Kommt die Taschengeldbörse zurück?
JuPa beschäftigte sich mit großen Themen, die für Jugendliche und Senioren relevant sind.
Von Sylke Jacobs
Haan – Vape-Verkauf an Minderjährige, Taschengeldbörse, KOD und das Haaner Beteiligungskonzept: Die Vertreter des seit Januar amtierenden Haaner Jugendparlaments (JuPa) hatten am Montag, 18. Mai, einige brisante Jugendthemen auf ihrer Tagesordnung stehen. Besonders der Konsum und der illegale Verkauf von Vapes an Minderjährige stand im Fokus. Vapes, auch E-Zigaretten genannt, beinhalten statt Tabak eine aromatisierte Flüssigkeit, die erhitzt wird und verdampft.
„Vapen ist in – und immer mehr auch schon bei Zwölf- und Dreizehnjährigen“, berichtete JuPa-Mitglied Lucas Heimsch in der jüngsten Jugendparlamentssitzung im Rathaussaal. Eine Entwicklung, die nicht nur vereinzelt wahrgenommen werde: E-Zigaretten seien fest im Alltag vieler Minderjähriger angekommen, bestätigten auch die anderen Jugendlichen aus dem Parlament.
Vorsitzender Henrik Giebels machte deutlich: „Besorgniserregend ist dabei nicht nur der illegale Verkauf an Minderjährige, sondern auch der Verdacht, dass an einigen Haaner Kiosken illegale Vapes ‘unter der Ladentheke’ an Minderjährige verkauft werden.“
Diese Produkte seien oft günstiger und hätten mehr Inhalt, was sie für Jugendliche extrem attraktiv mache. Teilweise würden diese illegalen Vapes zudem synthetische Cannabinoide beinhalten, ergänzte Jugendreferent Peter Burek. Das mache noch schneller süchtig und abhängig. Außerdem seien illegale Vapes oft deutlich stärker als erlaubte Produkte.
In einer Stellungnahme warnt das Jugendparlament ausdrücklich vor dem Konsum von Vapes: Nikotin mache schnell abhängig, zudem könnten Schadstoffe die Atemwege reizen und langfristige Folgen für Herz und Lunge verursachen. Noch gefährlicher seien illegale Vapes, diese könnten verunreinigt sein oder künstliche Cannabinoide enthalten, Stoffe die unter anderem Psychosen, Krampfanfälle und Kreislaufzusammenbrüche auslösen könnten.
Peter Burek setzt auf Aufklärung: „Eltern, Jugendliche und Lehrkräfte müssen besser informiert werden, was draußen auf dem Markt ist und wie gefährlich es ist. Außerdem braucht es ein stärkes Netzwerk, sowie Aufklärung an den Schulen.“
Ein weiteres großes Thema des JuPa ist die geplante Neuauflage der Haaner Taschengeldbörse. Karlo Sattler, stellvertretender Vorsitzender des Seniorenbeirats, war zu Gast in der Sitzung am vergangenen Montag und stellte das neu geplante Projekt vor. „Die ursprüngliche Taschengeldbörse wurde 2019 ins Leben gerufen und gemeinsam mit der AWO Haan als externem Kooperationspartner, umgesetzt.“ Angefangen mit neun Jobbern seien damals zeitweise bis zu 150 Einkäufe im Monat vermittelt worden. Bürokratische Hürden hätten das Projekt jedoch erschwert, und im Dezember 2025 sei das alte Format eingestellt worden. Künftig soll die Vermittlung jedoch einfacher und digitaler gestaltet werden. Eine Task-Card – eine Art digitale Pinwand – soll dabei helfen: Senioren können hier ihre Aufgaben einstellen und Jugendliche sich darauf melden. Persönliche Daten werden durch Kennnummern geschützt. Der Mindestverdienst belaufe sich auf acht Euro die Stunde. Für die Vermittlung und Koordination ist Julian Knies zuständig, auch bei möglichen Problemen. Denn schließlich gebe es bislang noch keine rechtliche Absicherung. Der Seniorenbeirat will die Anbieter der Arbeiten vorher kennenlernen. Empfohlen werde außerdem eine private Haftpflichtversicherung, erklärte Sattler. Das JuPat sprach sich einstimmig dafür aus, die Taschengeldbörse zu unterstützen.
Außerdem beschäftigten sich die Parlamentarier mit dem Beteiligungskonzept für Kinder und Jugendliche, dessen Ziel es ist, dass die Stadtverwaltung junge Menschen künftig stärker in Projekte, die sie betreffen, einbezieht.
Auch der kommunale Ordnungsdienst (KOD) wurde thematisiert. In der Vergangenheit hatte es laut JuPa Beschwerden über unangemessenes Verhalten des KOD gegenüber Jugendlichen gegeben. Erste Gespräche dazu seien bereits geführt worden.
Die nächste Sitzung des Jugendparlaments findet statt am Montag, 15. Juni im Sitzungssaal im Rathaus an der Kaiserstraße.
