„Sind froh, den Standort gefunden zu haben“
Auf 7.500 Quadratmetern entsteht im Technologiepark Haan eine moderne Produktionsstätte mit Büroeinheit.
Von Sylke Jacobs
Haan – Als die Geschäftsführer der Firma Alexander Flocke-Wupperhof, Thomas Pavkovic und Nenad Pavkovic am Montag, 8. Juni, beim Spatenstich im Technologiepark über ihr neues Unternehmensprojekt sprachen, war die Vorfreude darauf deutlich spürbar. Auf einem 7500 Quadratmeter großen Grundstück entsteht eine neue Produktionsstätte mit Büroeinheit.
„Wir sind froh, diesen Standort im Haaner Technologiepark gefunden zu haben“, sagte Thomas Pavkovic. Ausschlaggebend seien die zentrale Lage, die gute Verkehrsanbindung und die Möglichkeit gewesen, die Infrastruktur des Unternehmens an zukünftige Anforderungen anzupassen.
Das traditionsreiche Unternehmen mit Wurzeln in Leichlingen und Solingen errichtet an der Oberbergischen Allee 4 ein modernes Werk in Stahlskelettbauweise.
Besonderes Augenmerk liegt auf einer durchdachten Logistik: Anliefernde Lastwagen werden über eine separate Zufahrt direkt zur Halle geführt, können dort entladen werden und das Gelände ohne Wendemanöver wieder verlassen. Durch dieses kreisförmige Prinzip könne Rückstau vermieden werden, erläuterte Architekt und Bauleiter Idris Öksüz.
Der Neubau ist auch eine Folge der Flutkatastrophe 2021. Damals wurde die Produktionsstätte des Unternehmens am jetzigen Standort vollständig überflutet. Der Betrieb ruhte rund neun Monate.
„Alles war ruiniert – die ganze Firma“, erinnert sich Nenad Povkovic. Maschinen mussten gereinigt, instandgesetzt und schrittweise wieder in Betrieb genommen werden. Lange sei unklar gewesen, ob die Produktion überhaupt fortgeführt werden könne.
Die Erfahrungen von damals hätten jedenfalls die Entscheidung für einen Umzug beschleunigt. Nach mehreren Standortgesprächen in Städten im Umkreis, sei man in Haan auf offene Türen gestoßen.
Die Alexander Flocke Wupperhof GmbH & Co. KG hat sich auf die Hontechnologie spezialisiert – ein hochpräzises Feinbearbeitungsverfahren für metallische Werkstoffe. Das Unternehmen, dessen Geschichte mehr als hundert Jahre zurückreicht, arbeitet unter anderem für den Maschinenbau, die Automobilindustrie, Medizintechnik sowie weitere industrielle Zweige.
Mit insgesamt zehn Beschäftigten zählt der Betrieb zu den kleineren mittelständischen Unternehmen der Region.
Bürgermeister Vincent Endereß begrüßt die Neuansiedlung sehr: „Das Interesse am Technologiepark ist in den vergangenen Jahren wieder gestiegen. Die Stadt setzt bewusst auf technologieorientierte mittelständische Unternehmen, mit gewerblichem Anteil.“ Entscheidend sei, dass die Ansiedlungen auch langfristig funktionierten, betonte Endereß.
Mit der Umsetzung des Bauprojekts wurde die GKB General-Kontrakt-Bau GmbH & Co. aus Langenfeld beauftragt. Geschäftsführer Marco Lages sieht die Stärke seines Unternehmens vor allem in der engen Zusammenarbeit regionaler Gewerke. „Da alle Beteiligten aus der Region kommen, können wir schnell kommunizieren und das Projekt im Zeit- und Kostenrahmen umsetzen“, sagte er.
Laut Zeitplan soll das Gebäude Ende April 2027 fertiggestellt sein. Derzeit sind die ersten Fundamentarbeiten sichtbar – zuvor wurden 500 LKW-Ladungen Erde von regionalen Partnern angeliefert und eingearbeitet.
In der neuen Halle werden künftig hochmoderne NC-gesteuerte Maschinen zum Einsatz kommen. Einige Anlagen sind bis zu 17 Meter lang und mehrere Tonnen schwer. Sie können Werkstücke mit Innendurchmessern von 1,14 bis 1400 Millimetern sowie Längen von bis zu zwölf Metern bearbeiten.
Hanne Schwab von der Wirtschaftsförderung Haan zeigte sich beim ersten Spatenstich zufrieden: „Vor drei Jahren kam die erste Anfrage. Nun freuen wir uns, dass der Bau begonnen hat und sind gespannt auf das Ergebnis.“
Auch bei den Mitarbeitern der Alexander Flocke Wupperhof sorgt das Projekt für Zuversicht. Nach den schwierigen Jahren seit der Flutkatastrophe sei der Neubau nun ein wichtiger Schritt in eine sichere Zukunft. „Die Jungs freuen sich“, sagten die beiden Geschäftsführer mit einem Lächeln.
