Haaner Tafel hat einen neuen Standort

Nach fast 20 Jahren unter dem Dach der Freien Evangelischen Gemeinde geht es in neuen Räumen an der Memeler Straße weiter.

Von Antje Götze-Römer
Haan – Fast 20 Jahre lang war die Freie evangelische Gemeinde Haan (FeG) ein verlässlicher Ort für die Lebensmittelausgabe der Tafel Haan. Am Dienstag, 29. September, ist dort der letzte Ausgabetag gefeiert worden. Vertreter der Tafel nutzten den Termin, um sich bei Menschen und Institutionen zu bedanken, die die Arbeit über viele Jahre unterstützt haben.
Die erste Ausgabe der Tafel Han in den Räumen der FeG an der Ellscheider Straße fand am 17. Oktober 2006 statt. Seitdem haben Ehrenamtliche dort Woche für Woche Lebensmittel an Kundinnen und Kunden ausgegeben. Anfangs seien es rund 20 Menschen gewesen, inzwischen liege die Zahl zeitweise bei bis zu 180. Für die Ausgabe wird derzeit ein kleines Entgelt von drei Euro erhoben.
Die FeG hatte der Tafel die Räume über viele Jahre kostenlos zur Verfügung gestellt. Pastorin Marie Franke betonte die gute Zusammenarbeit: „Wir sind sehr froh über die 20-jährige Zusammenarbeit mit der Tafel.“
Der frei werdende Raum soll künftig innerhalb der Gemeinde anders genutzt werden. Unter anderem können die Pfadfinder den Raum wechseln; auch für weitere Angebote wie Selbsthilfegruppen oder Spieleabende ergeben sich neue Möglichkeiten.
Für die Tafel bedeutet der Umzug vor allem eine große organisatorische Entlastung. Bislang waren Lager und Ausgabe getrennt. Das kostete Zeit und Kraft. Im Gespräch mit unserer Zeitung wird klar, wie groß der Aufwand Woche für Woche war. Von Montag bis Samstag werden Fahrten erledigt, um Lebensmittelspenden einzusammeln, unter anderem auch für die Tafeln in Hilden und Solingen. Rund 150 Tonnen Ware würden pro Jahr bewegt, pro Woche kämen etwa 1000 Kilometer Fahrten zusammen. Manche Kisten müssten bis zu 20 Mal angefasst werden. Das soll sich in den neuen Räumen ändern.
Mit dem 6. Oktober 2026 beginnt für die Tafel Haan eine neue Zeitrechnung: Dann findet die Ausgabe erstmals in den neuen Räumen an der Memeler Straße 20 statt. Dort sind Lager und Ausgabe künftig an einem Ort vereint.
Die neuen Räume bringen allerdings auch finanzielle Herausforderungen mit sich. Nach Angaben von Sven Nienaber, Geschäftsführer des SKFM Hilden-Haan, fallen künftig monatlich 2.800 Euro Miete an.
Dem steht ein wöchentlicher Umsatz der Tafel von etwa 400 bis 450 Euro gegenüber. Die Differenz muss über Spenden und Förderungen finanziert werden.
„Davon könnten wir noch jede Menge gebrauchen“, sagte Pressesprecher Harry Schmelzer.