Feuerwehr lässt hinter die Kulissen blicken
Von Susanne Schaper
Haan – Pünktlich um 12 Uhr öffneten sich am Samstag, 30. Mai, die Tore der Feuer- und Rettungswache an der Nordstraße. Bei bestem Sommerwetter füllte sich das Gelände schnell mit interessierten Bürgern, Familien und Feuerwehrfans jeden Alters.
Der Tag der offenen Tür hat bei vielen Haanern längst einen festen Platz im Jahreskalender. Entsprechend groß war auch in diesem Jahr der Andrang. Die Feuerwehrleute hatten ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet und standen den Besuchern den gesamten Tag über für Fragen rund um Technik, Ausrüstung und Einsatzgeschehen zur Verfügung.
Besonderer Höhepunkt war die offizielle Übergabe der neuen Drehleiter DL 30. Bürgermeister Vincent Endereß betonte in seiner Ansprache die große Bedeutung der Feuerwehr für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger. Im Anschluss segnete André Carouge, Leiter der Notfallseelsorge für den Kreis Mettmann, das neue Fahrzeug. Lesen Sie dazu auch unseren Artikel auf dieser Seite unten.
Die moderne Drehleiter kann auf eine Höhe von 30 Metern ausgefahren werden und dient insbesondere der Menschenrettung aus höheren Gebäuden.
„Der Korb trägt 500 Kilogramm und ermöglicht auch die Rettung von Patienten“, erläuterte Ulf Denkmann, stellvertretender Leiter der Feuerwehr. Das Fahrzeug ersetzt den bisherigen Teleskopmast der Feuerwehr. Ende April wurde die rund eine Million Euro teure Drehleiter an die Stadt Haan ausgeliefert. Finanziert wurde die Anschaffung von der Stadt.
„Derzeit läuft die Ausbildung der Einsatzkräfte, dann geht das Fahrzeug in den Einsatz“, sagte Denkmann. Entsprechend stand die neue Drehleiter während der Veranstaltung im Mittelpunkt des Interesses vieler Besucher.
Neben der Fahrzeugübergabe bot die Feuerwehr zahlreiche Vorführungen an. Eindrucksvoll demonstrierten die Einsatzkräfte die Rettung von Personen nach einem schweren Verkehrsunfall. An stark beschädigten Fahrzeugen zeigten sie, wie Autos zunächst stabilisiert werden, bevor die Patienten mit hydraulischem Rettungsgerät aus dem Fahrzeug befreit werden können. Gleichzeitig erklärten die Feuerwehrleute, welche Besonderheiten bei Elektrofahrzeugen zu beachten sind.
Für großes Staunen sorgte auch eine Demonstration zum Thema Fettbrände. Die Besucher konnten hautnah erleben, welche verheerenden Folgen es haben kann, brennendes Frittierfett mit dem falschen Löschmittel zu bekämpfen. Innerhalb weniger Sekunden kann eine gesamte Kücheneinrichtung zerstört werden.
Auch die Jugendfeuerwehr präsentierte ihr Können. In einer Übung zeigten die Nachwuchskräfte, wie schnell sie nach dem Eintreffen an einer Einsatzstelle Schläuche ausrollen, Rohre anschließen und einen Löschangriff aufbauen können. Die Vorführung verdeutlichte eindrucksvoll, wie wichtig Ausbildung, Teamarbeit und Routine im Einsatzfall sind.
Interessante Einblicke bot zudem die Bildungsakademie des Kreises Mettmann. An einer Trainingspuppe demonstrierten die Fachkräfte die Durchführung einer Herz-Rhythmus-Massage und informierten über lebensrettende Sofortmaßnahmen bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand. Auch die Notfallseelsorge informierte über ihre Arbeit.
Großes Interesse fand auch die Fahrzeugausstellung im Innenhof der Wache. Dort konnten die Besucher unter anderem einen Kommandowagen, einen Einsatzleitwagen sowie ein spezielles Einsatzfahrzeug unter anderem für Wald- und Vegetationsbrände aus nächster Nähe besichtigen.
Während im Innenhof vor die neuen Fahrzeuge präsentiert wurden, waren rund um das Feuerwehrgebäude die „älteren“ Einsatzfahrzeuge ausgestellt, die interessante Einblicke in die technische Entwicklung der Feuerwehr ermöglichten.
Bei Führungen durch die Wache erhielten die Gäste außerdem Einblicke in die Räumlichkeiten und den Alltag der Feuerwehr.
Für die jüngsten Besucher gab es ebenfalls zahlreiche Attraktionen. Besonders beliebt war die große Hüpfburg, auf der nach Herzenslust gehüpft und gerutscht werden konnte. Viel Spaß hatten die Kinder außerdem bei einer Feuerwehr-Rallye, bei der sie mit kleinen Feuerwehrfahrzeugen einen Parcours absolvieren und verschiedene Aufgaben lösen mussten.
Natürlich kam auch das leibliche Wohl nicht zu kurz. Auf dem Gelände standen Grillgerichte, Suppe, Waffeln sowie ein reichhaltiges Kuchenbuffet bereit. Den Kuchenstand betreute die Jugendfeuerwehr. Viele Eltern und Helfer hatten die Kuchen und Torten eigens für die Veranstaltung gebacken. Am Ende des Tages zog die Feuerwehr eine positive Bilanz. Die Veranstaltung bot nicht nur Unterhaltung für die ganze Familie, sondern vermittelte auch wichtige Informationen über die vielfältigen Aufgaben der Feuerwehr und die Bedeutung ehrenamtlichen Engagements.
Die zahlreichen Besucher dankten dies mit großem Interesse und viel Anerkennung für die Arbeit der Einsatzkräfte.
