TSV Gruiten bangt um neues Sportheim
Wenige Wochen vor der geplanten Einweihung des neuen Sportheims machte ein folgenschwerer Wasserschaden alle Pläne zunichte.
Von Susanne Schaper
Gruiten – Von außen präsentiert sich das neue, holzverkleidete Gebäude des Turn- und Sportvereins (TSV) Gruiten am Sportplatz 6 bereits als modernes Schmuckstück. Eine Wärmepumpe und eine Photovoltaikanlage sorgen für eine nachhaltige Energieversorgung, große Fenster, auch im Dach, lassen viel Tageslicht in die Räume. Nach sieben Jahren Planung, Verhandlungen und unzähligen Stunden ehrenamtlicher Arbeit sollte am vergangenen Samstag, den 4. Juli eigentlich ein Eröffnungsempfang für Vertreter der Stadtverwaltung und Mitglieder der Ratsfraktionen stattfinden. Das Catering war bestellt, die Vorbereitungen abgeschlossen.
Doch Ende Mai kam der Schock: Eines Morgens stand das gesamte Erdgeschoss unter Wasser. Vermutlich war eine Wasserleitung, die in das Gebäude führt, beschädigt worden und hatte das Sportheim vollständig geflutet. Erst in den folgenden Tagen wurde das gesamte Ausmaß des Schadens deutlich. Nach ersten Schätzungen beläuft sich dieser auf einen hohen sechsstelligen Euro-Betrag.
Seitdem laufen umfangreiche Trocknungsarbeiten. Mehr als 20 Bautrockner sind derzeit im Einsatz. Weil die Bodenplatte auf einer dichten Folie gegen aufsteigendes Grundwasser errichtet wurde, konnte das Wasser nicht im Untergrund versickern. Stattdessen staute es sich unter dem Bodenaufbau. Teile des gerade erst verlegten Bodens mussten deshalb wieder entfernt werden. Trockenbauwände wurden geöffnet und teilweise abgebaut, frisch verlegte Fliesen mussten abgeschlagen werden. Immerhin gibt es auch eine gute Nachricht: Der hochwertige Holzboden im Gastraum blieb von den Wassermassen verschont.
Trotz der ernüchternden Situation nutzte der TSV den ursprünglich geplanten Eröffnungstermin, um Interessierten das Gebäude und die entstandenen Schäden zu zeigen. Rund 30 Besucher machten sich vor Ort ein Bild von der Lage.
„Es ist extrem frustrierend“, beschreibt Geschäftsführerin Katrin Driesen die Stimmung im Verein. „Wir waren fast fertig.“ Eigentlich sollte in diesen Tagen die bestellte Küche eingebaut werden. Auch die Gestaltung des Gastraums und des Mehrzweckraums stand unmittelbar bevor.
Nun liegen diese Arbeiten zunächst auf Eis. Noch ist unklar, wie groß die Folgeschäden tatsächlich sind. Die Ergebnisse einer Untersuchung auf mögliche Schimmelbelastung steht noch aus. Immerhin gibt es bereits eine Zusage der Gebäudeversicherung, die Kosten für den Schaden zu übernehmen.
Wann das Sportheim tatsächlich genutzt werden kann, ist derzeit offen. Im günstigsten Fall könnte die Eröffnung Ende September erfolgen. Sollte sich jedoch herausstellen, dass umfangreichere Sanierungsmaßnahmen notwendig sind, würde sich die Fertigstellung deutlich verzögern. Eine Idee für den Neustart gibt es dennoch bereits: Ende dieses Jahres oder Anfang 2027 möchte der TSV einen Neujahrsempfang im neuen Sportheim veranstalten sofern das Gebäude bis dahin bezugsfertig ist.
Für den größten Verein Gruitens ist der Rückschlag besonders bitter. Sieben Jahre lang kämpfte der TSV um einen Ersatz für das baufällige Sportheim aus den 1920er Jahren.
Nach langen Verhandlungen mit der Stadt Haan und intensiven Diskussionen über die Finanzierung konnte schließlich ein Erbpachtvertrag geschlossen werden. Erst danach war der Neubau möglich, für den knapp vier Millionen Euro investiert wurden.
Neben den finanziellen Herausforderungen steckte der Verein unzählige ehrenamtliche Stunden in Planung, Baubegleitung und Eigenleistungen. Umso größer ist nun die Enttäuschung über den unerwarteten Rückschlag.
Mit etwas Galgenhumor erzählt Katrin Driesen von einem Besucher, der bei der Besichtigung meinte: „Sieben Jahre hat es bis hierher gedauert, da passt es fast, dass es jetzt nicht ganz reibungslos zu Ende geht.“ Für den TSV bleibt dennoch die Hoffnung, dass der Traum vom neuen Sportheim schon bald doch noch Wirklichkeit wird.
