Polizeiwache: Baustelle kommt wieder in Bewegung
An der Baustelle Kaiserstraße 21 soll es weitergehen. Nach langen Verzögerungen nennt die Stadt nun Gründe.
Von Antje Götze-Römer
Haan – Die Baulücke an der Kaiserstraße 21 liegt mitten in Haan. Seit Monaten ist sie in der Innenstadt sichtbar – und seit Jahren politisch ein Thema. Dort soll die neue Bezirks- und Schwerpunkt-Dienststelle der Kreispolizei Mettmann entstehen. Diskutiert wurde das Projekt auch deshalb, weil die Baukosten in der Vergangenheit im Zusammenhang mit den inzwischen per Bürgerentscheid gestoppten Plänen für einen Rathausneubau standen.
Für die Sitzung des Bau-, Vergabe-, Feuerschutz- und Ordnungsangelegenheiten-Ausschusses (BVFOA) am Dienstag, 15. September, hatte die FDP-Fraktion erneut nach dem Stand gefragt. Sie wollte wissen, warum auf der Baustelle so lange nichts voranging und wie es nun weitergeht.
Bereits seit 2024 hatte die Fraktion mehrfach nachgehakt. Noch im März 2026 hatte die Verwaltung erste Vergaben ab dem ersten Quartal und den Baubeginn für das zweite Quartal angekündigt. Sichtbare Fortschritte blieben danach jedoch aus.
In ihrer Antwort nennt die Stadt vor allem Schwierigkeiten mit dem ursprünglich beauftragten Architekturbüro als Grund für die Verzögerungen. Das Büro habe im Dezember 2025 angekündigt, keine weiteren Planungs- und Ausführungsbesprechungen mehr wahrzunehmen. Außerdem habe es ein Leistungsverzeichnis für die erweiterten Rohbauarbeiten vorgelegt, das aus Sicht der Verwaltung nicht ausreichte.
Probleme mit der Planung
Die Projektleitung habe die Unterlagen deshalb selbst überarbeiten müssen. Dabei seien weitere Mängel in der Ausführungsplanung aufgefallen. Auch diese habe das frühere Architekturbüro nach Darstellung der Verwaltung nicht beheben wollen. Zudem habe es mitgeteilt, nicht mehr mit den Fachplanern und dem künftigen Mieter kommunizieren zu wollen.
Nach juristischer Prüfung trennte sich die Stadt von dem Büro und suchte ein neues. Den Zuschlag erhielt ein ortsnahes Architekturbüro. Doch auch dort zeigte sich beim Einstieg in das Projekt, dass in der bisherigen Planung weitere erhebliche Defizite steckten. Das habe den Start der Bauarbeiten zusätzlich verzögert.
Inzwischen gibt es nach Angaben der Verwaltung wieder regelmäßige Abstimmungen mit Fachplanern, Nutzer und Bauherrin. Die Baustelle sei bereits durch den Rohbauer eingerichtet worden. Wegen der Haaner Kirmes habe man entschieden, mit den Arbeiten an Fundamenten und Stahlbau erst danach zu beginnen. Die Aufmaße für den Stahlbau konnten Anfang September genommen werden. Dabei geht es um die Abfangung der städtischen Außenwand.
Entscheidung im Rechtsstreit
Auch im Rechtsstreit um das Nachbargebäude Kaiserstraße 23 gibt es laut Verwaltung eine Entscheidung. Die Berufung der Beklagten sei zurückgewiesen worden. Nach Darstellung der Stadt steht damit fest, dass die Beklagten der Klägerin alle bereits entstandenen und noch entstehenden Kosten erstatten müssen, die für die Sicherung des Nachbargebäudes im Zuge des Neubaus notwendig sind.
Hintergrund ist, dass der Neubau der Polizeiwache nur umgesetzt werden kann, wenn das angrenzende Gebäude statisch ausreichend gesichert ist. Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen laut Verwaltung ebenfalls die Beklagten.
Die FDP wertet die Antwort der Stadt als wichtige Klarstellung. „Damit ist nachvollziehbar, warum das Projekt erheblich ins Stocken geraten ist. Gleichzeitig zeigt die Antwort, dass unsere wiederholten Nachfragen nach dem tatsächlichen Projektstand berechtigt waren“, erklärt Martin Ricker, Vertreter der FDP im Ausschuss. Rat und Ausschüsse müssten bei einem für Haan so wichtigen Projekt künftig frühzeitig und ungeschönt über solche Probleme informiert werden.
Zugleich begrüßt die FDP, dass nun wieder Bewegung erkennbar sei. Entscheidend sei nach den Verzögerungen, dass es jetzt tatsächlich weitergehe und „aus der Baulücke endlich wieder ein funktionierendes Gebäude“ werde, so Ricker.
Nach Angaben der Verwaltung sieht der aktuelle Terminplan vor, dass die Baumaßnahme etwa ein halbes Jahr vor der geschuldeten Übergabe an die Kreispolizeibehörde abgeschlossen sein soll. Ein konkretes Datum für diese Übergabe nennt die Antwort der Verwaltung nicht.
