Skateboards statt Langeweile
Rund 25 Kinder und Jugendliche nahmen in Haan an einem zweitägigen Skateboard- Workshop teil.
Von Sylke Jacobs
Haan – Felix stellt den hinteren Fuß auf das Ende seines Skateboards, das sogenannte Tail. Den vorderen Fuß zieht er leicht in die Mitte. Die Rollen klackern kurz über den Boden – dann hebt das Brett für einen Moment ab. Felix hat gerade einen „Ollie“ geschafft. Für geübte Skater gehört der kleine Sprung zum Repertoire, für Anfänger ist er eine echte Herausforderung.
Während Felix sein eigenes Skateboard mitgebracht hatte, begann der Workshop für andere erst einmal mit dem Zusammenbau der Boards. Die achtjährige Holly schraubte konzentriert an ihrem Skateboard. Unterstützung bekam sie dabei von Coach Anas Azarkan.
Das Zusammenschrauben gehörte in diesem Jahr erstmals zum Programm des zweitägigen Workshops, den die Stadt Haan gemeinsam mit Westenergie und der Initiative Skate-aid am Dienstag, 18. August, und Mittwoch, 19. August, veranstaltete. Rund 25 Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 16 Jahren nahmen an dem Ferienangebot teil.
„Dieses Jahr ist der Start etwas anders als im vergangenen Jahr“, sagte Philipp Strompen von der Jugendhilfeplanung der Stadt Haan. „Die Kinder und Jugendlichen bauen ihr Board selbst zusammen – das schafft eine ganz andere Verbindung zum eigenen Board.“
Auch Coach Anas Azarkan sieht darin einen Vorteil: „Die Bretter sind blanko. Dadurch haben die Kinder die Möglichkeit, ihr Board individuell zu gestalten – zum Beispiel mit Farbe oder Stickern.“
Eigentlich sollte der Workshop auf dem Skatepark an der Landstraße stattfinden. Wegen des Regens wurde die Veranstaltung jedoch kurzfristig in die Pausenhalle der Grundschule an die Steinkulle verlegt. Mobile Rampen und Skate-Equipment sorgten dafür, dass die Kinder und Jugendlichen auch dort fahren, ausprobieren und trainieren konnten.
Einige Teilnehmer, darunter Linus und Abdul, waren bereits im vergangenen Jahr dabei. „Letztes Jahr konnten wir direkt auf die Skateboards“, erinnerte sich Linus. Den Skatepark fand er allerdings noch etwas cooler.
Westenergie unterstützt den Workshop mit rund 4.500 Euro. Das Unternehmen organisiert die Skateboard-Workshops gemeinsam mit Skate-aid bereits seit mehreren Jahren in verschiedenen Kommunen. In Haan fand das Angebot zum zweiten Mal statt.
„Uns geht es darum, Bildung, Sport und gesellschaftliches Miteinander zu fördern“, sagte Judith Meuter von Westenergie.
„Beim Skaten lernen Kinder und Jugendliche, sich zu motivieren, hinzufallen und weiterzumachen.“ Auch Westenergie-Kommunalmanager Frithjof Gerstner zeigte sich beeindruckt: „Es ist schön zu sehen, mit wie viel Spaß die Kinder starten – trotz des Regens. Mich begeistert, dass sie auch handwerklich gefordert werden.“
Bürgermeister Vincent Endereß bezeichnete den Skate-Workshop als Bereicherung für die Stadt: „Die Kinder und Jugendlichen erleben Bewegung, Spaß und Gemeinschaft. Gleichzeitig stellen sie sich Herausforderungen, probieren Neues aus – und gewinnen Selbstvertrauen.“
Am Ende blieb für die Teilnehmer nicht nur die Erinnerung an zwei Tage mit Skaten, Grillen und viel Spaß. Jedes Kind durfte auch das selbst zusammengeschraubte Skateboard mit nach Hause nehmen.
