Rathausneubau wird Teil 
der Innenstadtplanung

Der Haaner Rat hat beschlossen, die Standortsuche für ein neues Rathaus mit der weiteren 
Innenstadtentwicklung zu verknüpfen.

Von Antje Götze-Römer
Haan – Der Haaner Rat hat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause am Dienstag, 7. Juli, die weitere Vorgehensweise für einen möglichen Neubau eines Verwaltungsgebäudes festgelegt.
Die Standortdiskussion wird nun in den laufenden Prozess zur Fortschreibung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes ( ISEK) für die Innenstadt eingebunden. Damit soll die Debatte über mögliche Standorte nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit der künftigen Entwicklung der Innenstadt geführt werden.
Hintergrund ist der Bürgerentscheid zum Rathausneubau Anfang 2026. Danach wurde eine Arbeitsgruppe aus Politik, Verwaltung und Vertretern der Bürgerschaft gebildet. Sie sollte Vorschläge für die künftige Unterbringung der Verwaltung erarbeiten.
Parallel dazu bereitet die Stadt Haan ein neues ISEK für die Innenstadt vor. Es soll das bisherige Innenstadtkonzept an aktuelle Herausforderungen anpassen und die Voraussetzungen für weitere Städtebauförderung sichern.
Die möglichen Standorte aus der Arbeitsgruppe Rathausneubau werden nun im Rahmen der ISEK-Rahmenplanung überprüft. Dazu gehören die Rathauskurve, der Bereich Windhövel/Unterer Neuer Markt mit neuem Planungsansatz und die Alleestraße.
Zusätzlich wird außerhalb der Rahmenplanung auch ein Standort auf der „Grünen Wiese“ betrachtet. Die Entscheidung soll nicht allein nach der Flächenverfügbarkeit getroffen werden. Berücksichtigt werden sollen auch städtebauliche, verkehrliche, freiraumplanerische, funktionale und nutzungsbezogene Aspekte.

Bürgermeister Vincent Endereß zeigte sich im Gespräch mit dem Haaner Treff „sehr zufrieden“ mit dem Ergebnis des Ratsbeschlusses. Die Planungen gingen nun klar in Richtung eines Zweckbaus beziehungsweise Bürogebäudes. Einen klassischen Rathaus-charakter werde das Gebäude nicht mehr haben. Immerhin müssten rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rathauses untergebracht werden.
Zur Variante „Grüne Wiese“ verweist Endereß auf mehrere Nachteile. Dazu zählten die Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Nahverkehr, die Frage, wie zusätzlicher Parkraum geschaffen werden könne, sowie die Attraktivität der Stadt Haan als Arbeitgeberin. Er wisse, dass die Beschäftigten im Rathaus die Nähe zur Innenstadt schätzten, etwa um in den Pausen Besorgungen zu machen oder gastronomische Angebote zu nutzen. Auch Bürgerinnen und Bürger wüssten die Innenstadtnähe zu schätzen.
Für einen möglichen Neubau legt der Rat außerdem eine Planungsgröße fest. Künftig sollen 85 Prozent der benötigten Arbeitsplätze der betreffenden Standorte nach dem Stellenplan 2027 zugrunde gelegt werden. Die Verwaltung begründet diese Quote mit der bestehenden Nutzung von alternierender Telearbeit. Nach Angaben der Verwaltung haben derzeit 65 Prozent der Mitarbeitenden, deren Arbeitsplatz dafür geeignet ist und die für einen Umzug in ein neues Verwaltungsgebäude infrage kommen, eine entsprechende Vereinbarung. Im Durchschnitt arbeiten sie 1,65 Tage pro Woche in Telearbeit.
Auch bei den baulichen Standards und beim Raumprogramm soll reduziert werden. Das Stadtarchiv soll nur noch optional berücksichtigt werden; die Verwaltung sucht parallel nach einer separaten Lösung. Die VHS Hilden-Haan soll künftig mit einem Flächenbedarf von etwa 220 bis 250 Quadratmetern eingeplant werden.
Ein neuer Ratssaal ist nicht vorgesehen, dadurch reduziert sich die benötigte Fläche von rund 224 Quadratmetern auf etwa 80 Quadratmeter. Auch auf einen Stadtbalkon und ein neues Trauzimmer wird verzichtet. Der Eingangsbereich soll kleiner und funktional geplant werden.

Bei der Fassade soll ein wirtschaftlicher energetischer Standard mit Blick auf die Lebenszykluskosten gelten. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, eine mögliche Nutzung von Erdwärme und eine Sommerkühlung bleiben Grundlage der Planung.
Vorgesehen sind außerdem eine Photovoltaikanlage mit Speicher sowie ein extensives Gründach. Auf einen vollflächigen Hohlraumboden und eine fest eingebaute Notstromversorgung soll verzichtet werden; stattdessen ist eine Einspeisemöglichkeit für externe Generatoren vorgesehen.
Für die zusätzliche Entwicklung von Standortkriterien und die Prüfung der Rathausstandorte hat die Verwaltung eine unverbindliche Kostenschätzung eingeholt. Die Kosten werden auf etwa 18.000 bis 21.000 Euro geschätzt. Nach Angaben der Verwaltung stehen dafür Haushaltsmittel im Bereich „Räumliche Planung und Entwicklung“ zur Verfügung.