100 Jahre Hundesport mit Herz

Haaner Verein setzt auf Teamarbeit 
zwischen Mensch und Hund, Gemeinschaft und jede Menge Bewegung.

Von Susanne Schaper
Haan – Ein Jahrhundert Vereinsgeschichte, unzählige ehrenamtliche Arbeitsstunden und viel Leidenschaft für den Hundesport: Die Ortsgruppe Haan des Vereins für Deutsche Schäferhunde blickt in diesem Jahr auf ihr 100-jähriges Bestehen zurück.
Eigentlich sollte das Jubiläum bereits am 27. Juni gefeiert werden. Doch die hochsommerlichen Temperaturen machten den Verantwortlichen einen Strich durch die Rechnung. Das Fest wurde auf den 12. September verschoben.
„Die Entscheidung ist uns schwergefallen. Wir hatten alles vorbereitet. Letztendlich standen die Sicherheit unserer Besucher und das Wohlergehen der Tiere über allem“, sagt der zweite Vorsitzende Andreas Lengnowski.

Die Geschichte der Ortsgruppe reicht bis zum 23. Januar 1926 zurück. Damals gründeten elf Schäferhundfreunde den Verein. Das erste Vereinsheim entstand in Eigenleistung am Frankenberg, der heutigen Walder Straße. Auch die Haaner Ortsgruppe litt unter den Folgen des Zweiten Weltkriegs. Besonders die Beschaffung von Futter für die Hunde war in der Nachkriegszeit schwierig. Bereits Anfang 1946 trafen sich die Hundefreunde jedoch wieder und bauten das Vereinsleben Schritt für Schritt neu auf.
Es folgten Prüfungen, Schauen und sportliche Erfolge. Gleichzeitig musste der Verein mehrfach seinen Standort wechseln. Erst 1991 fand die Ortsgruppe ihre dauerhafte Heimat: Die Stadt Haan verpachtete das heutige Vereinsgelände an der Gruitener Straße 55. Die Mitglieder verwandelten es in vielen ehrenamtlichen Arbeitsstunden in einen Hundeplatz mit Vereinsheim.
Auch inhaltlich hat sich der Verein verändert. Längst versteht sich die Ortsgruppe nicht mehr ausschließlich als Schäferhundverein. Heute sind Hunde aller Rassen willkommen.
„Jeder Hund ist willkommen – egal ob groß oder klein, langhaarig oder kurzhaarig. Wichtig ist nur, dass er gesund ist“, betont Lengnowski.
Das Angebot reicht von Welpenspielstunden über Grunderziehung und Hundesport für jedermann bis hin zu Agility, Obedience und klassischer Gebrauchshundeausbildung.
Beim Agility bewältigen Mensch und Hund gemeinsam einen Parcours mit Hürden, Tunneln, Wippen oder Slalomstrecken. Beim Obedience geht es um präzise Zusammenarbeit und das Reagieren auf kleinste Signale.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht allein der sportliche Ehrgeiz, sondern das Miteinander von Mensch und Hund. „Es geht darum, Teams zu bilden“, erklärt Lengnowski. Hundebesitzer sollten lernen, ihre Tiere besser zu lesen. „Viele versuchen, mit ihrem Hund auf menschlicher Kommunikationsebene zu sprechen. Hunde verstehen aber oft viel besser kleine Gesten oder Blicke.“
Schon in den ersten Stunden auf dem Hundeplatz werde dafür der Grundstein gelegt. Die Trainer begleiten die Teilnehmer von der Welpenspielstunde bis zum Grunderziehungskurs. Oft genügten zehn bis fünfzehn Trainingseinheiten, damit Halter das Erlernte im Alltag selbstständig umsetzen könnten. „Wir möchten nicht, dass die Menschen dauerhaft von uns abhängig sind“, sagt Lengnowski. „Unser Ziel ist Hilfe zur Selbsthilfe.“

Neben der Ausbildung engagiert sich die Ortsgruppe auch als Ansprechpartner rund um den Hund. Schulklassen besuchen das Vereinsgelände, außerdem gibt es Seminare und Schulungen, etwa für Briefzusteller oder Feuerwehren.
Auch der Austausch mit anderen Ortsgruppen gehört dazu. Besonders eng ist die Zusammenarbeit mit der Ortsgruppe Sprockhövel.
Lengnowski selbst fand den Weg zum Hund, als das erste Kind kam. Seine Frau sei mit Hunden aufgewachsen, erzählt er. Schnell sei klar gewesen, dass ein Schäferhund zur Familie gehören solle. Sein Fachwissen eignete er sich über Jahre durch Fachkongresse und den Austausch mit erfahrenen Hundetrainern an.
Heute zählt der Verein 17 Mitglieder. Darüber hinaus nutzen auch Hundebesitzer die offenen Kurse, ohne Mitglied zu sein.
Wer den Verein besucht, merkt schnell: Hier geht es längst nicht nur um Schäferhunde oder sportliche Erfolge. Im Mittelpunkt stehen Freude an der gemeinsamen Arbeit, gegenseitiger Respekt und die Überzeugung, dass gutes Hundetraining immer auch die Menschen bewegt.