Katholische Pfarrei Haan vor Fusion: Gemeindeleben soll erhalten bleiben
Die katholischen Pfarreien in Haan, Erkrath, Hochdahl und Hilden sollen zum 1. Januar 2028 organisatorisch zusammengeführt werden.
Von Antje Götze-Römer
Haan – Die geplante Neuordnung der katholischen Pastoralen Einheit „im neanderland“ ist einen weiteren Schritt vorangekommen. Wie der leitende Pfarrer Michael Mohr und Barbara Dannhäuser für das Koordinierungsteam mitgeteilt haben, haben im Juni 2026 alle Kirchenvorstände der vier Pfarreien in der Pastoralen Einheit entsprechende Beschlüsse gefasst.
Dem Erzbischof von Köln wurde empfohlen, die Pfarreien in Erkrath, Hochdahl und Haan aufzulösen und sie zum 1. Januar 2028 an die Pfarrei St. Jacobus Hilden anzuschließen.
Auch die Pfarrgemeinderäte und das Pastoralteam haben demnach gleichlautende Voten abgegeben. Die Beschlüsse und Empfehlungen wurden fristgerecht zum 30. Juni 2026 an das Erzbistum Köln weitergeleitet. Sie seien Ergebnis „intensiver und mehrjähriger Beratungen“ in den Gremien der Pastoralen Einheit „im neanderland“.
Wie die neue Pfarrei ab 2028 heißen wird, ist noch offen. Nach Angaben der Verantwortlichen sollen die drei Kommunen Erkrath, Haan und Hilden aber“ selbstverständlich Teil des Namens“ werden.
Auf Anfrage unserer Zeitung erklärt Pfarrer Michael Mohr, was die empfohlene Auflösung der Haaner Pfarrei konkret bedeutet. Für das Gemeindeleben in Haan sieht er durch die Fusion zunächst keine unmittelbaren Einschnitte.
„Das Gemeindeleben vor Ort in Haan, wie auch in Hilden, Hochdahl und Alt-Erkrath, ist nicht von der Fusion betroffen“, sagte Mohr. Die Fusion sei „in erster Linie eine Änderung der Verwaltungsstruktur und keine Änderung des pastoralen Lebens vor Ort“. Dort, wo Lebendigkeit sei, bleibe es lebendig, „so wie in Haan“.
Auch die Haaner Kirchenstandorte, Angebote, Gruppen und Ansprechpersonen sollen nach Mohrs Angaben erhalten bleiben. Auf die entsprechende Frage antwortet er: „Kurz gesagt: ja.“
Gleichzeitig verweist der leitende Pfarrer darauf, dass die katholische Kirche – ebenso wie die evangelische Kirche – vor erheblichen Herausforderungen stehe. Veränderungen in den kommenden Jahren seien daher nicht ausgeschlossen. Diese würden aber nicht durch die Fusion ausgelöst, sondern durch allgemeine Entwicklungen wie den Rückgang der Gläubigenzahlen sowie sinkende personelle und finanzielle Ressourcen.
Auch beim Pfarrbüro beziehungsweise bei einer verlässlichen Anlaufstelle in Haan soll es durch die Fusion zunächst keine unmittelbaren Änderungen geben. „Ja. Auch in der Bürolandschaft ergeben sich durch die Fusion keine unmittelbaren Änderungen“, erklärt Mohr.
Für viele Gemeindemitglieder dürfte das eine wichtige Nachricht sein: Die kirchlichen Angebote und Ansprechpartner vor Ort sollen demnach nicht durch die organisatorische Neuordnung verschwinden.
Über die Fusion entscheidet letztlich der Erzbischof von Köln. Zunächst werden die Voten und Beschlüsse aus den Gremien vor Ort im Erzbistum aufbereitet. Anschließend wird der Priesterrat beteiligt, auch der zuständige Weihbischof gibt ein Votum ab.
Nach Einschätzung von Pfarrer Mohr wird die Entscheidung noch in diesem Jahr fallen, allerdings erst gegen Ende des Jahres. Künftig wird die neue Pfarrei einen gemeinsamen Kirchenvorstand und einen gemeinsamen Pfarrgemeinderat haben. Dennoch sollen die Anliegen der einzelnen Gemeinden vor Ort weiterhin eine Rolle spielen.
Mohr betont, ihm sei wichtig, „dass sich in den Gemeinden vor Ort Menschen engagieren“ – etwa in Ortsausschüssen des Pfarrgemeinderats oder des Kirchenvorstands, in Chören, Gebetsgruppen, bei Treffen und in weiteren Gruppen.
Ziel sei es, mit den neuen Gremien Wege zu finden, damit diese Gruppen die nötigen Ressourcen und Freiheiten erhalten, „die im Rahmen der gesamten Planung darstellbar sind“.
Für Haan bedeutet das: Die organisatorische Zugehörigkeit könnte sich ab 2028 ändern, das kirchliche Leben vor Ort soll aber weiter stark von den Menschen getragen werden, die sich bereits heute in der Gemeinde engagieren.
