Falles „selbstverständlich weiterhin unterstützen“. Die Stadt Haan müsse das weitere Ermittlungsverfahren abwarten. Sie vertraue auf die bisher sehr gute Arbeit der Polizei und der Staatsanwaltschaft und hofft auf eine baldige Urteilsfindung. agr
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